Backpacking Trip

Wie geht es weiter

Dieser Artikel wurde am 20. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Irgendwie habe ich bisher versäumt, meine weiteren Pläne bekannt zu geben. Also, ich werde nun mit den Holländern nach Cairns reisen. Von dort verlasse ich Australien am 25.5 Richtung Thailand, wo ich mich für drei Wochen mit Julia treffe. Anschließend geht es wieder zurück nach Australien und die Weiterreise nach Sydney steht auf dem Plan.

In Cairns habe ich zuvor jedoch noch jemanden im Forum auftreiben können, der mir die hinteren Bremsen repariert. Kostet wieder nur Material und ein paar Bier :-) Ein Geländewagen zu kaufen, war zwar definitiv der teuerste Weg, Australien zu bereisen. Aber die Erfahrungen sind einfach einmalig. Und wer das echte Australien sehen will, braucht ohne ein 4WD erst gar nicht starten! Die Community der Geländewagenfahrer ist klasse, alle helfen weiter und unterstützen einen. Ich glaube nicht, dass ich so viele „echte“ Australier in einem Campervan kennen gelernt hätte. Und das war schließlich auch einer meiner Wünsche: Viel Kontakt mit Australiern!

Auf dem Weg nach Sydney werde ich die Jungs (an der Gold Coast) wiedertreffen, die wir in Cape York kennen gelernt haben. In Brisbane steht ein BBQ mit meinem ersten Mechaniker an und in Sydney werde ich schon für eine spannende 4WD Tour erwartet. Dazu kommt, dass ich mit vielen meiner „Mechaniker“ noch immer in Kontakt via Email stehe. Das ist schon was besonderes und ich gehe jede Wette ein, dass die meisten Backpacker nicht solch coole Erfahrungen machen.

      

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Kategorie: Australien

Aboriginal Tour

Dieser Artikel wurde am 19. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nach leider nur negativen Erfahrungen mit Aboriginals im Northern Territory, haben wir rund um Cape York zum ersten Mal auch positive Eindrücke sammeln können. Zwar gibt es auch hier einige Alkoholprobleme, aber die Aboriginal Communities scheinen meistens zu funktionieren. Ich habe lange Zeit gehofft, dass man mal mit Aboriginals in Kontakt kommt, doch das ist sehr schwierig. Aus diesem Grunde entschlossen wir uns dann doch, eine Tour zu buchen, um mehr über diese Kultur zu erfahren. Eigentlich war ich ein großer Gegner von solchen Touren, denn es ist ja klar, wenn Geld fließt, zeigt sich jeder von seiner besten Seite.



Überzeugt hat mich dann der mehrfach preisgekrönte Willie Gordon, der nicht nur im Lonely Planet als eines der Highlights in Queensland angekündigt wurde. Die Guurbi Tour führt in die Hope Vale und dauert ganze vier Stunden. Dabei wandern wir durch den Wald, hören Geschichten der Aboriginals und bekommen (auf freiwilliger Basis) Ameisen und Maden zu essen :-) Uns werden Steinmalereien erläutert, Flora und Fauna erklärt und wir können unzählige Fragen stellen. Willie ist super, erklärt spannend und nimmt auch kein Blatt vor den Mund. Er probiert die Kultur der Aboriginals zu bewahren, aber gleichzeitig auch die Realität mit einzubeziehen. Wie er mehrfach erwähnt, gehen einige Stammesführer leider in andere Richtungen…



Wir sind von seiner Tour begeistert und recht erstaunt, wie schnell die vier Stunden doch vergehen können.

      

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Kategorie: Australien

Endlich: Golfen

Dieser Artikel wurde am 19. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Von Coen ging es durch den doch eher langweiligen Lakefield Nationalpark zurück in die Realität (=Internet und Mobile connection). Im Nationalpark sprang mir plötzlich ein Israeli vor die Motorhaube. Wild fuchtelnd stand der auf der Straße. Er ist mit seinen Freunden in einem kleinen Wasserloch stecken geblieben und so mussten wir eine kleine Rettungsaktion starten. Tja, dass passiert halt, wenn man Holden (Opel) fährt :-) Ich komme da sogar ohne Allrad durch…



Wir machen auf der Weiterreise noch ein paar kurze Stopps, doch so wirklich begeistert sind wir nicht. Es gab nichts zu sehen, was wir nicht irgendwo schon deutlich schöner erlebt haben. Wir schlagen unser Nachtlager in der Mitte vom Lakefield Nationalpark auf und gehen pünktlich ins Bett.

