Backpacking Trip

Old Telegraph Track - 4WD Track Cape York

Dieser Artikel wurde am 12. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Hundert Kilometer nachdem wir unser Nachtquartier verlassen hatten, erreichten wir die Kreuzung zwischen Weipa (im Westen von Cape York) und dem Weg bis in den Norden. Hier verlassen wir die Hauptroute und fahren in die Richtung des nördlichsten Punktes in Australien. Erneut ein Schild: Road closed. Das übersehen wir mal ganz zufällig :-) Weiter geht es auf mittlerweile oft schlammigen Tracks (fahre aber immer noch im 2WD). Ab und zu kommen uns Auto entgegen, bei denen wir vor lauter Schlamm kaum die Farbe erkennen können. Ich stoppe einen der Wagen und erfahre, dass der Weg viel Spaß macht. Er ist nur die einfachere „Umgehungsstraße“ (Bypass) gefahren und vom Old Telegraph Track rät es uns definitiv ab.

Barmwell Junction ist ein Roadhouse. Von diesem hat man die Möglichkeit, über zwei unterschiedliche Tracks zur Spitze zu gelangen. Den alten, extremen und in keiner Weise mehr gepflegte oder reparierte Old Telegraph Track oder der neuen und einfacheren Bypass. Die Holländer waren schon die ganze Zeit recht unschlüssig. Für mich stand fest: Cape York ohne den Old Telegraph Track ist einfach geschummelt. Ich mag es kompliziert und genau dafür fahre ich ja meinen Landcruiser :-) Die gute Frau im Roadhouse erklärte uns für verrückt. Es sind erst 10 Autos in den letzten Tagen den Old Telegraph Track gestartet, davor war es für Monate unbefahrbar, da die River zu tief waren. Doch bisher ist keines der Autos zurück gekommen. (Haben sie es geschafft oder stecken sie noch irgendwo im Wasser?) Das Problem: Nach nur fünf Kilometer gibt es ein River Crossing (Palm Creek), dessen Weg hinab in den Fluss so tief hinunter geht, dass man nie wieder hoch kommt. The point of no return. Der Old Telegraph Track lässt sich somit nur in eine Richtung befahren. Hier mal ein Video vom Old Telegraph Track, damit ihr mal eine Vorstellung habt.

Mir war schnell klar, wir werden den Old Telegraph Track nicht machen. Die Holländer hatten zu viel Angst um ihr Auto. Verständlich, war ja auch ein wenig teurer. Außerdem haben sie Kinder on board. Doch da das erste Crossing nicht weit weg ist, wollen wir uns das Abenteuer trotzdem mal anschauen. Als ich den steilen und schlammigen Hang sah, war entgültig meine Hoffnung gestorben. Das werden die Holländer nie wagen. Doch plötzlich kommen drei Geländewagen mit Australiern an. Deren Wagen haben das perfekte Setup. Quasi unstoppbar. Riesige 35 Zoll Schlamm-Reifen, über 20cm angehobene Karosserie, Diff-Sperren und alles was man braucht. Sie überlegen nicht lange und fahren den steilen Hang hinunter und durchqueren den schlammigen Fluss. Ich war schon mit den Jungs am diskutieren, ob sie mich mit durch den Old Telegraph Track nehmen, als Martjin plötzlich sagte: „Let’s do it!“ (OK, die Aussis haben lange auf ihn eingeredet.) Ich rannte zu meinem Auto und bevor er sich um entscheiden konnte, hing ich schon halb im Wasser. Wie immer kommt es auf den Bildern nicht so herüber, doch schaut euch einfach die Seitenwände des Tracks an. Und außerdem, wie verschränkt meine Räder sind. Das gibt eine Idee, wie hoch mein Adrenalinspiegel war :-)

