Backpacking Trip

Zwei Löhner und ein Ammi

Dieser Artikel wurde am 05. März 2009 in Australien geschrieben.

Nach über 5.000km mit meinem Auto stand ein Ölwechsel auf dem Programm. Da ich nicht wieder soviel Geld ausgeben wollte und mir die benötigten Werkzeuge fehlen, habe ich im 4WD-Forum um Hilfe gebeten. Innerhalb eines Tages hatte ich drei Antworten. Für ein paar Bier wurde dann gestern morgen mein Öl (10 Liter!!) von einem freundlichen Australier gewechselt.

Anschließend ging es nach St Kilda, einem Stadtteil von Melbourne, der direkt am Wasser liegt. Es ist kalt und regnet. Somit fällt der Strandbesuch erneut flach. Zu schade. Wir trinken Cappuccino, Waschen die Wäsche, sammeln Danny ein und surfen im Internet. So lässt sich auch ein Tag herum kriegen. Abends essen wir einem tollen Restaurant, in dem man nur das zahlt, was man möchte. Wir teilten uns eine große vegetarische Curry-Platte. Hmm, lecker.



Im Dunkeln verließen wir Melbourne Richtung Great Ocean Road. In Torquay wollen wir am nächsten Tag beginnen, die wohl bekannteste Straße Australiens zu bereisen. Wir kommen um 23 Uhr nachts an und alle Campingplätze und Hostels sind verrammelt. Selbst der McDoof hat zu. Ich bin von den letzten Nächten hundemüde und eine Weiterfahrt ist ausgeschlossen. Über Telefon konnten wir auch niemanden erreichen. Nach längerem Suchen fanden wir bei einem der Campingplätze ein kleines offenen Tor an der Seite. Wir parkten draußen und bauten das Zelt einfach auf einem freien Platz auf :-) Leider braucht man für die Toiletten einen Schlüssel, aber wichtig ist, dass wir einen Platz zum Schlafen gefunden haben.



Wir werden durch starken Regen geweckt. Na super. Der ganze Campingplatz ist irgendwie nicht belegt. Komisch. Wir sehen nur eine einzige Person. Im strömenden Regen bauen wir das Zelt ab und verstauen es im Auto. Da niemand kommt, brechen wir genauso schnell auf, wie wir gekommen sind. Gegenüber gibt es Boxen zum Autowaschen. Diese haben ein Dach und sind dadurch perfekt zum Frühstücken geeignet :-)

Da wir die Great Ocean Road nicht bei strömenden Regen fahren möchten, geht es nur 45 Minuten weiter in den Ort Loane, wo wir uns ein gemütliches YHA Hostel gönnen. In einem eigenen Zimmer können wir das Zelt trocknen und ganz schnell die Heizung anmachen. So gut habe ich seit langem nicht mehr gelebt. Wir schauen uns die nähere Umgebung an, füttern Kängurus bei einem Australier im Garten und wir sehen zum ersten Mal einen frei lebenden Koala. Zwischen durch hörte der Regen auch mal auf, doch genauso schnell fing er auch wieder an :-(



Leider scheint das Wetter auch morgen nicht besser zu werden. Wie geht die Reise weiter? Noch keine Idee…

      

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Kategorie: Australien

Melbourne bei Nacht

Dieser Artikel wurde am 05. März 2009 in Australien geschrieben.

Wenn auch bewölkt und regnerisch gefallen mir die Bilder von Melbourne bei Nacht recht gut und ich möchte sie euch nicht vorenthalten.



Die Fotos wurde vom 253m hohen Rialto Tower aufgenommen.


      

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Kategorie: Australien

Sightseeing in Melbourne

Dieser Artikel wurde am 04. März 2009 in Australien geschrieben.

