Dieser Artikel wurde am 30. Januar 2009 in Australien geschrieben.
Zum Abschied habe ich von meinen Arbeitskollegen den Bridge Climb geschenkt bekommen. Hierbei handelt es sich um DIE mega Attraktion in Sydney. Der Weg über die Harbour Bridge. Doch nicht etwa auf dem Bürgersteig, sondern oben über die oberen Bögen der Brücke!

Das Geschenk hat mich sehr gefreut und ich habe lange gewartet es einzulösen. Heute war das perfekte Wetter: Sonnig, keine Wolke am Himmel und „nur“ 25 Grad. (Das Bild habe ich an einem anderen Tag aufgenommen.) Auf geht’s!
Ein Mann, ein Traum: Die Geschichte des Bridge Climbs begann 1989. Paul Cave hatte die grandiose Idee und präsentierte seine Vorstellungen der Stadt Sydney. Diese fand über 60 Gründe, warum der Bridge Climb nie Realität werden würde. Doch der gute Herr Cave gab nicht auf. Gutachten, Spezialisten, Versuche und neue Erfindungen stellten schließlich sicher, dass das ganze machbar ist. Paul musste mehrere Millionen in seinen Traum investieren, bevor 1998, neun Jahre später, der erst Bridge Climb über die Harbour Bridge gestattet wurde. Bis heute sind über 2 Millionen Menschen über die Brücke geklettert, Paul gewann viele Unternehmer-Preise und setzt mit dem Bridge Climb bisher mehr als 350 Millionen Dollar um.

Zurück zu mir: Vor dem Start gab es natürlich eine Einweisung. Ich habe zwar gehört, dass man keine Kamera mitnehmen darf, wollte diese aber einfach mit schmuggeln :-) Tja, dumm gelaufen. Nicht nur, dass man einen Anzug tragen muss, der keine Taschen und den Reißverschluss auf dem Rücken hat, außerdem wird man noch durch einen Metalldetektor geschickt. (So muss ich halt pro Foto ganze $20 zahlen.) Wir sind 10 Leute und innerhalb von zwei Minuten kennt unser Tour-Guide all unsere Namen. Respekt! Wir werden mit allen nötigen Dingen ausgestattet und bekommen sogar Kopfhörer mit Militärtechnik. Da es auf der Brücke sehr windig ist, senden die Lautsprecher keine Töne sondern Impulse, die dann im Ohr zu Tönen umgewandelt werden. (Oder sowas in die Richtung, jedenfalls verdammt beeindruckend.)

Die Tour dauerte insgesamt 3,5 Stunden und war einfach atemberaubend. Die Aussicht war ein Traum und das Gefühl auf der Harbour Bridge unbeschreiblich. Man fühlt sich die ganze Zeit sehr sicher und der erwartete Adrenalinschub blieb aus. Dafür wird viel erklärt und gezeigt, man kann staunen und die einzigartige Aussicht genießen. Diese Tour ist wirklich einmalig und 100% zu empfehlen! Also nochmal einen herzlichen Dank an meine ganzen Ex-Kollegen!!! Übrigens hier noch mal das tolle Bild von der Aussicht beim Bridge Climb bei Nacht.
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 29. Januar 2009 in Australien geschrieben.
Als ich einen Vergleich zwischen Australien und Europa bzw. Australien und den USA gesehen habe, war ich schon ziemlich beeindruckt. Ganz schön groß „die kleine Insel“. Der Größenvergleich hing bei uns im Hostel und ich habe das ganze mal schnell für euch festgehalten:

Im Gegensatz zu Europa und den USA befinden sich die Städte allerdings alle direkt an der Küste, rund um den Kontinent.
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 28. Januar 2009 in Australien geschrieben.
Am 26. Januar war der berühmte Australia Day - Australiens offizieller Nationalfeiertag. Vor exakt 221 Jahren landete Captain Cooks „First Fleet“ im Hafen von Sydney. Damit beginnt zwar nicht die Geschichte Australiens (man frage nur die Ureinwohner), aber zumindest die Geschichte des modernen Australien.
Aus diesem Anlass war die ganze Stadt voll mit Veranstaltungen. Shows für Kinder, Ausstellungen, Livemusik,… Überall sieht man Menschen mit Australien-Flaggen-Tattoos im Gesicht und großen Flaggen in der Hand. Vergleichbar mit der WM in Deutschland – nur halt andere Farben ;-) Mit mehreren Freunden ging es dann auch für uns schon Mittags los. Die ganze Stadt war voll mit uralten Bussen, die kostenlos durch Downtown fuhren. So ein Angebot nimmt man doch gerne an.