Wie bei so jedem extremem Manöver, hing ich mal wieder mit meiner Anhängerkupplung auf den Steinen, doch das Geräusch kenne ich schon und somit gab ich Gas und es ging durch den Fluss zur anderen Seite. Mit fünf Autos ging die Reise weiter. Doch nicht weit, denn nun stand eines der kompliziertesten River Crossings (Ducie Creek) unserer Tour (oder gar für immer?) auf dem Programm. Wie gesagt, es gab kein Zurück mehr. Es ist ein Muss, dass man tiefe Durchfahrten vorher zu Fuß durchläuft. Nur so kann man Hindernisse wie Steine und löcher finden. Außerdem wirkt das Wasser oft flach und plötzlich steht man bis zum Hals drin. Das wäre für den Wagen fatal. Dieses Crossing ist jedoch total zugeschlammt. Man sieht nichts und vor allem sieht man keine Krokodile! Somit traut sich keiner, auch nur einen Fuß hinein zu setzten. Wir schicken den ersten Wagen hinein. Ein Abschleppseil am Heck, sodass die Rettung im zu tiefen Wasser in wenigen Sekunden geschieht. Nach der Hälfte der Strecke durchs Wasser gibt es ein riesiges Loch. Als ich an der Reihe bin, verschwindet meine Haube unter die Wasseroberfläche. Rein:

Und wieder raus:

Gleichzeitig kam dann plötzlich Wasser durch Öffnungen aus dem Motorraum in den Innenraum geschossen. In wenigen Augenblicken hatte ich einen 10cm hohen See im Wagen. Doch stoppen kam nicht in Frage. Mein Herz raste und ich war glücklich, das die Elektronik scheinbar noch nichts abbekommen hat. Langsam kroch ich weiter durch den Schlamm hinauf auf die andere Seite Juhu, geschafft! Was für ein Glücksgefühl. Auch die Holländer fluteten ihren Wagen, uns fehlten halt die 20cm mehr Bodenfreiheit.

Des öfteren gab es zwei Alternativen: Eine extreme und eine „leichtere“. Die Australier probierten natürlich das schlammigste was nur irgendwie geht und des öfteren mussten sie dann per Abschleppseil aus dem Schlamassel gerettet werden, da sie einfach stecken blieben. Wir sind alle mit so genannten Snatch-Traps ausgestattet. Es funktioniert wie ein Gummiband. Zuerst dehnt sich das Abschleppseil und bei einem bestimmten Punkt zieht sich das ganze Seil mit wahnsinniger Kraft zusammen. Damit bekommt man auch ein über zwei Tonnen schweres Auto aus dem tiefsten Schlamm.

Von nun an ging es nur langsam voran. Der Weg hatte oft starke Schräglagen und tiefe Löcher. Die Australier sahen wir schon bald nicht mehr und auch für mich war es kein wirkliches Problem. Doch der Defender mit seinem hohen Schwerpunkt kam des öfteren sehr in Bedrängnis. Und erneut: Es gab nur einen Weg für uns und der heißt „geradeaus“. Also steigen wir aus dem Auto aus, diskutierten die beste Linie und mit Handzeichen ging es dann in Schrittgeschwindigkeit vorwärts. Somit schafften wir in drei Stunden ganze 17km :-) Mein Adrenalin ist auch jetzt, vier Stunden nach Ankunft auf dem Campingplatz (kleine Wiese am Fluss) noch auf höchsten Niveau. Ich bin so glücklich, dass die Australier da waren. Ohne Sie wären wir nie hier gelandet. Und der Old Telegraph Track ist zu dieser Jahreszeit wirklich eines der besten Abenteuer überhaupt.