Am folgenden Tag reisen wir bis zur Küste und haben endlich wieder eine (kleine) Stadt um uns. Zweitausend Einwohner sowie Lebensmittelgeschäfte, Cappuccino, Bars und alles was man so braucht. Wir sind in Cooktown, einer gemütlichen Stadt, die auf der einen Seite das Meer und auf der anderen die Berge hat. Wir beschließen hier drei Nächte zu verbringen, um uns wieder ein wenig an die Zivilisation zu gewöhnen :-)



Der nächste Morgen beginnt mit etwas besonders schönen: Martijn und ich gehen Golf spielen. Nach über sechs Monaten in Australien schaffe ich es dann doch mal endlich auf den Platz. Leider gibt es keine Driving-Range und so beginnt das Spiel umgehend. Überraschender Weise klappt es dann doch ganz gut – jedenfalls meistens :-) Der Golfplatz ist super schön angelegt und mit dem Rauschen des Meeres im Hintergrund sowie den Bergen an der Seite, lässt es sich doch gut spielen.

Ansonsten verbringen wir die Zeit hier mit wichtigen Dingen wie der Wäsche (und meinem Snatch Strap) waschen, Cappuccino trinken, Einkaufen, im Internet surfen, Blog schreiben und Kleinigkeiten am Wagen reparieren.

Tour 1: Coen – Lakefield Nationalpark
Übernachtung: Lakefield Nationalpark

Tour 2: Lakefield Nationalpark – Cooktown
Übernachtung: Camping, Cooktown

      

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Kategorie: Australien

Recycling

Dieser Artikel wurde am 18. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nach zwei Nächten in Chili Beach verlassen wir den palmengesäumten Strand. Zwar hat es zwischendurch geregnet, doch die meiste Zeit scheint die Sonne. Somit ist die Straße trockener und der Schlamm fester. Wir kommen deutlich schneller voran, auch wenn es noch ziemlich rutschig ist. Eine kurze Schrecksekunde haben wir noch bei dem Pascoe River. Diesen weiten und tiefe Fluss darf man nicht vorher zu Fuß begehen, denn es wimmelt nur so von Kroks. Aus diesem Grund haben mich die Holländer auf dem Hinweg vor geschickt (jaja, immer auf die Deutschen). Auf dem Bild wirkt alles ruhig, doch man fährt um die Ecke und versucht quer durch die Strömung 30m weiter auf die andere Seite zu gelangen.



Wir haben die beiden Snatch Straps aneinander befestigt und so hätten sie mich im Fall der Fälle wieder raus gezogen. Das Wasser kam zwar fast bis zur Motorhaube, aber war kein weiteres Problem. Auf der Rückfahrt fuhren wir einfach drauf los, ohne weiter drüber nachzudenken. Durch den Regen hat sich der Fluss jedoch gefüllt. Außerdem hat der Fluss eine Strömung, die gegen uns wirkt, da wir nun ein Stück den Fluss hinauf fahren müssen. Aus diesem Grund waren wir alle recht überrascht, als das Wasser über die Motorhaube schoss. Außerdem merkte ich, wie die Reifen des öfteren kurz durchdrehten. Na super. Bitte jetzt nicht stecken bleiben. Also Vollgas im zweiten Gang (low). Einen Landcruiser tötet so schnell nichts :-) Mein Wagen war im Innenraum trocken, doch im Defender schwammen anschließend erneut die Fische…

In jedem Reiseführer (und in den Info-Blättern der Nationalparks) steht, man soll keine Essensreste in den Wald schmeißen. Also auch keine Reste vom Apfel oder der Kiwi. Halt wegen den einheimischen Tieren, dass die sich nicht an Essen der Menschen gewöhnen. OK, verständlich. Doch als ich dann diesen offiziellen „Mülleimer“ fünf Kilometer außerhalb von Chili Beach sah (im Nationalpark gibt es keine Abfalleimer), erinnert mich das doch an ein Entwicklungsland. Dort finden sich natürlich nicht nur Essensreste, sondern auch Altöl und Kühlschränke. Und da gehen die Tiere bestimmt nicht dran… Schon klar ;-)



Unser Ziel war Coen, wo wir schon vor einigen Tagen am Fluss geschlafen haben. Das Wetter ist hier viel angenehmer. Die Luft ist trockener und keine Wolken sind am Himmel. So kann ich erneut nur unter dem Moskitonetz schlafen und die Sternschnuppen beim vorbei fliegen beobachten.