Nachdem wir den ganzen Tag in Melbourne City verbracht haben, ging es gestern zurück zum Emergency Relief Center. Bevor aber irgendwelche falschen Gedanken aufkommen, möchte ich nur kurz anmerken, dass beide Nächte weniger als 1/3 der vorhandenen Betten/Matratzen belegt waren. Auch gab es genügend Essen und Getränke. Kaum jemand hat wirklich sein Haus oder Grundstück in den Flammen verloren. Die meisten Leute waren nur zur Sicherheit dort, falls das Feuer sich weiter ausbreitet. Wir waren sehr glücklich über die Möglichkeit, hier zu übernachten, da weder Couchsurfing noch die Suche nach Hostels Erfolg brachte.



Melbourne hat uns beiden sehr gut gefallen. Die Stadt hat definitiv Flair. Es hat mehr Style als Sydney. Mehr Kultur, ist bunter und ausgeflippter. Doch trotzdem gefällt mir Sydney besser. Man muss sich aber entscheiden, ich habe noch niemanden getroffen, der nicht seinen Favoriten hatte. Zwischen den beiden Städten und den Bewohnern ist auch eine Art „Kampf“, wer den nun besser in jeder Kleinigkeit ist. Wie schon in Brisbane haben wir in Melbourne die empfohlene Walking-Tour vom Lonely Planet gemacht Erneut war ich nicht wirklich begeistert. Kirchen und „alte“ Gebäude haben wir schließlich bei uns an jeder Ecke. Trotzdem bekamen wir so einen guten und schönen Eindruck von der Stadt. (Bild: Flinders Street Station, Bahnhof)



Nachmittags trafen wir uns mit Danny. Sie kommt ebenfalls aus der Weltstadt Löhne und besucht Australien für drei Wochen. Für ein paar Tage wird sie Cody und mir auf der Reise Gesellschaft leisten. Gegen Abend ging es für uns zurück zum Parkplatz ($5 für 12 Stunden, was ein Schnäppchen, haben an anderen Ecken $5 für 30 Minuten gesehen) und wir kochten hinter unserem Auto leckeres thailändisches Essen.



Apropos Essen, da Cody und ich fast das gleiche mögen, gibt es jeden Abend die leckersten Sachen. Fisch, Rind, Hühnchen, Mexikanisch, Thailändisch,… Hauptsache viel Fleisch und Gemüse. Und das alles mit einem Gasgrill und einer Pfanne :-)

      

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Kategorie: Australien

Historische Momente

Dieser Artikel wurde am 04. März 2009 in Australien geschrieben.

So was werde ich vermutlich nie wieder sehen. Ist zwar einerseits nichts besonderes, aber doch irgendwie spannend.



Die 400.000km folgten wenige Augenblicke später…

      

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Kategorie: Australien

Wonnangatta Valley - Zeka Spur Track

Dieser Artikel wurde am 03. März 2009 in Australien geschrieben.

Hier der zweite Teil unseres Abenteuers in Victoria’s High Country: Früh am Morgen kommen wir auf dem Campingplatz mit ein paar älteren Australiern ins Gespräch. Sie erzählen uns, dass sie schon öfters durch Victoria’s High Country getourt sind. Stolz zeigen sie uns den Weg, den sie gestern runter gefahren sind. Sie betonen mehrfach, dass diese Strecke bergauf so gut wie unfahrbar ist. Das wir diese Strecke als „Anfänger“ gestern mehr oder weniger ohne Probleme gemeistert haben, erwähnen wir lieber nicht :-) Auch werden wir für den weiteren Verlauf gewarnt. Es soll teils sehr schwierig werden. Wir freuen uns! Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich persönlich für komplizierter halte, bergauf oder herunter. Beides ist bei starken Steigungen und großen Steinen bzw. tiefen Löchern sehr kompliziert.