Tour: Laura – Old Telegraph Track
Übernachtung: (Bush) Camping, North Alice Creek

Weiter geht’s:

Teil 2: Cape York (Loyalty Beach)

Teil 3: Cape York (The Tip)

Teil 4: Cape York (Sumerset)

Teil 5: Cape York (im Schlamm)

Cape York und der Old Telegraph Track sind für Fans der 4WD Off-Road Gemeinde ein genialer Ausflug. Hier kommt jeder 4×4 Fahrer auf seine Kosten :-) Hier noch ein paar Wikipedia Infos zum Cape York. Allerdings auf Englisch…

      

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Kategorie: Australien

Staubiger Norden

Dieser Artikel wurde am 12. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Bevor wir den Campingplatz verlassen, wandern wir noch ein kurzes Stück durch den Granit Gorge. Das Gebiet ist recht klein und so macht es nichts, dass wir uns schon nach wenigen Minuten verlaufen. So wird das ganze aber interessanter, denn wir müssen über Stock und Stein klettern, um den Weg wieder zu finden. Zur Belohnung gönnen wir uns anschließend einen leckeren Cappuccino in Australiens Kaffeehauptstadt Mareeba. Schließlich wissen wir nicht, wann wir das nächste Mal eine leckere Tasse bekommen.



Als wir die Stadt verlassen, entdecken wir erneut ein uns bekanntes (und gehasstes) Schild: Road cloased. Und zwar die zum Cape York (allerdings nur das oberste Stück). Na Bingo, erneut zu früh gefreut. Da die Straße vor zwei Tagen noch offen war, schließen wir daraus, dass der Regen die Flüsse gefüllt hat. Wir brauchen jedoch drei Tage bis zur Spitze und somit kann sich alles wieder geändert haben. Also nichts wie los :-)

Schnell verlassen wir die geteerte Straße und reisen auf staubigen Dirt Roads. Des öfteren kommen und Road-Trains mit bis zu drei Anhängern entgegen. Die gehen nicht einmal vom Gas. Für Autos gibt es da nur eine Möglichkeit: So weit wie es nur geht zur Seite fahren, anhalten und ein paar Minuten warten, bis der Staub sich wieder gesetzt hat. Auf dem Foto seht ihr einen Road-Train und die riesige Staubwolke, die er hinter sich herzieht. In der Wolke kann man keine fünf Meter weit sehen.



Kurz vor Laura schauten wir uns erneut Aboriginal Paintings an. Ich bin ja der Meinung, dass die Aboriginals vor 20.000 Jahren im Kontakt mit Außerirdischen standen. Wenn ich mir die Bilder am Split Rock so anschaue, fällt mir keine bessere Erklärung ein :-) Nur wenige Minuten später erreichen wir unser Nachtquartier.



Nach dem Frühstück erkunden wir ein Kultur- und Visitor Center in Laura. Da wir die einzigen Gäste sind, bekommen wir eine interessante Tour durch die Ausstellung und es wird uns eine Menge über Cape York erklärt. 1928 hat das erste Auto die Spitze erreicht. Mit sieben PS und nur einem Ersatzrad machten sich zwei Neuseeländer auf eine angeblich unmögliche Reise. Doch sie behielten Recht und überstanden den Weg, der zuvor nur mit Pferden bereist wurde.



Durch den langen Aufenthalt im Visitor Center fuhren wir mit Verspätung los und strichen unser Tagesziel von der Liste. Stattdessen werden wir bis Coan fahren und dort direkt am Fluss auf Sandbänken (bush-) campen. Wie schon die letzten Abende, verbringen wir die Nacht am großen Lagerfeuer. Die Straße ist erneut sehr staubig und Gegenverkehr nebelt die Straße des öfteren komplett ein. Wir reisen übrigens aus diesem Grund im Abstand von fast einem Kilometer. Jeden Abend heißt es dann, den Luftfilter zu säubern, der komplett voll von Staub ist.