Tour: Chili Beach – Coen
Übernachtung: (Bush) Camping, Coen (am Fluss)

      

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Kategorie: Australien

Chili Beach

Dieser Artikel wurde am 18. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nach dem Frühstück beginnt erneut der Regen. Zum Glück schaffen wir es noch, die Zelte im trockenen ins Auto zu befördern. Die Reise geht weiter und die Straße ist in einem besseren Zustand. Somit kommen wir die ersten 100km recht gut voran. Trotz des Wetters haben wir uns für einen Seitentrip zum Chili Beach entschieden. Doch entgegen unserer Erwartungen dauerte die Fahrt deutlich länger. Der Weg war sehr hügelig und oft waren Ansammlungen von Wasser im Tal. Diese sorgten wiederum für Auswaschungen und somit waren viele Löcher in den Straßen. Dazu kam, dass wir von links nach rechts rutschten. Trotz Allrad fuhren wir wie auf Eis. Das ganze Profil war voll mit Schlamm, der so klebrig war wie Lehm. Dadurch hatten die Reifen kein Profil mehr und wir rutschten nur so über den Track. Es hieß, immer schön mit hoher Drehzahl und am Gas bleiben. Würden wir anhalten, ist die Chance sehr groß, dass wir damit stecken bleiben.



Einerseits macht die Fahrt eine Menge Spaß. Auf gerader Strecke kann man gezielt der Wagen zum Ausbrechen bringen und rutscht dann quer über die Straße, doch in vielen Kurven und Hügeln wird das ganze oft recht gefährlich. Zwar nicht für uns (als Person), da wir relativ langsam fahren, doch für die Autos. Ein Dreher und schon sitzt der Wagen vor dem Baum. Somit heißt es in einer Tour höchste Konzentration aufzubringen. Die 140km dauern aus diesem Grund ganze vier Stunden. Als wir Chili Beach endlich erreichen, bin ich komplett geschafft.



Es ist stürmisch und nass (zum Glück kommt am nächsten Tag die Sonne durch). Aus diesem Grund verzichten wir auf das Campen diret am Strand und verziehen und hinter die Büsche. Neben meinem Auto führt ein fünfzig Meter weiter Weg zum palmengesäumten Sandstrand vom Chili Beach. Hier werden wir für zwei Nächte bleiben und von den Strapazen der letzten Tage erholen.



Leider ist erneut das Schwimmen untersagt. Doch bei den Temperaturen möchte man nur ins Wasser springen. Da wir noch immer im tropischen Klima sind und der Wald dem Regenwald ähnelt, werden wir gegen Abend von Moskitos heimgesucht. So schlimm wie bisher war es noch nie. Zum ersten Mal wagt sich solch ein Vieh sogar in mein Gesicht. Grrrrr….

Tour: Bramwell Junction – Chili Beach
Übernachtung: Camping, Chili Beach

      

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Kategorie: Australien

Und wieder im Schlamm

Dieser Artikel wurde am 17. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Mein Slave-Zylinder von meiner Kupplung verliert Flüssigkeit und muss ersetzt werden. Außerdem funktionieren meine hinteren Bremsen nicht mehr. Die hinteren Trommelbremsen mögen einfach keine River Crossings. Sie füllen sich mit Wasser, in dem Schlamm und Sand ist, dieses nutzt die inneren Bremsbeläge sehr schnell ab. In der Werkstadt werde ich etwas verarscht. Ich gebe in Auftrag, die Bremsen zu justieren (was einige Minuten dauert), doch sie nehmen die Räder ab und öffnen die Bremsen, um alles zu reinigen. Wäre angeblich notwendig. 100Km später ist alles wieder wie vorher und ich fahre ohne Bremskraft an den hinteren Rädern. Super. Geld aus dem Fenster geschmissen :-( Hier noch ein Bild vom Cape York Adventure:



Gegen Mittag verlassen wir die Spitze von Cape York und machen uns auf den Weg zurück in die Zivilisation. Doch zuvor stehen noch ein paar spannende Kilometer vor uns und dem Asphalt-Highway. Wir nehmen dieses Mal den langweiligeren Bypass anstelle des Old Telegraph Tracks. Doch dank einigem Regen in den letzten Tagen, ist der Weg sehr schlammig und des öfteren geraten beide Wagen ins Rutschen. Neben dem Schlamm stehen auch viele Strecken komplett unter Wasser. Besonders problematisch, da man nicht sehen kann, was sich unter dem Wasser befindet.



