Backpacking Trip

Leichardt Falls

Dieser Artikel wurde am 30. April 2009 in Australien geschrieben.

Pünktlich um 10 Uhr (das ist hier überall Check-Out Time in Australien, egal ob Camping oder Hotel) saßen wir im Auto, um erneut eine World Heritage Area zu begutachten. Diesmal waren wir auf den Spuren von 25 Millionen Jahren alten Tieren. In Riversleigh wurden eine Menge Fossile gefunden. Doch die meisten sind schon irgendwo im Museum oder der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Wir wurden mit recht unspannenden Knochenrückständen abgespeist. Naja, war trotzdem ganz interessant. Unser Tagesziel waren die Leichardt Falls, die wir gegen Nachmittag erreichten. Die Strecke war super zu fahren und wir reisten mit um die 100km/h (die Reifen pumpten wir vorher per Kompressor auf). Nur manchmal standen Kühe oder Pferde auf dem Weg oder wir mussten Flüsse durchqueren, die an den Regenwald erinnerten. An den Leichardt Falls stand dann erneut Bush Camping auf dem Programm. Was sich als absoluter Traumplatz zum Camping entpuppte.



Wer denkt, ich bin zum absoluten Natur-Freak geworden, kennt mich nicht gut genug. Nur weil ich vom Bush Camping schwärme, heißt es nicht, dass ich mir jetzt nichts Schöneres vorstellen könnte. Was für viele wahrscheinlich die absolute Katastrophe wäre: „Hilfe, keine Toiletten und kein fließend Wasser.“ ist eher darauf zurückzuführen, dass jenen komplett solch ein Erlebnis fehlt. Wo liegt denn eigentlich das Problem? Nüchtern betrachtet gibt es nämlich keins. Von einem Tag (oder zwei Tagen ) ohne Dusche ist schließlich noch keiner gestorben. Ich erfrische mich am Tag der Abreise und weiß, dass in ein oder zwei Tagen wieder eine Dusche vorhanden ist. Außerdem habe ich auch noch die Dusche auf dem Dach und wir gehen hier fast täglich schwimmen. Also null Problemo. Und Toiletten? Gibt es an jeder Tankstelle/Roadhouse. Und wenn dann mal Not am Mann ist, hat man ja noch eine Schaufel im Auto :-)



Bush Camping hat einfach den Vorteil, dass man meist ganz alleine ist und an den absolut besten Plätzen sein Zelt aufstellen kann. Schaut auf das Foto: Seht ihr die Wasserfälle im Hintergrund? So was findet sich in keinem Hilton Hotel. Nachts brennt das Feuer und man sieht die Strenschnuppen im Himmel. Dabei fühlt man sich einfach wohl.

Tour: Adels Grove – Leichardt Falls
Übernachtung: Bush Camping, Leichardt Falls

      

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Kategorie: Australien

Entspannung unter Palmen

Dieser Artikel wurde am 30. April 2009 in Australien geschrieben.

Der Adels Grove Campingplatz neben dem Boodjamulla (Lawn Hill) Nationalpark war super schön angelegt. Wir schlugen unser Zelt unter riesigen Bäumen auf und waren somit auch am Tag von der Sonne verschont. Nur Nachts vermisste ich meine Sterne, die ich sonst durch das Moskitonetz für lange Zeit beobachte. Im Hintergrund hörten wir den Wasserfall, der einen kleinen (Schwimm-) See mit Wasser füllte. Da für die Kiddies erneut die Schule auf dem Programm stand, hatten Michelle und ich Zeit für eine längere Wanderung im Nationalpark.



Der Palmengesäumte Fluss erinnerte ein wenig an den Regenwald, doch die Temperaturen waren sehr angenehm. Schwimmen war erlaubt und wir gönnten uns eine kleine Abkühlung, bevor es zurück zum Auto ging. Anschließend stand dann erstmal ein Relaxprogramm auf dem Plan. Der Campingplatz hatte eine Bar mit großer Veranda, die wir ausgiebig nutzen. Die Kinder machten Hausaufgaben und die Erwachsenen saßen am Computer um ihren Blog zu schreiben. Anschließend gönnte ich mir 30 Minuten (extrem teures) Internet, um alles für euch online zu stellen.