Die Strecke führt über anspruchsvolle Strecken in die Richtung der Wonnangatta Valley. Um diese zu erreichen, müssen wir des öfteren spannende Abschnitte meistern. Doch der Landcruiser ist und treu und wir setzen nur unzählige Male mit der Anhängerkupplung auf. Halb so schlimm :-) Da die ganze Region in der letzten Zeit unter extremen Wassermangel leidet, ist die Wonnangatta Valley nicht so schön wie erwartet. Viele Pflanzen sind vertrocknet und es fehlt ein wenig an Farbe. Von der Valley geht es wieder steile Berge hinauf. Kurz müssen wir noch mal die Daumen drücken. Passen wir da durch?



Weiter geht es auf dem berühmten Zeka Spur Track. Hier haben wir eine Menge Spaß. Viele Passagen sind schon ziemlich extrem und nichts für schwache Nerven. Ich bin sehr glücklich, dass ich mir das ganze nicht als Beifahrer anschauen muss. Nach diesem super Start wird die Strecke gegen Ende sehr langatmig und super steinig. Alles wackelt uns es ist überhaupt kein Vergnügen mehr, weiter zu fahren. Wir sitzen schon seit acht Stunden im Auto und haben in der Zeit gerade mal 150km zurück gelegt. Doch wir wollen in die nächste Stadt. Also Zähne zusammen beißen und weiter geht es.



Als wir Brocks Road erreichen, plötzlich der Schock: Ein Teil der Strecke ist gesperrt. Unser Problem ist jedoch, dass wir keine Karte von der Region haben. Die Strecke die wir fahren, haben wir in ganz detaillierte Anleitung. Jede Kreuzung, jede Einmündung, alles ist aufgelistet. Doch keine alternativen Routen. Der Alpine National Park ist so riesig, da kann man sich auch mal für Tage verfahren. Über Funk erreichen wir auch niemanden. Also was machen? Einfach die Strecke fahren, die wir sollen :-) Zu unserem Glück ist keine Schranke verschlossen und wir müssen nur ein paar Steine oder Baumstämme aus dem Weg räumen. Ansonsten ist alles ok. Was eine Erleichterung. Wir machen drei Kreuze, als wir 20km später die richtige Kreuzung erreichen.

Kurz vor Mansfield dann noch ein kurzer Schock für mich. Es riecht draußen nach Feuer und wir sehen Rauch. Cody klärt mich auf, dass das ganz normal wäre. Die Feuer sind noch viele Kilometer entfernt. Außerdem liegt unsere Strecke weit außerhalb des bedrohten Bereiches. Trotzdem will ich nur aus dem dichten Wald raus. Wir haben es knapp zehn Uhr nachts und fahren schon seit zwei Stunden im Dunkeln. Ich saß über 11 Stunden hinter dem Steuer und falle auf dem Campingplatz nur noch todmüde ins Bett.

Tour: Farm Junction – (Wonnangatta Valley) – (Zeka Spur Track) – Mansfield
Übernachtung: Camping, State Park Nähe Mansfield

      

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Kategorie: Australien

Wenig Schlaf gefunden

Dieser Artikel wurde am 03. März 2009 in Australien geschrieben.

Vor Aufregung blieben wir bis Zwei Uhr nachts wach. Der ganze Parkplatz auf dem Sportplatz war voll mit Leuten. Keinem war zum Schlafen zu mute. Zelte durften nicht aufgebaut werden, aufgrund der befürchteten Windgeschwindigkeiten. Unser Nachtquartier war kleiner als erwartet. Der Grund war, dass wir als Single, männlich eingeordnet wurden. Die Familien und Frauen wurden wo anders untergebracht. Wir lagen so mit 25 anderen Männern in einer kleinen Turnhalle. Es gab unzählige Matratzen, Kissen und Decken. Außerdem Essen und Getränke.



Leider liefen draußen laute Generatoren, neben uns war zudem die Anmeldung. Ich kann ja nicht mal in einem Hostelzimmer schlafen, wenn neben mir jemand schnarcht. Somit habe ich für heute Nacht keine drei Stunden die Augen zu gehabt. Trotzdem war es ein spannendes Erlebnis. Als wir Nachts ins Bett gegangen sind, gab es draußen keinen einzigen Windhauch. Kaum auszumalen, dass es bald um die 120km/h schnell um uns sausen soll.



