Dieser Artikel wurde am 31. März 2009 in Australien geschrieben.
Am Morgen ging es weiter Richtung dem wohl bekanntesten Berg/Felsen in Australien, dem Uluru (Ayers Rock). An einer Tankstelle auf halben Weg machen wir einen Stop. (Alice Springs ist über 400km vom Uluru entfernt.) Als wir gerade wieder starten wollten, sahen wir einen Mann wild winken. Wir fühlten uns erst nicht angesprochen, doch dann erkannten wir Marten, den Holländer. Was ein Zufall. Er lud uns auf einen Cappuccino ein und wir verbrachten länger als geplant in der Tankstelle. Für den Abend verabredeten wir uns auf dem Campingplatz. Da es nur einen gibt, hätten wir uns aber sowieso getroffen :-)

Wenige Stunden später war es dann soweit: Wir erblickten den Uluru. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben. Ich habe den Uluru schon auf vielen Bildern gesehen und habe unzählige Geschichten gehört. Es war immer interessant, doch hat mich nie umgehauen. Die Realität wirkt jedoch ganz anders. Das Bild, dass sich vor unseren Augen offenbarte war unglaublich. Der Rock strahlt eine gewaltige Power aus. Es ist schon was besonders, hier zu sein.

Leider war für den heutigen Tag der Weg gesperrt, um den Uluru zu besteigen. Somit entschieden wir uns für die 10km Rundwanderung. Schon nach wenigen Metern waren wir begeistert. Entgegen unseren Erwartungen konnten wir teilweise direkt am Felsen entlang gehen.

Was uns wirklich umhaute war die Tatsache, dass der Uluru alle paar Meter sein Erscheinungsbild ändert. Auf den Bildern sieht man meistens nur den Felsen aus der Ferne. Es wirkt massiv und wie ein einziges Stück. Aus der Nähe hingegen sieht man all die verschiedenen Verformungen, Höhlen, Wasserläufe,… Dazu hat man die unterschiedlichsten Farbgebungen (in der Sonne, Schatten, unterschiedliche Uhrzeiten), die den Betrachter immer wieder staunen lassen.

Zwar ist der Weg absolut gerade und nur 10km lang, doch wir brauchen fast drei Stunden, da wir oft einfach nur staunen und den Uluru für Minuten betrachten.

Cody und ich haben schon des öfteren große Erwartungen gehabt und wurden nachher etwas enttäuscht. Doch hier ist definitiv das Gegenteil eingetroffen.

Der Sonnenuntergang hingegen war schön, aber bei weitem nicht so eindrucksvoll wie erwartet. (Bilder folgen) Auf dem Campingplatz trafen wir unsere holländische Familie, gönnten uns ein paar kühle Bier und hofften drauf, am Morgen den Uluru besteigen zu können.
Trip: Alice Springs – Uluru
Übernachtung: Camping, Ayers Rock Resort
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 28. März 2009 in Australien geschrieben.
Was braucht man um in die Wüste zu fahren? Wasser, Essen und ein Auto, das 100% hält :-) Für den heutigen Tag stand wohl das einsamste Stück unserer Reise auf dem Programm. Statt der Old-Ghan-Rail-Route, die täglich so zwei bis drei Autos sieht, machen wir einen Abstecher in die Simpson Desert. Gerne hätte ich sie durchquert, doch dafür sollte man mindestens drei Autos haben, um sich gegenseitig wieder aus dem Sand zu ziehen. Die Ausläufer der Wüste sind hingegen mehr oder weniger sicher zu befahren. Doch es gibt ein Problem: Der Old-Andado-Track wird alle paar Wochen mal von einem Auto befahren. Bleibt man irgendwo mit einem Defekt liegen, wird es verdammt gefährlich! Wir sind nicht Lebensmüde und haben einen Plan B. Vorsichtshalber benachrichtigten wir die Polizeistation in Santa Teresa (Zielort der Reise). Kommen wir nicht in zwei Tagen an, schicken die (hoffentlich) einen Rettungstrupp.

Mit gemischten Gefühlen und viel Aufregung geht es los, die 400km durch die Wüste zu fahren. Hält der Wagen? Bleiben wir stecken? Zur Not haben wir Wasser und Essen für einige Tage. Also wird schon gut gehen :-) Hingegen unseren Erwartungen sehen wir nicht pure Sandlandschaften und Dünen. Doch der Anblick, der sich uns bietet, ist ebenso umwerfend. Gelber und roter Sand wechselt sich ab. Die Dünen sind mit Büschen und Gras bewachsen und oft fliegen Vögel um uns herum. Das hätten wir nicht gedacht.