Mit den ersten Tönen Musik fing dann auch der Regen an. Hallo? Was soll denn das? Leider hörte das schlechte Wetter auch nicht mehr auf. Es regnete und regnete. Durch das Wetter kam dann natürlich auch keine richtige Stimmung auf und ich muss sagen, dass der Australia Day 2009 wortwörtlich ins Wasser gefallen ist. Nur das Feuerwerk abends um neun Uhr in Darling Harbour war nochmal ein schöner Abschluss. Durch die tief hängenden Wolken und passende Musik fand ich das Feuerwerk fast so beeindruckend wie an Silvester. Ein großer Unterschied: Silvester waren es 35 Grad und am Australia Day bin ich bis auf die Boxershorts nass geregnet. Da hilft nur eins: Eine warme Dusche. (Und vorher 40 Minuten Bus fahren.)

Im Hostel wollte ich nach dem Duschen schnell ins Bett. Aber in meinem acht Personen Zimmer befand sich eine Gruppe Schweden (die irgendwie alle fließend Deutsch konnten) und spielte fleißig Trinkspiele. Wenige Augenblicke später saß ich zwischen ihnen und der Billig-Wein (aus einem 5 Liter-Tetrapack) floss in Strömen… Als der Wein leer war, zogen wir noch in weiter in eine Bar und gönnten uns das eine oder andere Bier. Auf dem Rückweg goss es erneut in Strömen und ich war zum zweiten Mal bis auf die Haut durchnässt…
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 25. Januar 2009 in Australien geschrieben.
…komme ich und bin nun zurück in Bondi Beach. Würde ja gerne weitere spannende und interessante Beiträge posten, aber es gibt wenig zu erzählen. Lebe jetzt im Hostel in Bondi Beach. Zum einen kommt man so in Kontakt mit anderen Menschen und außerdem kann ich jeden Tag abhauen, wenn ich weiß, wie es weiter geht. Gestern war es sooo heiß (41 Grad) und schwül, dass man es draußen keine fünf Minuten ausgehalten hat. Zum Glück gibt es im Hostel zwei TV-Räume, die im Keller sind. Allerdings waren diese brechend voll mit Leuten, denn es handelte sich um den einzig kühlen Ort im ganzen Hostel.
Vor meiner Reise in die Blue Mountains habe ich mir einen Toyota Geländewagen angeschaut. Baujahr 89 mit 330.000km. Laut Verkäufer im super Zustand ;-) Habe den Wagen in einer 4WD-Fachwerkstatt ganze zwei Stunden durchchecken lassen. Ergebnis: Müsste genauso viel in Reparaturen zahlen, wie für den Wagen selber… Nix da. Ein weiterer Landcruiser war schnell gefunden. Wollte ich mir eigentlich heute anschauen, aber eben dann eine SMS: Sorry verkauft. Ansonsten sieht es ziemlich mau aus, was vernünftige Autos angeht. Klar, wenn man genügend Geld hätte… Hab ich aber nicht :-) Also kann ich nur hoffen, dass sich bald wieder was auf dem Markt tut. Will nämlich schnell anfangen zu reisen. Oder nehme ich doch den Bus? Aber dann verpasse ich einfach viel zu viele schöne Plätze… Grrrr. Spielt wer für mich ne Runde Lotto?
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 22. Januar 2009 in Australien geschrieben.
Nach dem Frühstück wollte ich in den Bus zum 10km entfernten Grand Canyon (Blue Mountains) nehmen. Doch der nächste Bus sollte erst in 1,5 Stunden abfahren. Also kurz verhandeln und ab ins Taxi (kostet fast so viel wie meine Übernachtung – aber egal). Der Fahrer muss erstmal seine Map raus kramen, denn er weiß überhaupt nicht, wo ich eigentlich hin will :-) Doch gemeinsam finden wir den Ausgangspunkt (Neates Glen) meines heutigen Abenteuers.
Der Grand Canyon Track beginnt am oberen Rand einer Schlucht, führt dann auf einem steilen Weg mehrere hundert Meter hinab. Schon nach wenigen Stufen melden sich meine Muskeln, die ich gestern schon ordentlich gequält habe, aber egal, weiter geht’s. Die Bäume und die Umgebung verändert sich je tiefer ich in den Canyon steige. Plötzlich bin ich vom Regenwald umgeben und kleine Wasserfälle plätschern an den Seiten der Felsen hinab. Bunte Vögel sitzen in den Bäumen und schauen mich neugierig an. In diesen Teil des Gebirges kommen sehr wenige Wanderer, nur zwei deutsche Mädels kommen mir ca. in der Mitte entgegen. Ansonsten hat der Weg traumhafte Ausblicke zu bieten. Man muss durch Höhlen klettern, sich durch Felsspalten zwingen und über alte Brücken wandern.