Früh am Morgen gab es Frühstück. Und zwar wie im guten Hotel. Frische Früchte, Croissants, Müsli mit fünf verschiedenen Sorten Milch und all so ein Zeugs. Am Tisch saßen ein paar andere Familien und wir kamen schnell ins Gespräch. Es ist beeindruckend zu sehen, wie „positiv“ die Australier doch mit solchen Katastrophen umgehen. Sie sind einfach glücklich, dass sie und ihre Familien sicher sind. Eine Familie hat ihr Haus und über sechs Hektar Land verloren. Trotzdem haben wir weder von ihnen, noch sonst wem, irgendwelche klagenden Stimmen gehört. Ganz im Gegenteil. Die Einstellung hier ist: Das Leben geht weiter und wir werden das schaffen. Beeindruckend!

      

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Kategorie: Australien

Eilmeldung: Sicher vor dem Feuer

Dieser Artikel wurde am 02. März 2009 in Australien geschrieben.

Bevor ich von unserem atemberaubenden Trip durch Victoria’s High Country (Teil 2) berichte, ein kleines News Update: Wir werden die Nacht in einem Emergency Evacuation Center verbringen. Was ist passiert? Die letzten Tage waren die Feuer unter Kontrolle und es gab wenig Wind. Somit war unser Trip die ganze Zeit sicher. Doch für heute Nacht sind Winde bis zu 120km/h gemeldet (wie wir vor wenigen Minuten erfahren haben). Ganze Städte im Umkreis von Melbourne wurden evakuiert.



Wir haben den ganzen Tag in Mansfield verbracht. Einfach nur lange geschlafen, Cappuccino getrunken und im Freibad gelegen. Gegen Spätnachmittag kam dann die Nachricht, dass die Stadt eventuell gefährdet ist. Natürlich sind wir umgehend Richtung Yea (Stadtname) aufgebrochen. Hier wollten wir kostenlos campen, doch die Stadt war auch unter Bedrohung. Also ging es geradewegs in die Nähe von Melbourne.

Die Straße war zu befahren, doch an jeder Kreuzung stand Polizei und hat die Seitenstraßen gesperrt. Dort wurden wir aufgeklärt, dass ein Waldbrand sich mit bis zu 20km in nur 4 Minuten ausbreiten kann. Das sind über 300km/h!!! Wenn man das Feuer sieht, ist es also so gut wie zu spät. Hilfe! Also schnell weg hier. (Zur Zeit ist kaum Wind, also keine Sorgen.) Wir durchqueren ein Gebiet, dass vor drei Wochen niedergebrannt ist. Rechts und Links sehen die Reste von Häusern und irgendwie fühlt sich das ganze nicht so gut an.

In dem ersten McDonalds auf der Route machen wir einen Internet-Stop. Alle Campingplätze um Melbourne sind im Krisengebiet. Es ist schon neun Uhr Abends und wir müssten über zwei Stunden fahren, um einen Campingplatz zu finden, der sicher ist. Alternative? Hostel. Doch alles ist ausgebucht. Billige Hotels? Sieht ebenso schlecht aus. Couchsurfing? Findet sich auf die Schnelle niemand. Ich spreche zwei Australier an, nur um zu erfahren, in welche Richtung unser Zwei-Stunden-Campingplatz liegt. Sie kommen mit einer besseren Idee um die Ecke: Drei Minuten entfernt ist ein Emergency Relief Center. Wir stopfen die Beiden ins Auto und düsen gemeinsam hin. Hier werden wir mit offenen Armen empfangen. Zwar fühlen wir uns etwas unwohl, schließlich haben andere Menschen gerade ihr Haus verloren, doch niemand nimmt uns das Auftauchen böse. Ganz im Gegenteil. Wir treffen auf andere Backpacker und werden genauso behandelt, wie jeder andere „Flüchtlinge“ auch.