Old Andado ist eine Farm, in der bis 2006 eine alte Frau gewohnt hat. Sie hat Besucher aufgenommen, um ihnen das Leben „in den alten Zeiten“ zu zeigen. Leider wurde sie krank und musste die Farm verlassen. Die Räume sind für die Öffentlichkeit zugänglich und im Haus sieht es so aus, als hätte dort noch jemand gestern gelebt. Regale und Schränke sind voll mit Sachen und alles ist dekoriert. Nur der Staub der letzten Jahre erinnert daran, dass dieses Haus schon lange nicht mehr bewohnt ist.

Nachdem wir den letzten Zufluchtsort verlassen haben, standen 300km Wüste vor uns. Keine Stadt, kein Haus, kein Wasser. Die Fahrt macht viel Spaß und die sich stetig ändernden Landschaften sind atemberaubend. Es ist nur ein wenig staubig :-)

Ganz entgegen unseren Erwartungen sehen wir plötzlich kleine Berge im Horizont. Wir dachten eigentlich, bis auf Ayers Rock (Uluru) ist in der Mitte von Australien alles flach. Doch da haben wir uns wohl geirrt.

In Santa Teresa sehen wir zum ersten Mal eine Aboriginal Community. Alles ist sehr dreckig und verwahrlost, aber dafür bunt. Wir benachrichtigen die Polizei, dass wir noch leben und nehmen die letzten 80km nach Alice Springs auf uns.
Tour: Mt Dare – Alice Springs
Übernachtung: Camping, Rest Area Nähe Alice Springs
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 28. März 2009 in Australien geschrieben.
Morgens nach dem fliegenreichen Frühstück in den roten Sanddünen des 6×4-Tracks proben wir ein wenige weiter im Sand und machen ein paar lustige Videos. Im Pink Roadhouse sagen wir Danke für den Pool und das Camping und schon sind wir wieder auf Reisen. An der Tankstelle sehen wir einen Wagen stehen, der uns schon vor einigen Tagen in Arkaroola aufgefallen ist. Werden wir verfolgt?

Auf einer wirklich schrecklich zu fahrenden „Straße“ geht es über mehrere Stunden zu den Dalhousie Springs. Selten wurden wir so durchgeschüttelt. Die Straße ist voll mit Steinen, die alles vibrieren lassen. Oft fühlt es sich an, als würde der Wagen jeden Moment in Tausend Teile zerspringen. Das Radio setzt alle paar Meter aus, alles klappert und wir beten beide, dass diese nervige Straße bald Geschichte ist. Was haben wir uns da nur wieder ausgedacht?

Doch der Umweg hat sich gelohnt: Wir erreichen Dalhousie Springs und diesmal sind die Quellen nicht mit radioaktiver Strahlung geheizt :-) Das Wasser reist bis zu 3 Millionen Jahre unter der Erde, bevor es in der Quelle mit ca. 38 Grad zu Tage kommt. Das ist so warm wie eine Badewanne :-) Nur leider keine wirkliche Abkühlung, denn draußen sind es über 45 Grad. Trotzdem eine super Erfrischung! Schon erstaunlich: Mitten in der Wüste ist ein richtiger See mit wilden Tieren, Bäumen und alles ist grün.

Wie an vielen Stellen, sind wir ganz alleine. Auf der Strecke hierher haben wir nur ein anderes Auto gesehen. Nach dem Mittagessen taucht dann plötzlich der ominöse Verfolger auf. Hat es der Secret Service auf Cody abgesehen? Wir wollen der Sache auf die Schliche kommen und schlendern hinüber. Statt Männern im schwarzen Anzug erwartet uns eine Familie aus Holland. Marten und Michaela reisen mit ihren zwei kleinen Mädchen für ein halbes Jahr durch Australien. Zuvor haben sie ein halbes Jahr Afrika durchquert. Mit dabei haben sie ihren eigenen Geländewagen, den sie aus Holland verschifft haben. Alle paar Tage müssen die Mädels (denke so 7-10 Jahre alt) die Schul(Camping-)bank drücken. Schon eine coole Sache als Familie solch ein Abenteuer zu wagen. Wir werden auf ein paar Drinks eingeladen und verbringen den halben Nachmittag mit ihnen. Kurz kommen noch eine Gruppe Australier vorbei und sagt Hallo.

