Backpacking Trip

Chili Beach

Dieser Artikel wurde am 18. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nach dem Frühstück beginnt erneut der Regen. Zum Glück schaffen wir es noch, die Zelte im trockenen ins Auto zu befördern. Die Reise geht weiter und die Straße ist in einem besseren Zustand. Somit kommen wir die ersten 100km recht gut voran. Trotz des Wetters haben wir uns für einen Seitentrip zum Chili Beach entschieden. Doch entgegen unserer Erwartungen dauerte die Fahrt deutlich länger. Der Weg war sehr hügelig und oft waren Ansammlungen von Wasser im Tal. Diese sorgten wiederum für Auswaschungen und somit waren viele Löcher in den Straßen. Dazu kam, dass wir von links nach rechts rutschten. Trotz Allrad fuhren wir wie auf Eis. Das ganze Profil war voll mit Schlamm, der so klebrig war wie Lehm. Dadurch hatten die Reifen kein Profil mehr und wir rutschten nur so über den Track. Es hieß, immer schön mit hoher Drehzahl und am Gas bleiben. Würden wir anhalten, ist die Chance sehr groß, dass wir damit stecken bleiben.



Einerseits macht die Fahrt eine Menge Spaß. Auf gerader Strecke kann man gezielt der Wagen zum Ausbrechen bringen und rutscht dann quer über die Straße, doch in vielen Kurven und Hügeln wird das ganze oft recht gefährlich. Zwar nicht für uns (als Person), da wir relativ langsam fahren, doch für die Autos. Ein Dreher und schon sitzt der Wagen vor dem Baum. Somit heißt es in einer Tour höchste Konzentration aufzubringen. Die 140km dauern aus diesem Grund ganze vier Stunden. Als wir Chili Beach endlich erreichen, bin ich komplett geschafft.



Es ist stürmisch und nass (zum Glück kommt am nächsten Tag die Sonne durch). Aus diesem Grund verzichten wir auf das Campen diret am Strand und verziehen und hinter die Büsche. Neben meinem Auto führt ein fünfzig Meter weiter Weg zum palmengesäumten Sandstrand vom Chili Beach. Hier werden wir für zwei Nächte bleiben und von den Strapazen der letzten Tage erholen.



Leider ist erneut das Schwimmen untersagt. Doch bei den Temperaturen möchte man nur ins Wasser springen. Da wir noch immer im tropischen Klima sind und der Wald dem Regenwald ähnelt, werden wir gegen Abend von Moskitos heimgesucht. So schlimm wie bisher war es noch nie. Zum ersten Mal wagt sich solch ein Vieh sogar in mein Gesicht. Grrrrr….

Tour: Bramwell Junction – Chili Beach
Übernachtung: Camping, Chili Beach

      

Kommentare (1)

Kategorie: Australien

Und wieder im Schlamm

Dieser Artikel wurde am 17. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Mein Slave-Zylinder von meiner Kupplung verliert Flüssigkeit und muss ersetzt werden. Außerdem funktionieren meine hinteren Bremsen nicht mehr. Die hinteren Trommelbremsen mögen einfach keine River Crossings. Sie füllen sich mit Wasser, in dem Schlamm und Sand ist, dieses nutzt die inneren Bremsbeläge sehr schnell ab. In der Werkstadt werde ich etwas verarscht. Ich gebe in Auftrag, die Bremsen zu justieren (was einige Minuten dauert), doch sie nehmen die Räder ab und öffnen die Bremsen, um alles zu reinigen. Wäre angeblich notwendig. 100Km später ist alles wieder wie vorher und ich fahre ohne Bremskraft an den hinteren Rädern. Super. Geld aus dem Fenster geschmissen :-( Hier noch ein Bild vom Cape York Adventure:



Gegen Mittag verlassen wir die Spitze von Cape York und machen uns auf den Weg zurück in die Zivilisation. Doch zuvor stehen noch ein paar spannende Kilometer vor uns und dem Asphalt-Highway. Wir nehmen dieses Mal den langweiligeren Bypass anstelle des Old Telegraph Tracks. Doch dank einigem Regen in den letzten Tagen, ist der Weg sehr schlammig und des öfteren geraten beide Wagen ins Rutschen. Neben dem Schlamm stehen auch viele Strecken komplett unter Wasser. Besonders problematisch, da man nicht sehen kann, was sich unter dem Wasser befindet.