Die Nacht werden wir in einer Turnhalle verbringen. Zusammen mit einigen Hundert anderen. Ein komisches Gefühl. Doch besser als im Zelt bei 120km/h Wind. (Das mit den hohen Windgeschwindigkeiten haben wir erst hier erfahren. Was ein Glück, das wir nicht gezeltet haben!) Also kurz und knapp: Mir geht es gut und ich bin sicher :-)

Tour: Mansfiled - Yea - Lilydale (Melbourne)
Übernachtung: Sporthalle Lilydale

      

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Kategorie: Australien

Victoria’s High Country

Dieser Artikel wurde am 02. März 2009 in Australien geschrieben.

Sechs Uhr und der Wecker klingelt. Die Nacht war erneut unter zehn Grad und die heiße Dusche tut extrem gut. Besonders mit dem Hintergedanken, dass es die nächsten Tage wohl wieder nur Seen und Flüsse zum Waschen geben wird. Um diesem entgegen zu wirken, füllen wir die Dusche auf dem Dach auf. 50 Liter Wasser – mal schauen, wie lange wir damit auskommen. Da sich das Wasser durch die Sonne aufheizt, fällt das Duschen am Morgen jedenfalls für die nächsten Tage flach.

Nach fünfzehn Minuten verfahren wir uns das erste Mal. Wir befinden uns auf einer riesigen Kuhwiese. Schon zuvor haben wir solche Strecken durchfahren. Nach über vier Kilometern stellen wir am anderen Ende dann jedoch fest, dass das Schild „private property“ wohl doch einen Sinn hatte :-) Schnell wieder raus hier, bevor der Farmer mit der Schrotflinte um die Ecke kommt…



Die Strecke führt durch viele unterschiedliche Vegetationen. Eine Kurve oder Anhöhe weiter und schon sieht das Umfeld anders aus Wir sind begeistert. Nach einigen Stunden erreichen wir ein Gebiet, dass 2003 von einem Waldbrand heimgesucht wurde. Auf der rechten Straßenseite sind die Bäume noch verbrannt, links hingegen sieht alles perfekt aus. Stärker können die Kontraste nicht sein.



Von einer relativ gut zu befahrenden Straße auf knapp 1.500m, geht es dann steil im ersten Gang im Schritttempo einen von Schlaglöchern übersäten Weg hinab ins Tal. Nicht nur einmal halten wir beide die Luft an. Ich merke immer wieder, wie viel mir der 4WD-Kurs, die anderen Off-Road Touren und besonders der Trip mit den Australiern doch gebracht hat. Diese Strecke wäre ich sonst nie im Leben gefahren. So macht sie hingegen eine Menge Spaß! (Im Hintergrund sieht man übrigens den weiteren Verlauf der “Straße”.)



120km nach dem Start und über sechs Stunden später erreichen wir das Ziel „Farm Junction“. Etwas wundern wir uns über das „road closed“ Schild, das wir fast versehentlich umfahren. Im Dorf Dargo (vielleicht 10 Häuser) werden wir aufgeklärt, die Strecke wegen Ausbesserungsarbeiten gesperrt. Tja, da fehlte wohl ein Schild auf der anderen Seite. Wir treffen uns kurz mit einem Feuerwehrmann, um unsere weitere Tour zu besprechen. Von ihm bekommen wir das OK. Wir sollen uns keine Sorgen machen, unser Gebiet ist sicher, was die Waldbrände angeht. Auf dem Weg läuft plötzlich ein Emu vor uns her. Irhendwie ist das Tier zu blöd, nach Links oder Rechts auszuweichen. So läuft es über mehrere hundert Meter einfach vor uns her. Wir kommen aus dem Lachen kaum raus. (Video wird in Kürze online gestellt.)

Weiter geht es zum Camp Ground Talbotville, hier stand einst eine ganze Stadt mit Hotels und Bars. Nun ist nur noch eine große Wiese mit Feuerstellen, Tischen und Bänken vorhanden. Von hier wollen wir morgen durch die Wonnangatta Valley nach Mansfield fahren.