Ich bin noch mit Heckantrieb unterwegs und so macht sich mein „Hinterteil“ des öfteren mal selbstständig :-) Irgendwo auf halben Weg schaffe ich es, mich fest zu fahren. Nun heißt es aussteigen, um den Wagen in 4WD zu schalten (Dazu muss ich auf beiden Seiten an den vorderen Rädern einen „Schalter“ umdrehen).



Dabei stehe ich fast knietief im Schlamm (siehe rechtes Vorderrad). Lecker :-) Doch mein Wagen steckt bis zu den Achsen in der Matsche und so muss mich Martijn kurz heraus ziehen, da auch im Allrad alle Räder durchdrehen.

Tour: Seisia – Bramwell Junction
Übernachtung: Camping, Bramwell Junction

      

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Kategorie: Australien

Somerset / Cape York

Dieser Artikel wurde am 14. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Bevor die Tour zum Cape startete, warnte der Wetterbericht: Sieben Tage Regen. Doch zu unserem Glück regnet es kaum, dafür ist es oft bewölkt. Nur manchmal gibt es kurze Schauer, die aber nicht lange anhalten. Verzweifelt versuche ich eine Internetverbindung aufzutreiben. Die Bücherei hat zwar offiziell geöffnet (und angeblich Internet), doch niemand ist da. Das nervt gewaltig, denn die nächste Woche habe ich definitiv keine Internetverbindung. Also jetzt oder nie. Doch ich blieb erfolglos. (Wie ihr ja jetzt seht, hat es am folgenden Tag doch funktioniert.)



Gegen Nachmittag machten wir uns erneut auf in den Norden. Kurz vor dem Tip ging es dann nach rechts zu den dortigen Stränden (Somerset). Zwar darf man nicht schwimmen, aber dafür kann man mit den Autos entspannt den Strand befahren. Einige Strände sind über 4WD-Tracks miteinander verbunden. Der Weg ist einsame Spitze. Damit hätte ich nie gerechnet. Neben den Fahrten auf dem Strand (und durchs Meer) geht es durch Schlamm, trockenen (und tiefen) Sand, über Felsen und steile Abhänge hinauf und hinunter. Zwar brauchen wir deutlich länger als erwartet, doch es macht super viel Spaß. Der Weg ist so selten befahren, dass viele Äste über den Track hängen und wir recht vorsichtig vorwärts fahren müssen.



An einer Düne fahre ich mich kurz fest, doch schaffe es schließlich aus eigener Kraft, den Weg hinauf zu gelangen. Die Holländer muss ich daraufhin retten, da sie komplett fest stecken. Das ist immer wieder ein Abenteuer. Der restliche Weg ist oft sehr kompliziert, Viele Stellen sind nur mit viel Vorsicht zu befahren. Schlimmer als irgendwo stecken zu bleiben ist nämlich, den Wagen auf die Seite zu legen. Doch alles geht gut. Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir zurück am Zeltplatz an.



Im Hintergrund sehen wir die Inseln und im leichten Regen genießen wir bei einem eiskalten Bier die letzten Strahlen der Sonne.

      

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Kategorie: Australien

Cape York - The Tip of the Top

Dieser Artikel wurde am 14. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Drei mal dürft ihr raten, was heute auf der Tagesordnung stand? Richtig, der Weg zum Tip. Der Name klingt aus meiner Sicht ziemlich bescheuert, aber irgendwer hat halt beschlossen, den nördlichsten Punkt von Australien Tip zu nennen. Ich erwartete eine einfach zu befahrene Dirt-Road, doch wurde positiv überrascht. Das ganze fing schon mit der Abkürzung an, die wir nahmen. Überall war Wasser auf der Straße, eine Menge Schlamm und so rutschten wir von rechts nach links. Die Autos haben komplett ihre weiße Farbe verloren und selbst mein Dach ist voll mit Dreck, doch Barbie ist noch immer am Lächeln :-)



Ziemlich nervig ist, dass es hier kein einziges Verkehrsschild gibt. Hätten wir nicht ein GPS, wäre der Weg durch Cape York mehr ein Rätsel raten.