Ich bin noch mit Heckantrieb unterwegs und so macht sich mein „Hinterteil“ des öfteren mal selbstständig :-) Irgendwo auf halben Weg schaffe ich es, mich fest zu fahren. Nun heißt es aussteigen, um den Wagen in 4WD zu schalten (Dazu muss ich auf beiden Seiten an den vorderen Rädern einen „Schalter“ umdrehen).



Dabei stehe ich fast knietief im Schlamm (siehe rechtes Vorderrad). Lecker :-) Doch mein Wagen steckt bis zu den Achsen in der Matsche und so muss mich Martijn kurz heraus ziehen, da auch im Allrad alle Räder durchdrehen.

Tour: Seisia – Bramwell Junction
Übernachtung: Camping, Bramwell Junction

      

Hinterlasse einen Kommentar

Kategorie: Australien

Somerset / Cape York

Dieser Artikel wurde am 14. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Bevor die Tour zum Cape startete, warnte der Wetterbericht: Sieben Tage Regen. Doch zu unserem Glück regnet es kaum, dafür ist es oft bewölkt. Nur manchmal gibt es kurze Schauer, die aber nicht lange anhalten. Verzweifelt versuche ich eine Internetverbindung aufzutreiben. Die Bücherei hat zwar offiziell geöffnet (und angeblich Internet), doch niemand ist da. Das nervt gewaltig, denn die nächste Woche habe ich definitiv keine Internetverbindung. Also jetzt oder nie. Doch ich blieb erfolglos. (Wie ihr ja jetzt seht, hat es am folgenden Tag doch funktioniert.)



Gegen Nachmittag machten wir uns erneut auf in den Norden. Kurz vor dem Tip ging es dann nach rechts zu den dortigen Stränden (Somerset). Zwar darf man nicht schwimmen, aber dafür kann man mit den Autos entspannt den Strand befahren. Einige Strände sind über 4WD-Tracks miteinander verbunden. Der Weg ist einsame Spitze. Damit hätte ich nie gerechnet. Neben den Fahrten auf dem Strand (und durchs Meer) geht es durch Schlamm, trockenen (und tiefen) Sand, über Felsen und steile Abhänge hinauf und hinunter. Zwar brauchen wir deutlich länger als erwartet, doch es macht super viel Spaß. Der Weg ist so selten befahren, dass viele Äste über den Track hängen und wir recht vorsichtig vorwärts fahren müssen.



An einer Düne fahre ich mich kurz fest, doch schaffe es schließlich aus eigener Kraft, den Weg hinauf zu gelangen. Die Holländer muss ich daraufhin retten, da sie komplett fest stecken. Das ist immer wieder ein Abenteuer. Der restliche Weg ist oft sehr kompliziert, Viele Stellen sind nur mit viel Vorsicht zu befahren. Schlimmer als irgendwo stecken zu bleiben ist nämlich, den Wagen auf die Seite zu legen. Doch alles geht gut. Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir zurück am Zeltplatz an.



Im Hintergrund sehen wir die Inseln und im leichten Regen genießen wir bei einem eiskalten Bier die letzten Strahlen der Sonne.

      

Hinterlasse einen Kommentar

Kategorie: Australien

Cape York - The Tip of the Top

Dieser Artikel wurde am 14. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Drei mal dürft ihr raten, was heute auf der Tagesordnung stand? Richtig, der Weg zum Tip. Der Name klingt aus meiner Sicht ziemlich bescheuert, aber irgendwer hat halt beschlossen, den nördlichsten Punkt von Australien Tip zu nennen. Ich erwartete eine einfach zu befahrene Dirt-Road, doch wurde positiv überrascht. Das ganze fing schon mit der Abkürzung an, die wir nahmen. Überall war Wasser auf der Straße, eine Menge Schlamm und so rutschten wir von rechts nach links. Die Autos haben komplett ihre weiße Farbe verloren und selbst mein Dach ist voll mit Dreck, doch Barbie ist noch immer am Lächeln :-)



Ziemlich nervig ist, dass es hier kein einziges Verkehrsschild gibt. Hätten wir nicht ein GPS, wäre der Weg durch Cape York mehr ein Rätsel raten.