Vom Campingplatz wollen wir noch einen kleinen Abstecher machen. Ein Track neben dem Camp Ground sieht viel versprechend aus. Und wir werden nicht enttäuscht. Über zehn River Crossings und atemberaubende Natur gepaart mit komplizierten Straßen. Genau so haben wir uns das vorgestellt. Leider haben wir keine Karte für das Gebiet. Da wir keine Lust haben zurück zu fahren, düsen wir einfach weiter. Gute Idee? Naja, der Track wird immer anspruchsvoller. Er macht eine Menge Spaß, aber wir haben immer das komische Bauchgefühl, dass wir das ganze Stück im Dunkeln zurück müssen. In Australien ist es nämlich um acht Uhr Stock dunkel! 30 Minuten vor der Dunkelheit sehen wir ein Schild, mit einem uns bekannten Namen. Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber wie lange müssen wir fahren? Wir legen in 20 Minuten einige hundert Höhenmeter zurück. Das ist hier wirklich spannendes Offroading. Ich bete nur, das der Wagen hält.



Alles geht zum Glück gut und wir erreichen eine uns bekannte Straße. Die Erleichterung könnte kaum größer sein. Wenige Minuten später kommen wir dann im Dunkeln auf dem Campingplatz an. Das Auto ist vom ganzen Staub auf den Straßen übrigens von innen und außen total dreckig. Da steht wohl bald ein Generalreinigung an. (Der Boden vom Kofferraum ist normalerweise schwarz!)



Tour: Omeo – Farm Junction (Dargo)
Übernachtung: Camping, Camp Ground Talbotville

      

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Kategorie: Australien

Campen mit Kängurus

Dieser Artikel wurde am 27. Februar 2009 in Australien geschrieben.

Aufgrund der sich verdunkelnden Wolken entscheiden wir uns gegen die Küste und fahren Richtung Inland. Canberra – die Hauptstadt von Australien – wollen wir beide eigentlich nicht sehen. Sie soll mehr als langweilig sein. Zum Glück lässt sich die Stadt halbwegs umfahren. Kurz kommen wir doch etwas in Bedrängnis, als wir um Canberra einfach für 30km keine Tankstelle finden. Das darf doch wohl nicht war sein. Mit nur noch warmer Luft im Tank, schaffen wir es gerade so noch bis zur nächstgelegenen Zapfsäule. Die Landschaft um uns herum wird immer trockener und verbrannter. Teilweise nimmt es schon eine Ähnlichkeit zur Wüste an. Hier wollen wir nicht wirklich bleiben.



Unser heutiges Ziel ist der Kosciuszko Nationalpark in den Snowy Mountains. Wie der Name verrät liegt hier ab und zu Schnee. Ja man kann sogar Ski fahren. Zwar nicht heute (und auch nicht in den nächsten Wochen), aber Rund um den Nationalpark befindet sich das bis zu 2220m hohe Skigebiet von Australien.



Wir campen auf einem schönen (und kostenlosen) Platz in Mitten des Parks und werden plötzlich von freundlichen Kängurus besucht, die sich neugierig für die Neuankömmlinge interessieren. Dank genügend Feuerholz können wir uns Abends noch ein wenig aufwärmen. Die Nacht wird bitter kalt. Ich bereue es erneut, solch einen billig Schlafsack gekauft zu haben. Laut Werbung mit „extrem“ und „minus fünf Grad“ gekennzeichnet, fallen mir Nachts bei um die 8 Grad fast die Zehen ab.

Tour: Goulburn – Kosciuszko Nationalpark
Übernachtung: Camping, Kosciuszko Nationalpark

Eigentlich standen ein paar schöne Wanderungen auf dem Programm, doch irgendwie gefällt uns der Nationalpark beiden nicht so sehr. Es ist zwar der größte Park in NSW, aber definitiv nicht der Schönste. Das ganze mag bei Schnee im Winter anders aussehen, doch jetzt haut es uns ganz und gar nicht um. Wir setzen uns ins Auto und brauchen fast vier Stunden, um den Kosciuszko Nationalpark zu durchqueren. Gut das meinem Beifahrer beim Autofahren nicht schlecht wird. So viele Serpentinen habe ich noch nie gesehen.