Daraufhin bestiegen wir einen nahe gelegenen Hügel und schauten uns einen super schönen Sonnenuntergang an. Vor uns lagen hellgrüne Wiesen, die unserem Weg den Namen Savannah Way gaben. Laut Aussage der Holländer, erinnert das ganze schon ein wenig an Afrika. Wer genau hinschaut, sieht sogar die Tiere am Wasserloch. (Ok, das Foto ist bei einer anderen Uhrzeit entstanden.)

      

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Kategorie: Australien

Boodjamulla Nationalpark

Dieser Artikel wurde am 29. April 2009 in Australien geschrieben.

Die Besitzer von Hells Gate erlauben mir, einen Ölwechsel zu machen. Sie benötigen das Altöl nämlich für ihre Kühe! Gemischt mit Moskitospray wird es in Bettlaken getaucht und zwischen Bäume gespannt. Die Kühe laufen darunter her und streifen sich das Öl über den Rücken. Mit frischem Öl und Filter geht es weiter ins Abenteuer. Wir verlassen den Savannah Way für einen Abstecher in den Boodjamulla (Lawn Hill) Nationalpark. Natürlich wählen wir den extremsten Weg über das Kingfisher Camp. Hier werden uns die Besitzer den Weg durch zwei Flüsse erklären. Ohne deren Hilfe sind wir nämlich aufgeschmissen. Der Boden der Flüsse ist sehr schlammig und man bleibt mitten drin stecken :-) Der Weg zum Camp ist super spannend. Wir fahren recht langsam, denn ab uns zu ist der Feldweg so zugewuchert, dass wir uns nicht sicher sind, wo es denn nun weiter geht. Dann haben wir wieder offene Felder, mit hunderten Kühen auf der Straße.



Alle paar Kilometer müssen wir erneut Flüsse und Bäche durchqueren. Einmal steht mir das Wasser fast bis zu den Scheiben und mir wird dabei schon etwas übel. Bitte jetzt nicht stecken bleiben :-) Solange man sich vorwärts bewegt, wird das Wasser zur Seite gedrückt. Bleibt man stehen, weiß ich nicht, wie lange zwanzig Jahre alte Türdichtungen halten. Leider war ich bei diesem River Crossing zu aufgeregt und habe blöder Weise meine Kamera nicht an. Somit müsst ihr euch das jetzt mal in Gedanken ausmalen.

Tour: Hells Gate – Boodjamulla (Lawn Hill) Nationalpark
Übernachtung: Camping, Adels Grove

      

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Kategorie: Australien

Hells Gate

Dieser Artikel wurde am 28. April 2009 in Australien geschrieben.

Pünktlich um sechs Uhr wurde ich aus dem Bett (Zelt) geschmissen. Zwar stehen wir immer so gegen sieben Uhr auf, doch so früh war das dann schon länger nicht mehr. Martjin und ich wollten so früh am Morgen erneut unsere Fischkünste testen. Am Fluss trafen wir einen Australier, der nur wenige Minuten später einen Hai (!!!) aus dem Wasser zog. Nach einem längeren Kampf landete der Hai anschließend wieder im Fluss. Das war auch das einzige Erfolgserlebnis, für den Mann sowie für uns. Ohne Fisch ging es zurück zum Frühstückstisch.



Gegen Mittag verließen wir das Dorf und hatten 330km vor uns, bevor wir erneut die Zelte aufschlagen konnten. Wie schon die Tage zuvor, war die Straße super zu befahren. Damit meine ich jetzt nicht, dass das ganze wie Asphalt war, ganz im Gegenteil. Aber es machte eine menge Spaß. Nur zwischendurch waren die Bodenwellen so extrem, dass wir etwas vom Gas gehen mussten. Für die Holländer ist die Fahrt etwas komplizierter, denn sie fahren hinter mir (und meiner riesigen Staubwolke) her. Mit einem gewissen Abstand geht das aber problemlos. Dafür bekommen sie von mir einen Zustandsbericht des Weges über das CB-Radio. Ich melde Schlaglöcher und Stellen wo überall tiefe Spurrillen sind. Genau hier liegt auch die Gefahr dieser Reise. Größtenteils fahren wir mit um die 80km/h, was auch überhaupt kein Problem darstellt.