Wir parken den Wagen und klettern die letzten Meter über Stock und Stein, ehe wir endlich am ersehnten Punkt ankommen. Was für eine Tour, nur um hier zu stehen! Obwohl in unserem Fall zählt nur der olympische Gedanke: Der Weg ist das Ziel. Dank einem Tipp probieren wir erneut unsere Fischkünste und fangen innerhalb von drei Minuten einen fetten Fisch. Blöd nur, dass Martijn den Fisch zwar bis ans nahe Ufer bekommt, doch dann die Leine reißt. Somit wandern wir ohne das Abendbrot am Strand zurück zu den Autos.

      

Hinterlasse einen Kommentar

Kategorie: Australien

Loyalty Beach / Cape York

Dieser Artikel wurde am 13. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Mit ein wenig Schlafdefizit wurde ich dann am nächsten Morgen von den Mädels pünktlich um sieben Uhr geweckt. Zwei Stunden später waren wir startklar und weiter ging es über den Old Telegraph Track. Schon wenige Meter hinter dem Campingplatz stand das nächste komplizierte River Crossing an. Zum Glück war das Wasser klar, steinig und schnell. Das mögen die Krokodile nicht und so kann man dort „bedenkenlos“ hindurchgehen. Normalerweise fuhr ich immer zuerst, da mein Wagen einfacher durch den Track kommt. Dadurch konnte ich den Weg testen und anschließend Tipps und Hinweise über das CB-Radio an die Holländer weitergeben. Doch hier schickte ich sie zuerst (über den „einfachen“ Weg), da ich erneut Potential für mich und die Seilwinde sah :-) Mit zwei Leuten im Wasser rangierten wir die Autos um die tiefen Löcher. Als Martijn oben stand, probierte ich erneut einen der älteren und eigentlich mittlerweile unmöglichen Wege. Doch wie nicht anders zu erwarten, blieb ich stecken :-) Problem war erneut, dass zwei Räder durchdrehten. Mir fehlten einfach die Diff-Sperren. Zu schade, aber die Air-Locker (Sperren) kosten auch einige tausend Dollar. Zum Glück kann ich mich selber im Rückwertsgang wieder befreien.

Nun fährt Martijn vor und ich kann erkennen, wie viel er (und ich wohl auch) in den letzten Tagen gelernt haben. Stellen, die er am ersten Tag noch zu Fuß abgelaufen ist und daraufhin lange mit mir durch diskutiert hat, nimmt er nun problemlos in Angriff. Wir kommen dadurch deutlich schneller voran. Auf dem Weg liegen weitere Flussdurchfahrten, mal mit sandigen, mal mit steinigen Untergrund. Doch nichts ist mehr so extrem wie am ersten Tag. Zum Glück! Die Wagen sind bis zum Dach voll mit Schlamm und wir genießen jeden Meter durch den Dschungel. Draußen ist es sehr schwül und wir freuen uns über die kalte Luft aus der Klimaanlage. Der Jardin River ist zu dieser Jahreszeit (und auch sonst), nicht zu durchfahren. Am Rand stehen Autowracks, denn wer hier seinen Wagen versenkt, hat Pech gehabt. Da ist keine Möglichkeit für einen Abschleppwagen. Zwar kann man mit guten Setup den River durchqueren, doch es ist ein hohes Risiko. Zu viele Krokodile (also kann man nicht vorher durchgehen), sehr tief und relativ schnell. Letzteres trägt dazu bei, das der Wagen zur Seite geschoben wird, wo erneut tiefe Stellen sein können. Wir sind im Land der Aboriginals und die hatten eine tolle Geschäftsidee: Eine Fähre. Für $88 wird man zwanzig Meter über den Jardin River gebracht. Absolute Abzocke!