Wir parken den Wagen und klettern die letzten Meter über Stock und Stein, ehe wir endlich am ersehnten Punkt ankommen. Was für eine Tour, nur um hier zu stehen! Obwohl in unserem Fall zählt nur der olympische Gedanke: Der Weg ist das Ziel. Dank einem Tipp probieren wir erneut unsere Fischkünste und fangen innerhalb von drei Minuten einen fetten Fisch. Blöd nur, dass Martijn den Fisch zwar bis ans nahe Ufer bekommt, doch dann die Leine reißt. Somit wandern wir ohne das Abendbrot am Strand zurück zu den Autos.

      

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Kategorie: Australien

Loyalty Beach / Cape York

Dieser Artikel wurde am 13. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Mit ein wenig Schlafdefizit wurde ich dann am nächsten Morgen von den Mädels pünktlich um sieben Uhr geweckt. Zwei Stunden später waren wir startklar und weiter ging es über den Old Telegraph Track. Schon wenige Meter hinter dem Campingplatz stand das nächste komplizierte River Crossing an. Zum Glück war das Wasser klar, steinig und schnell. Das mögen die Krokodile nicht und so kann man dort „bedenkenlos“ hindurchgehen. Normalerweise fuhr ich immer zuerst, da mein Wagen einfacher durch den Track kommt. Dadurch konnte ich den Weg testen und anschließend Tipps und Hinweise über das CB-Radio an die Holländer weitergeben. Doch hier schickte ich sie zuerst (über den „einfachen“ Weg), da ich erneut Potential für mich und die Seilwinde sah :-) Mit zwei Leuten im Wasser rangierten wir die Autos um die tiefen Löcher. Als Martijn oben stand, probierte ich erneut einen der älteren und eigentlich mittlerweile unmöglichen Wege. Doch wie nicht anders zu erwarten, blieb ich stecken :-) Problem war erneut, dass zwei Räder durchdrehten. Mir fehlten einfach die Diff-Sperren. Zu schade, aber die Air-Locker (Sperren) kosten auch einige tausend Dollar. Zum Glück kann ich mich selber im Rückwertsgang wieder befreien.

Nun fährt Martijn vor und ich kann erkennen, wie viel er (und ich wohl auch) in den letzten Tagen gelernt haben. Stellen, die er am ersten Tag noch zu Fuß abgelaufen ist und daraufhin lange mit mir durch diskutiert hat, nimmt er nun problemlos in Angriff. Wir kommen dadurch deutlich schneller voran. Auf dem Weg liegen weitere Flussdurchfahrten, mal mit sandigen, mal mit steinigen Untergrund. Doch nichts ist mehr so extrem wie am ersten Tag. Zum Glück! Die Wagen sind bis zum Dach voll mit Schlamm und wir genießen jeden Meter durch den Dschungel. Draußen ist es sehr schwül und wir freuen uns über die kalte Luft aus der Klimaanlage. Der Jardin River ist zu dieser Jahreszeit (und auch sonst), nicht zu durchfahren. Am Rand stehen Autowracks, denn wer hier seinen Wagen versenkt, hat Pech gehabt. Da ist keine Möglichkeit für einen Abschleppwagen. Zwar kann man mit guten Setup den River durchqueren, doch es ist ein hohes Risiko. Zu viele Krokodile (also kann man nicht vorher durchgehen), sehr tief und relativ schnell. Letzteres trägt dazu bei, das der Wagen zur Seite geschoben wird, wo erneut tiefe Stellen sein können. Wir sind im Land der Aboriginals und die hatten eine tolle Geschäftsidee: Eine Fähre. Für $88 wird man zwanzig Meter über den Jardin River gebracht. Absolute Abzocke!



Doch zuvor mussten wir noch vom Old Telegraph Track zurück auf den Bypass. In einem wirklich unscheinbar wirkenden kleinen Schlammloch, bleibt Martijn plötzlich stecken. Zum Glück haben wir Bäume in der Nähe und per Seilwinde zieht er sich raus. Für mich sieht es auch nicht besser aus. Ich muss die selbe Spur fahren, da links und rechts tiefe Tümpel sind. Tja, so musste auch ich aus dem Schlam(M)assel gezogen werden. Blöder Weise habe ich mein Nummernschild irgendwo so stark beschädigt, dass ich es noch gerade so retten kann, bevor es komplett abfällt.