Doch hinter jeder Kurve oder hinter jedem Hügel kann etwas unerwartetes kommen. Nicht nur einmal haben wir nach über hundert Kilometern plötzlich ein riesiges Loch in der Straße. Oft sind Warnschilder aufgestellt, doch ab und zu fehlen diese. Fährt man in solch ein Wash Out hinein, kann es einem die ganze Achse unter dem Auto weg reißen. In anderen Worten: Man muss die ganze Zeit mit höchster Konzentration fahren, denn nur ein paar Sekunden ohne Aufmerksamkeit und schon ist es zu spät. Wash Outs oder tiefe Spurrillen, wie auf den beiden Bildern, liegen oft ganz unerwartet an Stellen, wo man überhaupt nicht damit rechnet. Also Augen auf!



Unser Tagesziel trägt den einladenden Namen „Hells Gate“. Wir sind zurück im Bundesstaat Queensland und das Hells Gate Roadhouse war einst die letzte Polizeistation vor dem wilden und gesetzlosen Outback.

Tour: Borroloola – Hells Gate
Übernachtung: Hells Gate Roadhouse

      

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Kategorie: Australien

Lost City

Dieser Artikel wurde am 28. April 2009 in Australien geschrieben.

Weiter ging es Richtung Borroloola. Uns standen erneut einige River Crossings bevor. Jedes Mal fängt das Herz erneut an wild zu schlagen. Geht alles gut? Zu unserem Glück bleiben wir nicht stecken und müssen keinen Rettungsversuch im Krokodilwasser einleiten. Die Strecke ist super schön zu fahren. Die Natur wechselt stetig ihr Erscheinungsbild. Neben Sumpfgebieten haben wir immer öfter große Wiesen mit Blumen und Bäumen neben uns. Zur Abwechslung darf auch der ein oder andere steinige Hügel nicht fehlen. Die Savannah Way zeigt sich von seiner schönsten Seite. In wenigen Wochen wird hier vieles ausgetrocknet sein und weder die River Crossings, noch die Natur sind so spannend wie zu dieser Zeit. Der Savannah Way ist übrigens nicht mehr als ein besserer Feldweg, den wir so mit um die 80km/h bereisen. Hier sind wir erneut im echten Outback!



Auf dem Weg machen wir einen Stopp in der Lost City. Ja, ja, ich weiß, alles mögliche wird hier in Australien so genannt. Doch zurecht, nach einer zweistündigen Wanderung kommen wir uns erneut vor, wie Indiana Jones auf seinen Abenteuern. Auf dem Bild mag es wirken, wie eine Felswand, doch es handelt sich alles um einzelne große Fels-Säulen.



Gegen Nachmittag erreichen wir schließlich Borroloola. Laut Lonely Planet leben hier 700 Menschen. Wir hoffen auf Mobile Connection, doch werden enttäuscht. Liegt wohl daran, dass es sich fast nur um Aboriginals handelt. Im Shop wollen wir uns mit Lebensmittel eindecken, doch wir warten über eine halbe Stunde in der Schlange. Ab fünf Uhr Nachmittags darf in diesem Dorf Alkohol verkauft werden und nun stehen 700 Leute Schlange, den heute war Zahltag. So was habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen!

Tour: Limmen Nationalpark – Borroloola
Übernachtung: Camping, Caravanpark Borroloola

      

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Kategorie: Australien

Savannah Way

Dieser Artikel wurde am 27. April 2009 in Australien geschrieben.