Doch zuvor mussten wir noch vom Old Telegraph Track zurück auf den Bypass. In einem wirklich unscheinbar wirkenden kleinen Schlammloch, bleibt Martijn plötzlich stecken. Zum Glück haben wir Bäume in der Nähe und per Seilwinde zieht er sich raus. Für mich sieht es auch nicht besser aus. Ich muss die selbe Spur fahren, da links und rechts tiefe Tümpel sind. Tja, so musste auch ich aus dem Schlam(M)assel gezogen werden. Blöder Weise habe ich mein Nummernschild irgendwo so stark beschädigt, dass ich es noch gerade so retten kann, bevor es komplett abfällt.



Kurz darauf erreichen wir unseren Campingplatz direkt am Strand. Loyalty Beach ist nur 30km vom Tip (dem nördlichsten Punkt) entfernt. Wir werden uns hier für drei Nächte einquartieren. Aus meinem Zelt blicke ich direkt auf das Meer. Diese läd zum Schwimmen ein, doch erneut: Riesige Krokodile :-(

Tour: Old Telegraph Track – Seisia
Übernachtung: Camping am Strand, Loyalty Beach

      

Hinterlasse einen Kommentar

Kategorie: Australien

Old Telegraph Track - Die Zweite

Dieser Artikel wurde am 13. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nachdem wir gestern die Autos unter Wasser gesetzt haben, waren wir alle recht erleichtert, als die Wagen ohne Probleme am frühen Morgen angesprungen sind. Zwar ist es innen drin noch ein wenig nass (und es stinkt), aber das wird hoffentlich bald vergehen. Schon nach wenigen Metern krochen wir wieder im ersten Gang voran. Der Wagen stand schräg und des öfteren hing mal ein Rad frei in der Luft. Anschließend kann man 500m recht einfach fahren. Dann kommen wieder schlammige oder sandige Passagen, die nur recht langsam durchquert werden können. Bertie Creek hatte ein Flussbett, dass komplett aus Stein bestand. Also relativ einfach. Doch wer einfach drauflos fährt und geradeaus auf das andere Ufer zusteuert, wird seinen Wagen komplett versenken. Denn das Flussbett hat tiefe Löcher. Es kostet etwas Zeit, bis wir die richtige Route durch den Fluss finden, schließlich wollen wir ja heile am anderen Ufer ankommen.

Der Old Telegraph Track wurde einst von der australischen Telekom angelegt und wie der Name verrät, handelt es sich um eine Telegrafen-Leitung in den hohen Norden. Der Track wurde zum Bau und der anschließenden Wartung benötigt. Vor über zwanzig Jahren wurden allerdings schon die Bypass Roads von der Telekom angelegt, da der Old Telegraph Track zu kompliziert war/ist. Seitdem wird die Strecke nicht mehr offiziell gewartet oder gar repariert. Das heißt für die ersten Autos im neuen Jahr (nach der Wet Season) mit Kettensäge und Axt den Weg wieder befahrbar machen. Manche Stellen sind durch den starken Regen komplett unbefahrbar und es müssen kleine Ausweichstrecken „angelegt“ werden. Also ein paar Bäume fällen und schon geht’s weiter. Auf dem Bild seht ihr zwei der alten Ausfahrten nach einem River Crossing. Der lose Sand ist weggebrochen und ausgeschwemmt. Nun sind es fast senkrechte zwei Meter hohe Wände, die auch das beste Auto nicht mehr hinauf kommen kann. Zum Glück gibt es eine dritte Alternative an der Seite :-)



Ab und zu probierte ich statt der einfachen Strecke, die alten Teile des Weges. Oft kam ich durch, doch halt nicht immer :-) Mein hinteres Rad hing in der Luft und mein vorderes Rad steckte im Schlammloch. Beide drehten also frei und da ich keine Diff-Sperren habe, wurde mein 4WD zum Käfer auf dem Rücken. Doch genau für diesen Spaß sind wir ja schließlich hier :-) Und so kam die Seilwinde zum Einsatz.



Pünktlich zum Mittagessen kamen wir an den Fruit Bat Falls an. Dort konnten wir zu Erfrischung ins Wasser springen und den (Angst-)Schweiß der letzten zwei Tage abwaschen.