Kurz darauf erreichen wir unseren Campingplatz direkt am Strand. Loyalty Beach ist nur 30km vom Tip (dem nördlichsten Punkt) entfernt. Wir werden uns hier für drei Nächte einquartieren. Aus meinem Zelt blicke ich direkt auf das Meer. Diese läd zum Schwimmen ein, doch erneut: Riesige Krokodile :-(

Tour: Old Telegraph Track – Seisia
Übernachtung: Camping am Strand, Loyalty Beach

      

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Kategorie: Australien

Old Telegraph Track - Die Zweite

Dieser Artikel wurde am 13. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nachdem wir gestern die Autos unter Wasser gesetzt haben, waren wir alle recht erleichtert, als die Wagen ohne Probleme am frühen Morgen angesprungen sind. Zwar ist es innen drin noch ein wenig nass (und es stinkt), aber das wird hoffentlich bald vergehen. Schon nach wenigen Metern krochen wir wieder im ersten Gang voran. Der Wagen stand schräg und des öfteren hing mal ein Rad frei in der Luft. Anschließend kann man 500m recht einfach fahren. Dann kommen wieder schlammige oder sandige Passagen, die nur recht langsam durchquert werden können. Bertie Creek hatte ein Flussbett, dass komplett aus Stein bestand. Also relativ einfach. Doch wer einfach drauflos fährt und geradeaus auf das andere Ufer zusteuert, wird seinen Wagen komplett versenken. Denn das Flussbett hat tiefe Löcher. Es kostet etwas Zeit, bis wir die richtige Route durch den Fluss finden, schließlich wollen wir ja heile am anderen Ufer ankommen.

Der Old Telegraph Track wurde einst von der australischen Telekom angelegt und wie der Name verrät, handelt es sich um eine Telegrafen-Leitung in den hohen Norden. Der Track wurde zum Bau und der anschließenden Wartung benötigt. Vor über zwanzig Jahren wurden allerdings schon die Bypass Roads von der Telekom angelegt, da der Old Telegraph Track zu kompliziert war/ist. Seitdem wird die Strecke nicht mehr offiziell gewartet oder gar repariert. Das heißt für die ersten Autos im neuen Jahr (nach der Wet Season) mit Kettensäge und Axt den Weg wieder befahrbar machen. Manche Stellen sind durch den starken Regen komplett unbefahrbar und es müssen kleine Ausweichstrecken „angelegt“ werden. Also ein paar Bäume fällen und schon geht’s weiter. Auf dem Bild seht ihr zwei der alten Ausfahrten nach einem River Crossing. Der lose Sand ist weggebrochen und ausgeschwemmt. Nun sind es fast senkrechte zwei Meter hohe Wände, die auch das beste Auto nicht mehr hinauf kommen kann. Zum Glück gibt es eine dritte Alternative an der Seite :-)



Ab und zu probierte ich statt der einfachen Strecke, die alten Teile des Weges. Oft kam ich durch, doch halt nicht immer :-) Mein hinteres Rad hing in der Luft und mein vorderes Rad steckte im Schlammloch. Beide drehten also frei und da ich keine Diff-Sperren habe, wurde mein 4WD zum Käfer auf dem Rücken. Doch genau für diesen Spaß sind wir ja schließlich hier :-) Und so kam die Seilwinde zum Einsatz.



Pünktlich zum Mittagessen kamen wir an den Fruit Bat Falls an. Dort konnten wir zu Erfrischung ins Wasser springen und den (Angst-)Schweiß der letzten zwei Tage abwaschen.



Übernachten wollten wir an den Eliot Falls, die wir gegen Nachmittag erreichen. Natürlich springen wir auch hier ins Wasser und genießen die Abkühlung. Wir sind wieder in den Subtropen. Es ist schwül und heiß, da tut das Wasser richtig gut. Gegen spät Abends gehen Martijn und ich zu den Australiern, die auf dem gleichen Campingplatz übernachten. Eigentlich wollten wir nur zwei Bier trinken, doch schnell kam der selbst gebrannte Rum auf den Tisch. Bin zwar kein Rum-Fan, aber der war schon lecker :-) Gegen vier Uhr Nachts lag ich dann auch mal im Bett….

Tour: Old Telegraph Track
Übernachtung: Camping, Eliot Falls

      

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Kategorie: Australien