Da wir noch nicht am Ziel der heutigen Tagesetappe sind, verabschieden wir uns und fahren weiter durch den Witjira Nationalpark Richtung Mount Dare. Dort treffen wir erneut die Australier und trinken ein paar Bier mit ihnen. Kurz vor Sonnenuntergang tanken wir den Wagen voll (es gibt nur ein Haus, das Tanke, Hotel, Campingplatz, Bar, Supermarkt,… in Eins ist) und fahren wenige Minuten weiter. Mitten auf dem Track halten wir und bauen unser Zelt an der Seite auf. So haben wir wenigstens keine schnarchenden Australier neben uns :-)
Tour: Oodnadatta – Mount Dare
Übernachtung: Camping, Nähe Mount Dare
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 in Australien geschrieben.
In meinem letzten Eintrag habe ich schon einen kleinen Hinweis auf die nächste Stadt gegeben: Riba’s Underground Camping. Was genau erwartet uns in Coober Pedy? Eine Stadt in der laut Lonely Planet über die Hälfte (laut Einwohnern über 80%) der Bewohner unter der Erde leben. Warum das? Des öfteren ist es heißer als 50 Grad! Wieso leben hier dann Menschen freiwillig? Ganz einfach: Unter der Erde finden sich Opale. Und dadurch ist das ganze Gebiet von Minen übersät. Und alte Mienen werden halt zu Wohnhäusern, Hostels oder zum Campingplatz umfunktioniert ;-)

Das ganze wirkt wie ein Bunker. Die Wände sehen sehr unecht aus. Doch wie wir später bei einer Führung durch die Minen erfahren, handelt es sich um einen Sandstein und die Muster in der Wand kommen durch die eingesetzten Maschinen. Über der Erde sehen wir überall Hügel von Schutt, Eingänge zu Häusern, Firmen oder Museen.

Wir kommen uns vor wie in einem Hollywood Film. Alles wirkt irgendwie gestellt und nachgebaut. So wirklich begreifen wir nicht, dass hier manch einer tausende von Dollar verliert und andere Millionen machen. Einige Minen sind noch immer aktiv. Wir besichtigen Underground Kirchen und schauen uns ein Haus an, in dem ein älteres Ehepaar lebt.

Nach der Nacht im Underground Campingplatz, werden wir die zweite Nacht in einem Underground Motel übernachten. Einfach nur, weil es so interessant ist :-) Cappuccino gab es natürlich im Underground Cafe. Besonders cool an den unterirdischen Räumen: Die Temperatur ist immer zwischen 20-25 Grad. Egal wie heiß es draußen ist. Unser Wagen parkt in der Sonne und laut Thermometer im Auto sind es 51 Grad!
Tour: Coober Pedy
Übernachtung: Radeka’s Downunder Motel
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 in Australien geschrieben.
Nachdem wir erneut mit tausenden von Fliegen zu kämpfen hatten, verließen wir die Oase und schnell waren wir zurück in den Weiten der Wüstenlandschaft. Nicht, dass ich die Umgebung als schön bezeichnen würde. Doch irgendwie ist es schon was ganz besonderes. Des öfteren stoppten wir, stiegen aus dem Auto aus und drehten uns im Kreis. Alle Richtungen wirkten identisch. Zum Glück können wir einer „Straße“ folgen.

Am Straßenrand sehen wir überall zerfetzte Reifen, teilweise überschlagene Autos und sonstige Reste von Unfällen. Wir drücken die Daumen, dass der Wagen hält :-) Wenig später erreichten wir William Creek, mit 12 Einwohnern die kleinste Stadt in Australien. Der Cappuccino schmeckte scheiße und zu unserem Glück hatten wir genügend Diesel in den Ersatzkanistern, da der Preis an der Zapfsäule wirklich unverschämt war. Einzig die Bar war ein Bild wert. Jeder Reisende hinterließ ein Andenken an der Wand, egal ob Visitenkarte, BH oder ein Passfoto. Habe zum Glück noch ne alte Visitenkarte dabei und kann die Unterwäsche anbehalten :-)

Von William Creek fuhren wir zum Lake Eyre (mit 17m unter NN der tiefste Punkt Australiens). Dieser riesige ausgetrocknete Salzsee sollte angeblich so groß sein, dass man die Krümmung der Erdkugel in ihm erkennen kann. Fragt mich nicht wie, denn wir konnten es nicht erkennen :-) Interessant ist hingegen, dass Wasser aus Queensland (tausende Kilometer entfernt) auf dem Weg ist, den See zu füllen. Starke Regenfälle vor ein paar Monaten in Queensland haben die Flüsse gefüllt und nun befindet sich das Wasser auf einem wochenlangen Weg in den Lake Eyre.