Weiter ging es durch trostlose Landschaft über Corryong nach Omeo. Von hier werden wir morgen in Victoria’s High Country starten. Uns erwarten zwar viele (hoffentlich nicht zu) kalte Nächte, dafür werden wir einige der berühmtesten 4WD-Strecken Australiens befahren.

Tour: Kosciuszko Nationalpark – Omeo
Übernachtung: Camping, Caravan Park (endlich wieder Duschen!!!)

      

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Kategorie: Australien

Back on the road

Dieser Artikel wurde am 25. Februar 2009 in Australien geschrieben.

Nach einigen Tagen in Bondi geht die Reise nun weiter. Im Gepäck habe ich Cody, 22 aus Evansville, Indiana. Er ist Feuerwehrmann bei der Armee und war die letzten zwei Jahre in Japan stationiert. Nun ist er auf Weltreise und wird einen kleinen Teil davon mit mir auf dem Weg Richtung Süden verbringen. Schon schnell habe ich gemerkt, dass ich diesmal Glück mit meiner Begleitung habe. Ganz Amerikaner-untypisch, steht Cody auf gesundes Essen und er kann kochen. So gibt es Fisch, Rind, Chicken,… und immer viel frisches Gemüse. Genau so wie ich es gerne mag. Auch sonst passt es einfach. Ich kann viel Englisch sprechen, wir haben ähnliche Interessen und haben eine Menge Spaß. So soll es sein!



Gestern ging es erneut in die Blue Mountains, da Cody noch nicht dort war. Wir schauten uns die Three Sisters an, bevor es die 900 Stufen in den Canyon hinab ging. Dort wanderten wir für ein paar Stunden durch den Eukalyptus-Wald. Das Wetter war super und es tat richtig gut, mal wieder ein wenig frische Luft zu schnappen.



Tour: Sydney – Blue Mountains – Lake Lyall
Übernachtung: Camping, Lake Lyall

Heute ging es Richtung Abercrombie National Park, dort sollte uns eine gleichnamige 4WD-Tour durch den Park führen. Diese war zwar als „schwierig“ gekennzeichnet, nach Sonntag habe ich aber soviel Mut gesammelt, dass mich nichts mehr so schnell Schocken kann. Trotz genauer Anweisungen verirrten wir uns kurz im Park, fanden jedoch schnell wieder auf die richtige Straße zurück. Bis auf den letzten Kilometer war die Tour (bei guten Wetter) sehr einfach zu fahren. Der Abercrombie National Park war jetzt auch nichts, was mich aus den Socken gehauen hat. Kurz vor Ende wurde es dann noch mal richtig spannend, als wir fast in einem großen Schlammloch stecken geblieben sind. Das dreckige Wasser stand bis zu den Türen und der Wagen wollte nicht weiter. Bitte nicht. Nach einigen Versuchen (vorwärts, rückwärts, vorwärts,…) gelang es uns schließlich, aus dem Schlamm zu kriechen. Unter normalen Umständen hätte der Wagen dieses Hindernis problemlos meistern müssen. Doch irgendwie wollten die Vorderräder nicht so ganz. Statt die Power auf den Boden zu bringen, gab es von vorne nur ein lautes und komisches metallisches Klirren. Keine Ahnung was das war. Müssen wir jetzt erstmal heraus bekommen. Keine Lust erneut im kniehohen Schlamm zu stecken… Hoffe nur, dass das nicht wieder Unsummen kostet.

Tour: Lake Lyall – Abercrombie national Park – Goulburn
Übernachtung: Camping, Derrick Rest Area (Goulburn)

      

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