Nach einiger Zeit erreiche ich die Abzweigung zum Rodriguez Pass, meinem eigentlichen Vorhaben. Diese sechs Stunden Wanderung soll die besten Eindrücke und Aussichten offenbaren, ist jedoch als extrem schwierig gekennzeichnet. Leider ist sie jedoch gesperrt, da Teile des Weges weggebrochen sind. Ich überquere die Absperrung trotzdem, denn im Hostel wurde mir gesagt, dass ich bis zu einem Wasserfall gehen könnte. Der Weg war auch kein Problem, bis ich kurz vor dem Ziel auf ein fünf Meter Stück stieß, das wirklich gefährlich aussah. Man konnte sich zwar an einem Seil festhalten, aber wenn man rutscht, dann geht es tief hinab. Im Hostel habe ich mich in eine Liste eingetragen, welche Wanderung ich mache, falls ich nicht zurück komme, werden die mich schon Suchen kommen… Also mit zitternden Beinen vorsichtig Zentimeter für Zentimeter vorwärts. Geschafft :-) Der Wasserfall war super. Zwar nicht groß, aber die kleinen Stufen und die unterschiedlichen Verfärbungen waren beeindruckend.

Der Grand Canyon Track endet am Evans Lookout, von dem ich einen beeindruckenden Blick über die Schlucht habe. Der blaue Dunst (daher der Name Blue Mountains) kommt von den Ätherischen Ölen, die aus dem Eukalyptusbäumen aufsteigen. Ich bin übrigens aus dieser Höhe bis nach ganz unten ins Tal gestiegen und wieder hinauf!

Von hier führte der Track weiter entlang des Randes vom Canyon. In praller Sonne und mit vielen nervigen Fliegen um mich rum. Diese sind nicht wie die deutschen Fliegen. Sie sind mega penetrant. Sitzen auf der Sonnenbrille und auch sonst überall, erst wenn man sie tot schlägt, hören sie auf zu nerven. Aber bei 20 Fliegen um einen herum, hilft das auch kaum… Nach gut fünf Stunden bin ich schon ziemlich K.O. Doch als ich den Wasserfall Bridal Veil Falls sehe, bekomme ich neue Energie. (Der weiße Strich in der Mitte.)

Laut Schild nur eine Stunde Wegstrecke (was ich jedoch überlese ist: one way!). Also runter. Die Treppen quälen meine geschundenen Muskeln extrem. Oft ist es rutschig, die Stufen sind einen halben Meter voneinander entfernt, doch zum Glück gibt es ein Geländer um mich festzuhalten.

Unten angekommen brauche ich erstmal eine lange Pause, um wieder Kraft zu tanken. Der Anblick unter dem Wasserfall war gigantisch, auch wenn durch die Jahreszeit bedingt nur wenig Wasser floss.

Mit letzter Kraft kämpfte ich mich anschließend den Weg wieder hinauf. Um mich auf etwas zu konzentrieren, zählte ich die Stufen. 1251 – also deutlich mehr die Giant Stairs von gestern (tja Marketing ist halt alles). Um es nochmal festzuhalten: Ich bin heute zweimal vom Rand des Canyons ins Tal gestiegen und wieder hinauf. Morgen werde ich nur auf dem Sofa liegen und lesen. Vom oberen Teil des Canyons muss ich noch eine halbe Stunde bis zum Zug laufen (bzw. kriechen). Alles schmerzt. Aber es war eine super geniale Tour!!!
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 20. Januar 2009 in Deutschland geschrieben.
Nur zwei Stunden von Sydney sind die Blue Mountains entfernt. Hier duftet der Wald nach Hustenbonbon, dank ätherischer Ölen aus den Eukalyptuswäldern. Die bis zu 1300 Meter hohen Gipfel und bizarren Felsformationen machen die Blue Mountains zum einem beliebten Kursreiseziel. Anstelle einer geführten Bustour, setzte ich mich für $12 in den Zug und fahre mit einer Bimmelbahn, die sich entlang Serpentinen den Berg hinauf kämpfte. Katoomba, die größte Stadt in den Blue Mountains, ist urgemütlich. Überall gibt es kleine Cafes, die zum chillen und entspannen einladen. Hier fühlt man sich von der ersten Minute an wohl. Das YHA Hostel in Katoomba ist eines der besten Hostels in ganz Australien und somit habe ich endlich wieder eine saubere und schöne Küche zum kochen ;-)