Dank 4WD-Magazinen, Lonely Planet, Touristeninformationen, 4WD-Büchern und sonstigem Kartenmaterial, sind wir bestens informiert, was es denn so zu sehen und zu entdecken gibt. Der Savannah Way führt uns Richtung Borroloola, doch wir werden eine Übernachtung in den Butterfly Springs machen. Erneut fahren die beiden Mädels abwechselnd bei mir mit. Es ist einfach erstaunlich, dass ein neun Jahre altes Mädchen besser die Karte lesen kann, als meine Ex-Mitfahrerin Keyfiye im Alter von Vierzig. Auch das Auffassungsvermögen ist interessant zu beobachten. Ich erklärte Meike, wie man die 4WD-Karte lesen und deuten muss und wenige Minuten später hatte ich einen super Navigator an meiner Seite. Den gleichen Prozess habe ich mit Keyfiye nach fünf Tagen verzweifelt aufgegeben :-)



Auf dem Weg haben wir alle paar Kilometer Flüsse und Bäche zu durchqueren. Wir hoffen sehr, dass wir nicht stecken bleiben, schließlich können überall diese großen fleischfressenden Tiere im Wasser liegen und nur auf uns warten. Oft ist das Wasser nur 30-40 Zentimeter tief, doch manchmal kommt es über die Motorhaube geschwappt. Normalerweise soll man jeden River Crossing erst zu Fuß durchqueren, um zu sehen wir tief er ist und den Untergrund zu erkunden. Doch darauf verzichten wir bei den Kroks gerne :-)

Der Campground in den Butterfly Springs ist purer Luxus für uns – es gibt sogar ein (long drop) Toilette, Picknick-Tisch und einen kleinen See mit Wasserfall, in dem es keine Kroks gibt – juhu! Außerdem sind wir erneut alleine (jedenfalls fast, dazu später mehr). Während die Mädels die Schulbank drücken, machen Martjin und ich uns auf, seine Angel zu testen. Zuvor geht es zum Ranger, schließlich wollen wir nicht nur wissen, wo es Fisch gibt sondern auch, wie man nicht vom Krokodil gegessen wird :-) Mit genügend Infos und kaltem Bier geht es dann zum River Crossing, wo wir unser Glück versuchen. Das Gebiet ist berühmt für die großen Barramundis, doch wir sind recht erfolglos. Ein Köder blieb an einem Stein hängen und riss, der andere hing im Baum über dem Wasser :-)



Nach dem Abendbrot hörten wir plötzlich ein komisches Geräusch. Zuerst dachten wir an ein Echo von den Felsen, doch irgendwie passte das nicht. Da wir alleine waren, konnte es also nur der Wind sein, dessen waren wir uns recht schnell klar. Oder doch Außerirdische, scherze ich. Irgendwer erkannte plötzlich zwei Lichter in der Ferne. Doch wir sind mitten im Nichts, über 200km vom nächsten Dorf entfernt. Immer noch hören wir diese seltsamen Töne und nun auch noch die beiden Lichter. Was kann das nur sein? Gemeinsam machen wir uns auf den Weg, die Außerirdischen zu begrüßen. Werden wir den Campingplatz je wiedersehen? Zwischen den Bäumen erkannten wir plötzlich, dass sich das Licht bewegte. Kommt es etwa näher? Je weiter wir in die Richtung des Lichtes gingen, desto lauter wurden diese komischen Geräusche. Solche Töne haben wir noch nie zuvor gehört. Was erwartet uns nur? Es dauerte noch etwas, bis wir erkannten, dass es sich bei dem Licht um ein Feuer handelt. Doch wer macht mitten in den Felsen zwei Feuer und dazu seltsame Geräusche? Das können nur Aboriginals sein, die irgendeine Zeremonie durchführen. Da wir diese nicht stören wollen, verschwinden wir zurück zu den Zelten. Das war ein aufregendes Erlebnis! Mit den Tönen der Aboriginals fallen wir später in den Schlaf.