Übernachten wollten wir an den Eliot Falls, die wir gegen Nachmittag erreichen. Natürlich springen wir auch hier ins Wasser und genießen die Abkühlung. Wir sind wieder in den Subtropen. Es ist schwül und heiß, da tut das Wasser richtig gut. Gegen spät Abends gehen Martijn und ich zu den Australiern, die auf dem gleichen Campingplatz übernachten. Eigentlich wollten wir nur zwei Bier trinken, doch schnell kam der selbst gebrannte Rum auf den Tisch. Bin zwar kein Rum-Fan, aber der war schon lecker :-) Gegen vier Uhr Nachts lag ich dann auch mal im Bett….

Tour: Old Telegraph Track
Übernachtung: Camping, Eliot Falls

      

Hinterlasse einen Kommentar

Kategorie: Australien

Old Telegraph Track - 4WD Track Cape York

Dieser Artikel wurde am 12. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Hundert Kilometer nachdem wir unser Nachtquartier verlassen hatten, erreichten wir die Kreuzung zwischen Weipa (im Westen von Cape York) und dem Weg bis in den Norden. Hier verlassen wir die Hauptroute und fahren in die Richtung des nördlichsten Punktes in Australien. Erneut ein Schild: Road closed. Das übersehen wir mal ganz zufällig :-) Weiter geht es auf mittlerweile oft schlammigen Tracks (fahre aber immer noch im 2WD). Ab und zu kommen uns Auto entgegen, bei denen wir vor lauter Schlamm kaum die Farbe erkennen können. Ich stoppe einen der Wagen und erfahre, dass der Weg viel Spaß macht. Er ist nur die einfachere „Umgehungsstraße“ (Bypass) gefahren und vom Old Telegraph Track rät es uns definitiv ab.

Barmwell Junction ist ein Roadhouse. Von diesem hat man die Möglichkeit, über zwei unterschiedliche Tracks zur Spitze zu gelangen. Den alten, extremen und in keiner Weise mehr gepflegte oder reparierte Old Telegraph Track oder der neuen und einfacheren Bypass. Die Holländer waren schon die ganze Zeit recht unschlüssig. Für mich stand fest: Cape York ohne den Old Telegraph Track ist einfach geschummelt. Ich mag es kompliziert und genau dafür fahre ich ja meinen Landcruiser :-) Die gute Frau im Roadhouse erklärte uns für verrückt. Es sind erst 10 Autos in den letzten Tagen den Old Telegraph Track gestartet, davor war es für Monate unbefahrbar, da die River zu tief waren. Doch bisher ist keines der Autos zurück gekommen. (Haben sie es geschafft oder stecken sie noch irgendwo im Wasser?) Das Problem: Nach nur fünf Kilometer gibt es ein River Crossing (Palm Creek), dessen Weg hinab in den Fluss so tief hinunter geht, dass man nie wieder hoch kommt. The point of no return. Der Old Telegraph Track lässt sich somit nur in eine Richtung befahren. Hier mal ein Video vom Old Telegraph Track, damit ihr mal eine Vorstellung habt.

Mir war schnell klar, wir werden den Old Telegraph Track nicht machen. Die Holländer hatten zu viel Angst um ihr Auto. Verständlich, war ja auch ein wenig teurer. Außerdem haben sie Kinder on board. Doch da das erste Crossing nicht weit weg ist, wollen wir uns das Abenteuer trotzdem mal anschauen. Als ich den steilen und schlammigen Hang sah, war entgültig meine Hoffnung gestorben. Das werden die Holländer nie wagen. Doch plötzlich kommen drei Geländewagen mit Australiern an. Deren Wagen haben das perfekte Setup. Quasi unstoppbar. Riesige 35 Zoll Schlamm-Reifen, über 20cm angehobene Karosserie, Diff-Sperren und alles was man braucht. Sie überlegen nicht lange und fahren den steilen Hang hinunter und durchqueren den schlammigen Fluss. Ich war schon mit den Jungs am diskutieren, ob sie mich mit durch den Old Telegraph Track nehmen, als Martjin plötzlich sagte: „Let’s do it!“ (OK, die Aussis haben lange auf ihn eingeredet.) Ich rannte zu meinem Auto und bevor er sich um entscheiden konnte, hing ich schon halb im Wasser. Wie immer kommt es auf den Bildern nicht so herüber, doch schaut euch einfach die Seitenwände des Tracks an. Und außerdem, wie verschränkt meine Räder sind. Das gibt eine Idee, wie hoch mein Adrenalinspiegel war :-)