Für mich sind die Blue Mountains wie ein Mischung aus Elbsandsteingebirge und Grand Canyon. Nachmittags geht es erstmal auf Erkundungstour. Meine Wanderung führt mich zwei Stunden entlang des Randes der Schlucht bis zum Echo Point, von dem ich einen beeindruckenden Blick auf die Three Sisters habe. (Die drei Felsspitzen im Hintergrund.)

Hier schaute ich mir am Abend auch den Sonnenuntergang an, der zwar schön aber nicht so beeindruckend war.

Immer wieder faszinierend ist der Blick aus unterschiedlichen Perspektiven. Somit entschloss ich mich am zweiten Tag, hinab in die Schlucht zu steigen. Der Weg hinab in den Grand Canyon (USA) ist immer noch ein Traum von mir. Über 1000m Höhenunterschied gibt es zu überwinden. Heute konnte ich dafür schon mal trainieren. Knapp 1000 Stufen musste ich entlang der Three Sisters in die Tiefe steigen, bevor ich endlich im unteren Teil der Schlucht angekommen war. Nach 300 Stufen (oft aus Stein und unterschiedlich hoch) fangen die Beine leicht an zu schmerzen, bei Stufe 800 zittern die Muskeln vor Anstrengung und eine Hand ist stets am Geländer, falls ein Muskel sich spontan überlegt aufzugeben. Doch alles ging gut :-)

Unten in den Blue Mountains erwartete mich eine andere Welt. Keine Menschen mehr, dafür überall Geräusche von Tieren. Und der Geruch in meiner Nase ist einfach Klasse. Die Bäume duften nach Eukalyptus! Die Luft entspannt und ich spaziere durch diese einzigartige Landschaft. Der Anblick der gewaltigen Felsformationen ist aus diesem Blickwinkel komplett anders und lässt mich staunen.

Zwar ist die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch wie in Thailand, doch Temperaturen um die 40 Grad lassen mich ordentlich schwitzen. Ich wandere mehrere Stunden durch den Canyon, genieße die Ruhe und jeden Atemzug dieser einzigartigen Luft. Wieder hinauf geht es mit einem alten Kohleaufzug, der fast senkrecht den Berg hinauf fährt. Nun ist er für Passagiere umgebaut, hat aber die gleiche Steigung.

Um das ganze schön spannend zu machen, geht der Blick senkrecht in die Tiefe. Hilfe, bitte lasst die Seile halten :-)
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 18. Januar 2009 in Australien geschrieben.
Als ich das Programm vom Open-Air Kino in Darling Harbour gesehen habe, musste ich zweimal schauen. Lola Run Lola – oder: Lola Rennt! Ein deutscher Film mitten in Sydney. Das musste ich natürlich hin. Zu meiner Überraschung wurde der Film dann auch noch auf Deutsch mit englischen Untertiteln gezeigt. Schon schwierig, alles im Kopf zu koordinieren :-) Das wirklich besondere: Anstelle der Filmmusik hat eine Liveband gespielt und den Film vertont.
Einige hundert Leute schauten sich Lola Rennt an. Das Open-Air Kino ist übrigens ein Teil des ganzen Sydney-Festivals. Zu unserem Glück hatten wir einen Platz direkt unter einer großen Brücke. In der Mitte des Filmes gab es nämlich ein heftiges Regenschauer.
Am Tag zuvor war ich auch schon im Open-Air Kino, allerdings in Bondi Beach. Das Flickerfest zeigte sieben Kurzfilme unter dem Namen Celebrity Shorts, in denen jeweils bekannte Hollywood-Stars wie Jessica Biel, Jennifer Aniston oder Kirsten Dunst mitspielten. Die Filme waren ganz unterschiedlich, teils traurig, teils zum Lachen oder gar purer Horror. Die Kurzfilme waren zwischen 2 und 15 Minuten lang und meist richtig genial gemacht. Einfach mal was anderes…
Übrigens: Im TV laufen hier alte Kommissar Rex Serien. In Deutsch – mit englischem Untertitel. Und angeblich ist das sogar recht erfolgreich. Spinnen die Australier :-)
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 15. Januar 2009 in Australien geschrieben.
Schon vor meiner Reise nach Australien war mir klar, wenn ich mir ein Auto kaufe, dann nur einen großen Geländewagen. Schließlich will ich Australien sehen und nicht nur von Stadt zu Stadt reisen. Hier ist es nicht wie in Europa, dass überall richtige Straßen vorhanden sind. Ganze Gebiete (z.B. Cape York im Norden) sind nur mit einem 4×4 zu erreichen (3-5 Tage Fahrt). Da muss man dann hier und hier durch, bevor man unter anderem hier schwimmen gehen kann. Außerdem findet man dort die schönsten Strände des Landes…
Des Weiteren sind die Geländewagen groß genug, um gleich drin zu übernachten :-) Bevor ich wild zu den Autohändlern laufe, habe ich mich erstmal im Internet schlau gemacht. Egal, ob ich auf deutschen oder englischen Seiten schaute, die Allrad-Community ist sich einig: Nichts geht über einen Toyota Landcruiser! Ok, ein Hummer H1 wäre noch eine Alternative – kostet jedoch das 10-fache :-) Nicht nur einmal habe ich gelesen: „Lieber einen Landcruiser von 1970 als einen Geländewagen von Holden (Opel) oder Mitsubishi von 2000.“ Das ganze hat allerdings auch seinen Preis, denn auch die Verkäufer wissen, wie sehr ihr 4×4 gefragt sind. Ein Toyota Landcruiser von 1990 kostet fast das Doppelte von einem Suzuki oder Nissan gleichen Baujahres. Jeep und Land Rover sind zwar offroadmäßig ebenbürtig, aber vom Innenraum kleiner (zwecks schlafen also nicht so gut). Außerdem sind die Ersatzteile deutlich teurer.