Tour: Im Limmen Nationalpark
Übernachtung: Camping, Butterfly Springs

      

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Kategorie: Australien

Bush camping

Dieser Artikel wurde am 27. April 2009 in Australien geschrieben.

Nachdem ich vier Stunden gelangweilt im Office gesessen habe (durfte nicht in die Werkstadt), kam die Erlösung: Der Wagen ist startklar! Dadurch, dass ich von den Jungs im 4WD-Forum geschult wurde, wusste ich genau, was ich wollte und somit blieb dem Mechaniker wenig Spielraum, mir mehr aufzudrücken. OK, der Job hat eine Stunde länger gedauert als vereinbart, aber angeblich war da ein Problem. Ist auch ein zwanzig Jahre altes Auto, kann also sein. Egal, habe über $1.000 gespart.

Die 4M’s (wer löst das Rätsel?) sind schon in Mataranka, 90 Minuten südlich von Katherine. Leider ist es schon dunkel und ich habe eine Nachtfahrt vor mir. Solange kein Auto auf der Straße ist, macht es Spaß, doch bei jedem Gegenverkehr fährt man fast blind. Immer mit der Hoffnung, dass da ja kein Camel im Weg steht :-)

Tour: Katherine – Mataranka
Übernachtung: Camping, 12 Mile Yards Campground

Am nächsten Morgen haben wir nur sechs Kilometer vor uns, bevor wir den Highway verlassen und endlich wieder auf Dirt-Roads reisen. Doch an der Kreuzung kam umgehend die Enttäuschung: Der Savannah Way ist geschlossen. Daraufhin gibt es einen Cappuccino-Stopp in einem Hotel, wo wir über die Handyverbindung ins Internet gehen, um einen tagesaktuellen Zustandsreport der Straßen des Savannah Ways zu bekommen. Auf der offiziellen Website steht für den zweiten Teil der Strecke: high clearance 4WD – extrem caution. Hört sich doch super an! Wir rufen die Polizei in Borroloola, um für den offiziell geschlossenen ersten Teil einen Zustandsbericht zu bekommen. Die sagen uns, dass in den letzten Tagen zwei oder drei Geländewagen den Savannah Way gefahren sind. Es benötigte keinerlei Diskussion. Uns war allen klar, wir werden das Abenteuer wagen :-)



Über meine geliebten Dirt Roads geht es nach Roper Bar, doch der Campground sagt uns gar nicht zu. Wir füllen meine Solar-Dusche auf dem Dach mit Wasser und machen uns auf den Weg in den Limmen Nationalpark, wo sich ein schöner Platz direkt am See findet. Doch es heißt Bushcamping, was bedeutet: Kein Fernsehen, keine Disco, kein McDonalds, kein fließend Wasser, ja nicht mal eine Toilette. Oder andere herum ausgedrückt: Nichts als pure Natur! Wären diese blöden Moskitos nicht immer um uns herum, wäre dieser Platz wirklich traumhaft. OK, zweites Problem: Krokodile im Wasser. Also halten wir etwas Abstand mit den Zelten, schließlich wollen wir ja keinen grünen Besuch in der Nacht :-)



Schnell brennt das Lagerfeuer, wir backen Brot, trinken Bier, kochen Essen und genießen das atemberaubende Sternenbild über uns. Ab und zu fliegt eine Sternschnuppe an uns vorbei und wir diskutieren fleißig über Reisen, 4WD und Außerirdische :-) Das Gefühl, so ganz alleine in der Natur, umgeben nur von Millionen Sternen ist einfach unbeschreiblich!

Tour: Mataranka – Roper Bar – Limmen Nationalpark
Übernachtung: Camping, St Vidgeon Ruins

      

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Kategorie: Australien

Fass ohne Boden

Dieser Artikel wurde am 21. April 2009 in Australien geschrieben.

Heute morgen habe ich eine neue Hiobsbotschaft erhalten: Angeblich ist mein hinteres Diff total kaputt und muss erneuert werden. Kostenpunkt: $1200 für ein gebrauchtes Diff (natürlich ohne Garantie, dass ich damit irgendwo ankomme) oder $4000 für ein Neues plus $800 Arbeitslohn. Als ich das hörte, wurde mir doch etwas schlecht und die Laune war im Keller.