Wie bei so jedem extremem Manöver, hing ich mal wieder mit meiner Anhängerkupplung auf den Steinen, doch das Geräusch kenne ich schon und somit gab ich Gas und es ging durch den Fluss zur anderen Seite. Mit fünf Autos ging die Reise weiter. Doch nicht weit, denn nun stand eines der kompliziertesten River Crossings (Ducie Creek) unserer Tour (oder gar für immer?) auf dem Programm. Wie gesagt, es gab kein Zurück mehr. Es ist ein Muss, dass man tiefe Durchfahrten vorher zu Fuß durchläuft. Nur so kann man Hindernisse wie Steine und löcher finden. Außerdem wirkt das Wasser oft flach und plötzlich steht man bis zum Hals drin. Das wäre für den Wagen fatal. Dieses Crossing ist jedoch total zugeschlammt. Man sieht nichts und vor allem sieht man keine Krokodile! Somit traut sich keiner, auch nur einen Fuß hinein zu setzten. Wir schicken den ersten Wagen hinein. Ein Abschleppseil am Heck, sodass die Rettung im zu tiefen Wasser in wenigen Sekunden geschieht. Nach der Hälfte der Strecke durchs Wasser gibt es ein riesiges Loch. Als ich an der Reihe bin, verschwindet meine Haube unter die Wasseroberfläche. Rein:

Und wieder raus:

Gleichzeitig kam dann plötzlich Wasser durch Öffnungen aus dem Motorraum in den Innenraum geschossen. In wenigen Augenblicken hatte ich einen 10cm hohen See im Wagen. Doch stoppen kam nicht in Frage. Mein Herz raste und ich war glücklich, das die Elektronik scheinbar noch nichts abbekommen hat. Langsam kroch ich weiter durch den Schlamm hinauf auf die andere Seite Juhu, geschafft! Was für ein Glücksgefühl. Auch die Holländer fluteten ihren Wagen, uns fehlten halt die 20cm mehr Bodenfreiheit.

Des öfteren gab es zwei Alternativen: Eine extreme und eine „leichtere“. Die Australier probierten natürlich das schlammigste was nur irgendwie geht und des öfteren mussten sie dann per Abschleppseil aus dem Schlamassel gerettet werden, da sie einfach stecken blieben. Wir sind alle mit so genannten Snatch-Traps ausgestattet. Es funktioniert wie ein Gummiband. Zuerst dehnt sich das Abschleppseil und bei einem bestimmten Punkt zieht sich das ganze Seil mit wahnsinniger Kraft zusammen. Damit bekommt man auch ein über zwei Tonnen schweres Auto aus dem tiefsten Schlamm.

Von nun an ging es nur langsam voran. Der Weg hatte oft starke Schräglagen und tiefe Löcher. Die Australier sahen wir schon bald nicht mehr und auch für mich war es kein wirkliches Problem. Doch der Defender mit seinem hohen Schwerpunkt kam des öfteren sehr in Bedrängnis. Und erneut: Es gab nur einen Weg für uns und der heißt „geradeaus“. Also steigen wir aus dem Auto aus, diskutierten die beste Linie und mit Handzeichen ging es dann in Schrittgeschwindigkeit vorwärts. Somit schafften wir in drei Stunden ganze 17km :-) Mein Adrenalin ist auch jetzt, vier Stunden nach Ankunft auf dem Campingplatz (kleine Wiese am Fluss) noch auf höchsten Niveau. Ich bin so glücklich, dass die Australier da waren. Ohne Sie wären wir nie hier gelandet. Und der Old Telegraph Track ist zu dieser Jahreszeit wirklich eines der besten Abenteuer überhaupt.