Also habe ich heute mal ein wenig nach Landcruisern Ausschau gehalten. Mit einer fast unzerstörbaren 4 Liter Dieselmaschine hat mein erstes Fundstück Australien wohl schon einige Male durchquert. Baujahr 1983 und 390.000km auf der Uhr – mit diesem Auto, einem Toyota Landcrusier HJ47 Troopcarrier (Troopy) kann man normalerweise 11 Leute transportieren. Oder halt ein Bett und die Campingausrüstung. Klimaanlage? Fehlanzeige. Das Ding ist wirklich nur was für harte Burschen…
Vom Preis natürlich sehr attraktiv :-)
Wer jetzt denkt, 400.000km sind für ein Auto viel, hat natürlich recht. Allerdings kann man diese Maschinen nicht mit den 1,8 Liter Vierzylindermotoren aus Deutschland vergleichen. Fast alle alten Autos haben in Australien über 200.000km runter und die Motoren laufen, laufen und laufen (Service und Pflege sind natürlich auch hier ein Muss). Einheimische und Backpacker reisen damit durch das ganze Land.

Richtig gut gefällt mir dieser Landcruiser Bj 94. Mit einer 4,5 Liter Maschine und LPG (kostet nur 0,25 Euro pro Liter) hat er genügend Power, jede Steigung zu meistern. Der Hammer ist einfach das Zelt auf dem Dach. Lustigerweise parkt er in Bondi direkt vor meiner Haustür und ich habe schon vor Wochen zu Julia gesagt, dass das genau der richtige Wagen für mich wäre. Heute habe ich dann zufällig die Anzeige entdeckt. Allerdings mit der super Ausstattung nicht gerade billig.
Andererseits reicht ein einfacher Geländewagen „von der Stange“ nicht aus. Das Auto braucht einen Schnorchel, damit ich auch mal quer durch einen Fluss fahren kann, ohne das der Motor Wasser durch den Luftfilter zieht. Ein paar Zusatzscheinwerfer sind ebenso wichtig. Schließlich sind die Standardlichter nicht gerade besonders gut und Nachts im Outback laufen einige wilde Tiere herum. Falls die Scheinwerfer mal nicht ausreichen und ein Känguru vor den Wagen springt, schützt eine Bullbar (Rammschutz) vor einem größeren Schaden. Was mit normalen Straßenreifen im Sand passiert, habe ich nun schon selber erlebt. Also müssen vernünftige All Terrian Tires oder gar Mud Tires vorhanden sein. Das ganze mit einem Suspension Lift (Höherlegung des Fahrzeuges) von 50mm bis 100mm gepaart, lässt den Geländewagen auch über Stock und Stein fahren.
Muss eigentlich so ein großer Motor sein? Ja. Zum einen halten diese einfach deutlich länger, zum anderen gibt es in Australien kaum etwas anderes zu kaufen. Auf den Straßen fahren nur deutlich übermotorisierte Autos herum. BMW? Klar, aber mindestens 330i oder gar M5. VW Golf? Überall, aber nur GTI oder gleich R32. Warum V6, wenn es auch einen V8 gibt? Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 110km/h macht es schließlich viel Sinn, Autos zu fahren, die deutlich über 200PS haben. Doch wer meint, da wäre Schluss, irrt sich. An jeder Ecke stehen turbogeladene Nissan Skylines, die auch mal gerne jenseits der 500PS liegen und jedem Ferrari das Fürchten lernen. Wie ihr seht, ein Paradies für mich ;-) Einen Nissan Skyline GT-R werde ich wohl irgendwann auch noch mal Probe fahren müssen… Just for fun!
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 15. Januar 2009 in Australien geschrieben.
Nachdem mich über Nacht mehrere Mails erreichten, möchte ich kurz über „meinen“ neuen Job berichten: Tauchen, Schwimmen, Surfen, in der Sonne liegen und einfach Spaß haben. Leben in einer $4 Millionen Villa auf einer eigenen Insel im Great Barrier Reef. Neben dem täglichen Sonnenbaden muss man noch einen Blog schreiben und ein paar Videos ins Internet stellen.