Der Mechaniker machte richtig Druck auf mich. Von wegen, das fliegt mir alles um die Ohren und ich müsste das sofort ersetzen. Irgendwie war mir das bei dem Preis aber auch egal. Es ging zurück in die Stadt und ins Internet. Dort heulte ich mich erstmal in meinem 4WD-Forum aus und fragte, was die Jungs denn zu den Preisen sagen. Und die lachten sich fast tod. Für ein gebrauchtes Diff würde ich in einer größeren Stadt so um die $400 zahlen. Einbau $300. Nur blöd, dass ich nicht in einer großen Stadt bin. Ich bin hier zu jedem Mechaniker gegangen und keiner hatte Zeit oder wusste wie es geht. Somit ist nix mit der $700 (plus Outback-Zuschlag) Reparatur.

Doch schnell kamen neue Nachrichten im Forum: Ich bräuchte gar kein neues Diff, sondern nur ein paar Innereien davon (halt das was kaputt ist), deutlich billiger und trotzdem ausreichend. Eventuell reicht es sogar aus, das Diff zu öffnen und eine bestimmte Mutter nachzuziehen. Falls es dann in der Mitte vom Outback kaputt geht, haben die Jungs auch eine Lösung: Mein vorderes und hinteres Diff sind identisch. Geht das hintere kaputt, kann ich immer noch das fordere Diff nach hinten setzten und mit Heckantrieb weiterfahren. Doch bin ich in der Lage mit Martjin zusammen ein Diff zu wechseln? Ich möchte es nicht probieren, irgendwo im Sand zu liegen und mit Öl-verschmierten Teilen zu arbeiten. Es ist jedenfalls ein verdammt komplizierter Job. (Auch wenn die Jungs im Forum das mal gerade in drei Stunden auf einem Supermarktparkplatz machen.) Zu blöd, dass keiner der Leute in dieser Stadt wohnt.

Also was machen? Riskieren irgendwo im Outback liegen zu bleiben? Im schlimmsten Fall blockiert ein kaputtes Diff die Hinterräder, also muss ich die Antriebsachse, die Kardanwelle und das Diff ausbauen. Hallo? Bin doch kein Mechaniker und mir ist das ganze zu risikoreich. Mit sehr viel theoretischem Wissen fahre ich zur letzten möglichen Werkstadt in Katherine (die gestern schon zu hatte). Dort erkläre ich mein Problem und der Typ scheint recht nett. Immerhin will er mir schon mal kein neues Diff andrehen, sondern will das alte öffnen und die Fehlerquelle suchen. Gleich geht es los: Drückt mir die Daumen, dass das ganze nicht zu teuer wird und ich bald wieder auf der Straße Richtung Cairns bin!

      

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Kategorie: Australien

22km Marsch in praller Sonne

Dieser Artikel wurde am 19. April 2009 in Australien geschrieben.

Die Nacht verbrachte ich im Nitmiluk Nationalpark, 30km außerhalb von Katherine. Endlich waren die Temperaturen wieder halbwegs erträglich. Zwar habe ich nur im T-Shirt und unter dem Moskitonetz geschlafen, aber wenigstens war es nicht mehr so schwül. Wie fast alle Campingplätze verfügt auch dieser über einen Pool. Oft sind diese jedoch recht klein, doch hier haben die mal ein richtiges Erholungsparadies aus dem Boden gestampft.



Für den Tag war natürlich die Sonne und Temperaturen deutlich über 30 Grad gemeldet. Was macht man da am Besten? Schwimmen! Das könnte man jetzt ja im schönen Pool machen, aber das wäre ja zu langweilig. Also ab ins Visitor Center und mal erkundigen, welche Wanderungen lohnenswert sind. Schauen wir mal auf die Schwierigkeitsgrade: Easy, easy, medium,…. aha, hier wird es spannend: Difficult. Wie so gerne suche ich mir den schwierigsten Weg aus, ganz einfach, weil es dort das schönste Ziel gibt. Mit 22,3km habe ich mir bei dem Wetter aber ganz schön was vorgenommen.