Hätten wir vorher gewusst, wie schlecht die Straße ist, wären wir nie gefahren. Für 60km brauchten wir fast zwei Stunden (und das ganze auch wieder zurück). Oft fuhren wir neben der eigentlichen Straße, da die Schlaglöcher und Bodenwellen wirklich gefährlich waren. Die Umgebung war wie auf dem Mond. Kein Wunder, dass dieses Gebiet für Filme wie Mad Max 3 die Kulisse darstellte. Kurzerhand stellten wir die Mondlandung der USA nach:

Wir verließen den Oodnadatta Track kurz hinter William Creek und fuhren Richtung Coober Pedy. Eine Station unserer Reise, der wir schon seit Tagen entgegen schauen. Die Straße ist immerhin so gut, dass wir mit fast 80km/h fahren können.

Auch wenn man es kaum glaubt, die Landschaft ändert sich stetig. Zwar ist alles weiterhin unendlich weit und flach, doch die Farben und die Form der Steine wechselt. Das mag langweilig klingen, doch wenn man es hautnah erlebt, ist es einfach etwas eindrucksvolles.

Bevor wir Coober Pedy erreichten, mussten wir noch den Dog Fence durchqueren. Dieser Zaun geht durch drei Bundesstaaten und ist doppelt so lang wie die Chinesische Mauer. Er hält Hunde (Dingos) auf der einen Seite und die Schafe auf der anderen.
Tour: Coward Springs – Coober Pedy
Übernachtung: Riba’s Underground Camping
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 23. März 2009 in Australien geschrieben.
Habe ich schon von den nervigen Fliegen berichtet? Umso näher wir uns der Mitte Australiens nähern, desto mehr Fliegen haben wir um uns herum. Damit meine ich nicht Vier oder Fünf. Nein, eher Vierzig oder Fünfzig und das ganze nur im Gesicht!!! Sie fliegen in die Ohren und Nasenlöcher, landen auf den Lippen oder segeln gleich direkt in die Augen. Da hilft nur eins: Ein sexy Moskitonetz über den Kopf und den Fliegen den Mittelfinger zeigen :-) Blöderweise lässt sich damit nur nicht essen und trinken. Zum Glück verschwinden die Fliegen, sobald es Dunkel wird. Dafür kommen dann die Moskitos heraus und saugen uns fleißig das Blut aus. Was ist besser? Ich weiß es nicht…
Nachdem wir also unser Fliegenreiches Frühstück beendet hatten, fluteten wir die sechs Zylinder und erkundeten weiter das Gebiet um Arkaroola.

Daraufhin wollten wir uns den Lake Frome (weißer Salzsee) anschauen. Doch ein Schild hinderte uns vor der Weiterfahrt: „Aboriginal Hunting Zone, no access after 3pm.“ Ein Weg wäre 38km und die Straße war alles andere als gut zu befahren (so zwischen 20-50km/h). Da es recht spät war, entschlossen wir uns, nicht Ziel der Jagd zu werden ;-)

Es ging den berühmten Oodnadatta Track über Leigh Creek nach Marree. Hier füllten wir die Kühlbox mit Lebensmittel für Zwei Tage und weiter ging die Fahrt. Wir unterschätzten die Straße etwas und das Unvermeidbare trat ein: Wir mussten bei Dunkelheit reisen. Genau das, wovor uns alle immer gewarnt haben. Nachts sind so viele Tiere aktiv und schnell kann ein Unfall passieren.

Zum Glück geht alles gut und wir erreichen eine Stunde später den Campingplatz. Eine Oase in Mitten der Wüstenlandschaft. Mit Palmen und einer natürlichen Quelle, die einen (sehr) kleinen Pool mit Wasser füllte.