Für sechs Monate „Arbeit“ gibt es $150.000 als Bezahlung. Ein Scherz? Nein. Es handelt sich um eine Aktion von dem australische Bundesstaat Queensland, um den Tourismus anzukurbeln. Da muss ich die Marketing-Abteilung ja echt mal loben. Alleine mit diesem Angebot haben sie weltweit kostenlose Werbung! Wenn selbst die Neue Westfälische über solch eine Aktion berichtet, dann sollte es wirklich überall angekommen sein :-)
By the way: Wir haben gerade 38 Grad in Sydney und ich schwitze mich tod ;-) Da hilft nur eins: Ab ins Wasser…
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 14. Januar 2009 in Australien geschrieben.
Vor meinem Flug war Sydney für mich nur eine von vielen Großstädten. Wenn ich an Sydney gedacht habe, viel mir als erstes das Opernhaus ein, dann natürlich Bondi Beach, die riesengroße Silvesterparty und bei weiterem nachdenken vielleicht noch die Harbour Bridge. Das war es. Von vielen Reisenden habe ich gehört, wie gut ihnen Sydney gefallen hat. Für fast Alle ist es sogar die absolute Lieblingsgroßstadt geworden. Nun – wo ich selber hier lebe – verstehe ich warum :-)

Sydney hat einfach soviel mehr zu bieten, als viele andere Millionenstädte. Zum einen natürlich die vielen Strände mit tollen Wellen, zum anderen viele Parks und Stadtteile, die zum entspannen einladen. Als ich an Sydney dachte, schwebten mir lauter riesige Hochhäuser vor. Natürlich ist das Zentrum davon übersät, doch schon nach wenigen Minuten zu Fuß, erreicht man die gemütlichen und eindrucksvollen Stadtteile wie Woolloomooloo (kein Schreibfehler), Paddington oder Surry Hills. Hier gibt es keine hässlichen Hochhäuser oder langweilige Vorstadtwohnungen. Ganz im Gegenteil. Es finden sich lauter alte, verschnörkelte und teils aufwendig renovierte Häuser, die mich stark an San Francisco erinnern. Es geht hier übrigens auch oft die Straße hoch und runter wie in der kleinen Stadt in den USA (San Francisco hat „nur“ 800.000 Einwohner).

Die Stadtteile habe alle eigene Stadtzentren, mit Geschäften und Restaurants. Und das Beste: Überall gibt es gemütliche Cafés mit leckerem Kaffee. Vor Australien habe ich eigentlich nie Kaffee gemocht, aber jetzt bin ich süchtig nach dem schwarzen Gold :-) Die einzelnen Stadtteile laden einfach dazu ein, herum zu spazieren und sich gemütlich irgendwo hin zu setzten, um einen Cappuccino zu genießen.

Hat man von der Stadt genug, läuft man wenige Minuten in irgendeine Richtung und wird einen kleinen, großen oder gar riesigen Park vorfinden. Dort kann man sich dann schön unter einen Baum pflanzen und lesen oder in der Sonne braten…

Nicht zu vergessen: Die Leute sind freundlich, lächeln und genießen ihr Leben!
Kategorie: Australien, Sydney