Tour: Laura – Old Telegraph Track
Übernachtung: (Bush) Camping, North Alice Creek

Weiter geht’s:

Teil 2: Cape York (Loyalty Beach)

Teil 3: Cape York (The Tip)

Teil 4: Cape York (Sumerset)

Teil 5: Cape York (im Schlamm)

Cape York und der Old Telegraph Track sind für Fans der 4WD Off-Road Gemeinde ein genialer Ausflug. Hier kommt jeder 4×4 Fahrer auf seine Kosten :-) Hier noch ein paar Wikipedia Infos zum Cape York. Allerdings auf Englisch…

      

Kommentare (1)

Kategorie: Australien

Staubiger Norden

Dieser Artikel wurde am 12. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Bevor wir den Campingplatz verlassen, wandern wir noch ein kurzes Stück durch den Granit Gorge. Das Gebiet ist recht klein und so macht es nichts, dass wir uns schon nach wenigen Minuten verlaufen. So wird das ganze aber interessanter, denn wir müssen über Stock und Stein klettern, um den Weg wieder zu finden. Zur Belohnung gönnen wir uns anschließend einen leckeren Cappuccino in Australiens Kaffeehauptstadt Mareeba. Schließlich wissen wir nicht, wann wir das nächste Mal eine leckere Tasse bekommen.



Als wir die Stadt verlassen, entdecken wir erneut ein uns bekanntes (und gehasstes) Schild: Road cloased. Und zwar die zum Cape York (allerdings nur das oberste Stück). Na Bingo, erneut zu früh gefreut. Da die Straße vor zwei Tagen noch offen war, schließen wir daraus, dass der Regen die Flüsse gefüllt hat. Wir brauchen jedoch drei Tage bis zur Spitze und somit kann sich alles wieder geändert haben. Also nichts wie los :-)

Schnell verlassen wir die geteerte Straße und reisen auf staubigen Dirt Roads. Des öfteren kommen und Road-Trains mit bis zu drei Anhängern entgegen. Die gehen nicht einmal vom Gas. Für Autos gibt es da nur eine Möglichkeit: So weit wie es nur geht zur Seite fahren, anhalten und ein paar Minuten warten, bis der Staub sich wieder gesetzt hat. Auf dem Foto seht ihr einen Road-Train und die riesige Staubwolke, die er hinter sich herzieht. In der Wolke kann man keine fünf Meter weit sehen.



Kurz vor Laura schauten wir uns erneut Aboriginal Paintings an. Ich bin ja der Meinung, dass die Aboriginals vor 20.000 Jahren im Kontakt mit Außerirdischen standen. Wenn ich mir die Bilder am Split Rock so anschaue, fällt mir keine bessere Erklärung ein :-) Nur wenige Minuten später erreichen wir unser Nachtquartier.



Nach dem Frühstück erkunden wir ein Kultur- und Visitor Center in Laura. Da wir die einzigen Gäste sind, bekommen wir eine interessante Tour durch die Ausstellung und es wird uns eine Menge über Cape York erklärt. 1928 hat das erste Auto die Spitze erreicht. Mit sieben PS und nur einem Ersatzrad machten sich zwei Neuseeländer auf eine angeblich unmögliche Reise. Doch sie behielten Recht und überstanden den Weg, der zuvor nur mit Pferden bereist wurde.



Durch den langen Aufenthalt im Visitor Center fuhren wir mit Verspätung los und strichen unser Tagesziel von der Liste. Stattdessen werden wir bis Coan fahren und dort direkt am Fluss auf Sandbänken (bush-) campen. Wie schon die letzten Abende, verbringen wir die Nacht am großen Lagerfeuer. Die Straße ist erneut sehr staubig und Gegenverkehr nebelt die Straße des öfteren komplett ein. Wir reisen übrigens aus diesem Grund im Abstand von fast einem Kilometer. Jeden Abend heißt es dann, den Luftfilter zu säubern, der komplett voll von Staub ist.

Tour 1: Mareeba – Laura
Übernachtung: Camping, Laura Roadhouse

Tour 2: Laura – Coan
Übernachtung: Bush Camping, Coan am River

      