Tour: Arkaroola - Coward Springs
Übernachtung: Coward Springs Campground
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 23. März 2009 in Australien geschrieben.
Wie es natürlich anders nicht sein kann, werde ich nachts durch eine Wasserfontäne geweckt, die eiskalt auf mich einregnet. Es dauert etwas bevor ich realisiere, dass die Bewässerungsanlage der Auslöser ist und ich das Zelt schließe. Es ist drei Uhr morgens und leicht durchnässt falle ich erneut in den Tiefschlaf.
Nach der (zweiten, diesmal warmen) Dusche geht die Reise zum Automechaniker. Weit und breit gibt es nur eine einzige Anlaufstelle. Somit bin ich nicht wirklich verwundert, als der unfreundliche Meister mir erzählt, die Reparatur würde drei Stunden dauern. In drei Stunden hätte ich das ganze wahrscheinlich selber reparieren können, wenn ich die Teile und Werkzeug gehabt hätte. Ihn wird es nicht länger als eine Stunde kosten, doch ich werde die Drei zahlen. So ist das halt in der Monarchie. Mit einem Loch im Geldbeutel und neuer Bremskraft fahren wir anschließend dem nächsten Abenteuer entgegen. Es ist übrigens richtig heiß:

Ziel des heutigen Trips ist Arkaroola und der Vulkathunha-Gammon Ranges Nationalpark. Neben einigen spannenden 4WD-Tracks erwarten uns interessante und einmalige Naturschauspiele. Die Geländefahrten sind die meiste Zeit eher einfacher Natur. Das ganze Gebiet ist sehr steinig und hat schon den ein oder anderen Plattfuß gekostet. Mit zwei neuen Reifen (plus zwei recht guten Reifen) und reduziertem Luftdruck sollte es jedoch für uns kein Problem sein. Nur vereinzelt müssen wir wirklich langsam und vorsichtig fahren.

Das Gebiet könnte unterschiedlicher nicht sein. Oft wechseln die Gesteinsfarben in wenigen Metern. Rot, Grau, Gelb, Orange, Lila,… alles ist dabei. Ab und zu wirkt es so, als ob die Steine aus dem Boden wachsen.

Einerseits sind wir total fasziniert, andererseits ist es um uns herum nicht wirklich schön. Die Natur ist einmalig und es ist spannend, das ganze so hautnah erleben zu können. Erneut muss ich erwähnen, dass die Fotos nur ansatzweise die Realität widerspiegeln können. Steigt man aus dem Auto aus und dreht sich um 360 Grad, dann sieht man soviel Kontraste von Farben und Gesteinen, dass wir oft verblüfft sind. Wir kommen uns vor, wie in einer riesigen Modelleisenbahn-Landschaft. Wie in einer surreal Welt.

Ganz unter dem Motto: „Nicht schön, aber selten.“ gibt es viele Dinge für uns zu entdecken. Aufgrund der 45 Grad, verzichten wir auf lange Wanderungen und erkunden das Gebiet großräumig mit dem Auto.
Ein Highlight sind die Paralana Hot Springs. Schon seit Tagen freuen wir uns, in den heißen Quellen zu schwimmen. Zum Glück lesen wir das Schild, bevor wir ins Wasser springen. Die Paralana Hot Springs sind die einzigen heißen Quellen auf der Erde, die durch natürliche radioaktive Strahlung geheizt werden. Der Besuch ist erlaubt, doch Schwimmen und sogar Camping im nahen Umkreis ist verboten. In dieses Wasser wären wir auch so oder so nicht gesprungen:

Statt für einen Campingplatz zu zahlen, halten wir einfach am Wegesrand des 4WD-Track und bauen das Zelt auf. Von hier können wir die Kängurus um uns herum beim Spielen beobachten. Dazu kochen wir Meeresfrüchte in Form von Tintenfisch, Shrimps, Muscheln und Fisch, kombiniert mit leckeren asiatischen Gewürzen und frischem Gemüse. Nachdem die Dämmerung einbricht, verschwinden auch die vielen nervigen Fliegen (die wir seit zwei Tagen tagsüber um uns herum haben) und anschließend können wir einen traumhaften Sternenhimmel bestaunen.

Tour: Leigh Creek – Arkaroola
Übernachtung: Camping, Arkaroola Wilderness Sanctuary
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 21. März 2009 in Australien geschrieben.
In Hawkers hatten wir für den frühen Morgen einen Termin zum Reifenwechseln. Mit neuen zwei Gummis auf den Felgen war die Hoffnung vorhanden, unbeschadet bis nach Alice Springs zu kommen. Wir durchquerten den Flinders Range Nationalpark, der sich über viele Kilometer erstreckt. Hinter jedem Berg ändern sich die Ausblicke. Cody und ich genießen das Panorama, welches sich des öfteren vor unsere Augen gesellt.