Der Weg war zu Beginn eher einfach und langweilig, doch die letzten Kilometer hatten es in sich. Da kamen dann auch des öfteren mal die Hände zum Einsatz, genau wie ich es mag :-) Der Ausblick über das Katherine Gorge System war absolut beeindruckend. Von hier oben wirkte das ganze ziemlich spektakulär. Doch ich musste diese Felsen nun noch herunter klettern, bevor ich an meinem Ziel, dem Lily Ponds ankam.



Dort gab es dann ein wenig Ernüchterung, als ich plötzlich lauter Stimmen hörte. Da haben die doch echt über den River eine Ladung Familien und alte Leute zu meinem Tagesziel gebracht. Hallo? Geht’s noch? Doch auch das hat eine gute Seite: Alle Kinder schwimmen munter im Wasser = keine Kroks :-) Zehn Minuten warten und schon legte das Boot wieder ab, somit hatte ich den Wasserfall für mich ganz alleine. Ist ein super Gefühl, dort drunter zu stehen!



Insgesamt dauerte die Tageswanderung mit langer Schwimmpause um die sieben Stunden. Natürlich hatte ich genügend zu trinken und essen dabei. Doch trotzdem fühlt man sich schon nach einer Stunde ziemlich im Arsch. Genau das ist der Moment, wo es für mich erst interessant wird. Wenn der ganze Körper schweißgebadet ist und man eigentlich nur noch im Schatten Pause machen möchte, lernt man erst richtig kennen, was der Körper so leisten kann. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Kraftreserven man hat. Das Wetter und der teils recht komplizierte Track fordern nicht nur Kraft sondern auch eine hohe Konzentration, schließlich möchte man ja nicht unbedingt irgendwo einen großen Stein oder einen Abgrund übersehen. Stolz und geschafft erreiche ich Nachmittags mein Auto, wo ein eiskalter Drink auf mich wartet!

Tour: Nitmiluk Nationalpark
Übernachtung 1: Camping, Nitmiluk Nationalpark (erste Sahne!)
Übernachtung 2: Palm Court Kookaburra Backpacker

      

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Kategorie: Australien

Kakadu Nationalpark

Dieser Artikel wurde am 18. April 2009 in Australien geschrieben.

Nach drei Tagen im Kakadu Nationalpark bin ich nun wieder unter den Lebenden, also dort, wo man Handyempfang und Internet hat :-) Hat mir der Kakadu Nationalpark gefallen? Immerhin ist es ein Stück Weltkulturerbe. Ja und nein. Ich bin nicht so der Naturfreak, der vor Freude an die Decke geht, wenn er lauter seltene Pflanzen und Bäume sieht. Außerdem waren die schönsten Stellen des Parks, wie die Jim Jim Falls, noch gesperrt. Eigentlich waren alle 4WD-Tracks noch geschlossen. Doch wie überall, führen gerade diese Strecken zu den wirklichen Highlights!



Zuerst ging es für mich nach Ubirr, wo ich mir Aboriginal Kunst anschaute, die bis zu 20.000 Jahre alt ist. Das war schon ganz beeindruckend. Nicht, dass das jetzt unbedingt als besonders schön oder anspruchsvoll zu bezeichnen wäre. Aber zwanzigtausend Jahre ist schon eine verdammt lange Zeit. Wann lebten eigentlich die ersten Menschen in Deutschland? Neben den Malereien gab es auch eine schöne Aussicht über die Sumpfgebiete des Parks.