Hinterlasse einen Kommentar

Kategorie: Australien

Kaffeeparadies

Dieser Artikel wurde am 05. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Am nächsten Morgen tauschten wir die Autos. Ich fuhr den Defender und Martjin meinen Landcruiser. Ist schon ein ganz anderes Gefühl, dazu werde ich später mal mehr erzählen. Um die Farm herum gibt es einige kleine 4WD-Strecken und wir haben unseren Spaß. An einer steilen Böschung fährt Martjin vor und ich mache mir keine weiteren Gedanken und fahre hinterher. Zwar sehe ich die Schräglage, doch aus meinen Erfahrungen wusste ich, dass der Toyota da ohne Probleme durchkommt. Den Defender hingegen schätze ich komplett falsch ein. Ich fuhr die gleiche Linie wie Martjin und plötzlich kippte der ganze Wagen zur rechten Seite. Das linke Vorderrad stand über einen halben Meter in der Luft. Es fühlte sich an, als würde der Wagen jeden Moment komplett zur Seite kippen. Hilfe. Das wäre was gewesen. Zu unser allen Glück konnte ich den Überschlag aber noch einmal gegensteuern. Da hatte ich einen Schutzengel :-)

Der Defender ist bis an die Decke beladen, schließlich reisen die Holländer mit der ganzen Familie. Auch sind die Dachaufbauten deutlich schwerer (Dachzelt,…). Dadurch ist der Schwerpunkt extrem weit nach oben verschoben. Puh, wenn ich an den Augenblick zurückdenke, wird mir immer noch ganz übel… Es zeigt jedoch, wie schnell etwas schief gehen kann, wenn man eine Situation falsch einschätzt.



Erneut haben wir einen langen Fahr-Tag vor uns, um die 300km bis nach Mareeba zu überbrücken. Wir wählen natürlich die interessantere (doch langsamerer) Route über unbefestigte Straßen Im Dunkeln kommen wir an und finden mit etwas Glück noch den letzten freien Platz auf dem Campingplatz. Es ist ein langes Wochenende und somit ist ganz Australien auf den Beinen.

Mareeba ist die Kaffeehauptstadt von Australien und so freuen wir uns alle auf einen leckeren Cappuccino am nächsten Tag. Außerdem steht eine große Shoppingtour auf dem Programm, denn schließlich benötigen wir Proviant für unsere Reise zum Cape York. Ansonsten freuen wir uns, dass wir endlich wieder Mobilfunk und Internet haben :-) Zwar hat es zwischendurch ein paar mal ganz kurz geregnet, doch da der Campingplatz sehr schön ist, verbringen wir eine zweite Nacht im Granit Gorge.

Tour: Georgetown – Mareeba
Übernachtung: Camping, Granit Gorge Campground

      

Hinterlasse einen Kommentar

Kategorie: Australien

Bestes Bier in Australien

Dieser Artikel wurde am 05. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nicht das ihr jetzt denkt, ich bin ein Alkoholiker, aber es wird mal Zeit, über die „harte Droge“ zu sprechen. Nämlich über Bier. Es gibt doch nichts schöneres, als nach einem anstrengenden Tag Abends ein eiskaltes Bier aus dem Esky (Kühlbox) zu nehmen. Mit Cody zusammen habe ich einen Biertest veranstaltet und ich wage zu behaupten, fast alle bekannten Biersorten probiert zu haben. Natürlich gibt es immer kleine Brauereien, die nur bestimmte Gebiete beliefern, aber den Rest habe ich durch :-) Dabei gibt es richtigen Schrott, welchen man kaum trinken kann. Wie überall: Desto billiger, umso schlechter. Nach nun einigen Monaten in Australien gibt es eine absolute Nummer Eins: Blue Tongue! Dieses Bier schmeckt einfach unwiderstehlich gut. Das liegt villeicht an der interessanten Mischung; Deutsche (Hersbrucker) Gerste und Hopfen aus Tasmanien sind hier vereint zur Perfektion! Und nein, vom Blue Tongue Bier bekommt man, entgegen seinem Namen, keine blaue Zungen :-) Hier mal ein Blick in meine Kühlbox:



Leider gibt es mein Lieblingsbier nur sehr selten und ich brauche eine gute Alternative: Diese heißt Extra Dry von Tooheys. Selbst im tiefsten Outback zu finden, ein ganz anderer Geschmack als das Blue Tongue Bier, aber trotzdem verdammt gut. Also meine Lieben, solltet ihr irgendwann mal in Australien landen, wisst ihr, was ihr in der Bar ordern solltet :-)

      

Hinterlasse einen Kommentar

Kategorie: Australien