Wir fahren von Wilpena über Dirt Roads nach Blinman und durchqueren über eine kurvenreiche Strecke das Gebirge, um zurück auf die Hauptroute zu kommen. Kurz vor Parachilna benutze ich die Bremse, um vor einer Kurve die Geschwindigkeit zu reduzieren. Mein Fuß drückt bis zum Bodenblech durch und der Wagen saust weiter geradeaus. Es benötigt ein paar Millisekunden, bevor ich begreife, dass wir keine Bremskraft mehr haben. Juhu. Zu unserem Glück ist die Kurve nicht sehr eng und da ich auf den kurvenreichen Dirt Roads sowieso recht vorausschauend fahre, kommen wir auch sicher um sie herum. Mit der Motorbremse kann ich die Geschwindigkeit bis ins Schritttempo drosseln, bevor wir dank der Handbremse zu stehen kommen. Schnell ist der Übeltäter gefunden: Der komplette linke vordere Bremssattel hat sich vom Auto gelöst. Die beiden Schrauben, die das Gestell für die Bremsbeläge halten, haben sich verabschiedet. Anschließend ist der Bremsschlauch abgesprungen und sämtliche Flüssigkeit ausgelaufen.

Doch wie soll es nun weiter gehen? Um keinen weiteren Schaden anzurichten, bauen wir zuerst den Bremssattel aus, der noch auf der Bremsscheibe sitzt. Anschließend fahren wir die letzten 15km bis zum Hotel in Parachilna, dem einzigen Telefon in über 50km Umfeld (Handy geht natürlich nicht). Auf dem Weg kommen wir noch an diesem lustigen Schild vorbei:

Dort dann ernüchternde Nachrichten. Bin zwar im Australischen ADAC, aber die übernehmen nur die Kosten für das Abschleppen im Umkreis von 10km. Wir brauchen aber zehn Mal soviel bis zum Mechaniker in Copley. Die $300 will ich mir sparen und so geht es zurück ins Auto. Die Strecke ist so gut wie eine gerade Linie. Links und rechts ist nur flaches Land. Tiere und Autos sehen wir hunderte von Meter entfernt. Trotzdem ein recht komisches Gefühl, so ganz ohne Bremsen zu fahren…
Die Reise geht bis Leigh Creek. Der Ort ist etwas größer als Copley und hat laut unserem Buch kostenloses Camping. Da wir den Rastplatz nicht finden und auch nicht weiter herum fahren wollen, parken wir neben einem Sportplatz. Schnell stellen wir fest, dass es dort kostenlose BBQ-Grille, geöffnete Toiletten mit warmen Duschen und Sitzgelegenheiten gibt. Jackpot :-) Wir bauen das Zelt am Rande vom Football-Platz auf und hoffen, dass der Rasen nachts nicht bewässert wird…
Tour: Wilpena - Leigh Creek
Übernachtung: Camping, Leigh Creek Sportplatz
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 21. März 2009 in Australien geschrieben.
Nachdem ich den halben Vormittag am Telefon verbrachte, war es nun endlich Zeit, in den Flinders Range Nationalpark zu fahren. Im Visitor Center bekamen wir eine Karte mit allen Wanderwegen und den benötigten Informationen (Länge, Schwierigkeitsgrad,…). Für den kompliziertesten und längsten Weg fehlte uns die Zeit und so entschieden wir uns für den Wanderweg „Mount Ohlssen Bagge Hike“ hinauf auf den Gipfel der Gebirgskette. Von hier bekamen wir einen wirklich atemberaubenden Eindruck über die Wilpena Pound.

Der Weg war zwischendurch herausfordernd, machte extrem viel Spaß und die Aussicht war gigantisch. Doch erst zurück im Visitor Center entdeckte ich eine Luftaufnahme, die mir das ganze Ausmaß der Gebirgsformation ersichtlich machte. Fast hätte ich den zweiten Helikopterflug gebucht :-) Dieser Anblick ist nun wirklich einmalig in der Welt. Das Gebirge der Wilpena Pount erstreckt sich wie ein U, die Innenseiten sind flach und bewachsen, außen herum ist der raue Felsen. Und wir stehen oben auf der Spitze.

Geschafft und glücklich ging es zurück zu dem Campingplatz von letzter Nacht und dort erstmal in den Pool, um die Muskeln wieder zu entspannen :-)

Tour: Flinders Range Nationalpark
Kategorie: Australien