Der East Alligator River unterteilt den Kakadu Nationalpark vom Arnhem Land. Ich komme mit einem Australier ins Gespräch, der mir einiges über das Gebiet auf der anderen Seite des Flusses erzählt. Zwar habe ich keine Erlaubnis, auf der anderen Seite zu reisen, aber ich lasse es mir nicht nehmen, den recht tiefen Fluss am Cahills Crossing zu durchqueren :-) Anschließend reise ich weiter zu den nächsten geöffneten Highlights des Parks. Insgesamt fahre ich 700km im Kakadu Nationalpark plus jeweils 150km um den Park zu erreichen und wieder zur nächsten Stadt zu kommen. Nur das ihr mal eine Idee habt, wie riesig das ganze hier ist! Am Bardedjilidja (Bar-ded-jill-id-gee, überall sind hier lustige Namen) mache ich eine Wanderung und fühle mich ein wenig wie Indiana Jones auf der Suche nach der verlorene Stadt!



Das Wandern fällt mir schwer. Es ist so mega schwül und heiß. Schlimmer als in Thailand. Warum tue ich mir das nur an? Überall sind kurze Tracks und des öfteren werde ich vom Ausblick, dem Ziel, dem Weg an sich oder gleich von allem zusammen enttäuscht. Da fragt man sich schon, warum man nicht im Auto mit Klimaanlage sitzen bleibt :-) Für die Nacht miete ich einen Raum in einem Luxus Resort. Naja, die haben halt auch günstige Räume für Backpacker, wo nur Betten und eine Klimaanlage drin ist. Endlich kann ich eine Nacht wieder schlafen.



Am nächsten Tag mache ich noch ein paar weniger spannende Wanderungen bevor ich schon fast aufgebe. Bisher bin ich recht enttäuscht vom ganzen Kakadu Nationalpark. Im Lichtfield, dem kleinen Bruder, hatte ich deutlich mehr attraktive Naturschauspiele gesehen. Doch am Ende des Parks wurde ich noch einmal für das Warten belohnt. Ich erreiche die Gunlom Falls (Bild oben). Nach einer Wanderung erreicht man die oberen Rock Pools. Und diese sind einfach der Wahnsinn! So cool war ich noch nie schwimmen. Über kleine Wasserfälle sind mehrere Pools miteinander verbunden, bevor es dann hundert Meter in die Tiefe geht.



Bei den Temperaturen gibt es auch nichts schöneres, als einfach nur im Wasser zu liegen. Wo ist das kalte Bier? :-)



Die dritte Nacht verbringe ich erneut in einem Raum mit Klima für nur $17. (Erinnert ihr euch an die $30 für den Campingplatz?) Zwar sind noch fünf Betten in meinem Raum, doch niemand kommt und ich habe das ganze Zimmer für mich. Juhu! Nebenan schlafen übrigens Serena und Tilman, die ich gestern zufällig bei den Wasserfällen getroffen habe. Sie hatten die erste Nacht im Kakadu ein ähnliches Erlebnis wie ich und haben keine Minute geschlafen. Tilman hat sich sogar nachts aufs Autodach gelegt, um ein wenig Abkühlung zu bekommen. So sieht auch sein Körper aus: Zerstochen bis zum geht-nicht-mehr :-)



In der Wet-Season gibt es übrigens viele kleine Brände im Nationalpark. Das ist einfach Teil der Natur und ist irgendwie wichtig für Flora und Fauna. Somit sehe ich an vielen Ecken kleine Brände. Am folgenden Morgen mache ich mich auf zum Yurmikmik, wo angeblich schöne Wanderungen sind. Aber erneut wurde ich enttäuscht. Nach nur zwei Stunden kehre ich um und verlasse den Nationalpark Richtung Katherine. Hier werde ich auf meine holländische Familie warten. Wie es aussieht, reise ich alleine in meinem Auto. Niemand möchte mit mir nach Cairns fahren :-( Zu blöd, denn neben der Kostenersparnis, ist es auch deutlich interessanter zu Zweit. Eben war ich tanken und habe entdeckt, dass mein hinteres Diff erneut Öl verliert. Könnte kotzen!

Tour: Im Kakadu Nationalpark
Übernachtung 1: Gagudju Cooinda Lodge
Übernachtung 2: Wirnwirnmila Mary River Roadhouse

      

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