Tour 1: Mareeba – Laura
Übernachtung: Camping, Laura Roadhouse

Tour 2: Laura – Coan
Übernachtung: Bush Camping, Coan am River

      

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Kategorie: Australien

Kaffeeparadies

Dieser Artikel wurde am 05. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Am nächsten Morgen tauschten wir die Autos. Ich fuhr den Defender und Martjin meinen Landcruiser. Ist schon ein ganz anderes Gefühl, dazu werde ich später mal mehr erzählen. Um die Farm herum gibt es einige kleine 4WD-Strecken und wir haben unseren Spaß. An einer steilen Böschung fährt Martjin vor und ich mache mir keine weiteren Gedanken und fahre hinterher. Zwar sehe ich die Schräglage, doch aus meinen Erfahrungen wusste ich, dass der Toyota da ohne Probleme durchkommt. Den Defender hingegen schätze ich komplett falsch ein. Ich fuhr die gleiche Linie wie Martjin und plötzlich kippte der ganze Wagen zur rechten Seite. Das linke Vorderrad stand über einen halben Meter in der Luft. Es fühlte sich an, als würde der Wagen jeden Moment komplett zur Seite kippen. Hilfe. Das wäre was gewesen. Zu unser allen Glück konnte ich den Überschlag aber noch einmal gegensteuern. Da hatte ich einen Schutzengel :-)

Der Defender ist bis an die Decke beladen, schließlich reisen die Holländer mit der ganzen Familie. Auch sind die Dachaufbauten deutlich schwerer (Dachzelt,…). Dadurch ist der Schwerpunkt extrem weit nach oben verschoben. Puh, wenn ich an den Augenblick zurückdenke, wird mir immer noch ganz übel… Es zeigt jedoch, wie schnell etwas schief gehen kann, wenn man eine Situation falsch einschätzt.



Erneut haben wir einen langen Fahr-Tag vor uns, um die 300km bis nach Mareeba zu überbrücken. Wir wählen natürlich die interessantere (doch langsamerer) Route über unbefestigte Straßen Im Dunkeln kommen wir an und finden mit etwas Glück noch den letzten freien Platz auf dem Campingplatz. Es ist ein langes Wochenende und somit ist ganz Australien auf den Beinen.

Mareeba ist die Kaffeehauptstadt von Australien und so freuen wir uns alle auf einen leckeren Cappuccino am nächsten Tag. Außerdem steht eine große Shoppingtour auf dem Programm, denn schließlich benötigen wir Proviant für unsere Reise zum Cape York. Ansonsten freuen wir uns, dass wir endlich wieder Mobilfunk und Internet haben :-) Zwar hat es zwischendurch ein paar mal ganz kurz geregnet, doch da der Campingplatz sehr schön ist, verbringen wir eine zweite Nacht im Granit Gorge.

Tour: Georgetown – Mareeba
Übernachtung: Camping, Granit Gorge Campground

      

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Kategorie: Australien

Bestes Bier in Australien

Dieser Artikel wurde am 05. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nicht das ihr jetzt denkt, ich bin ein Alkoholiker, aber es wird mal Zeit, über die „harte Droge“ zu sprechen. Nämlich über Bier. Es gibt doch nichts schöneres, als nach einem anstrengenden Tag Abends ein eiskaltes Bier aus dem Esky (Kühlbox) zu nehmen. Mit Cody zusammen habe ich einen Biertest veranstaltet und ich wage zu behaupten, fast alle bekannten Biersorten probiert zu haben. Natürlich gibt es immer kleine Brauereien, die nur bestimmte Gebiete beliefern, aber den Rest habe ich durch :-) Dabei gibt es richtigen Schrott, welchen man kaum trinken kann. Wie überall: Desto billiger, umso schlechter. Nach nun einigen Monaten in Australien gibt es eine absolute Nummer Eins: Blue Tongue! Dieses Bier schmeckt einfach unwiderstehlich gut. Das liegt villeicht an der interessanten Mischung; Deutsche (Hersbrucker) Gerste und Hopfen aus Tasmanien sind hier vereint zur Perfektion! Und nein, vom Blue Tongue Bier bekommt man, entgegen seinem Namen, keine blaue Zungen :-) Hier mal ein Blick in meine Kühlbox:



Leider gibt es mein Lieblingsbier nur sehr selten und ich brauche eine gute Alternative: Diese heißt Extra Dry von Tooheys. Selbst im tiefsten Outback zu finden, ein ganz anderer Geschmack als das Blue Tongue Bier, aber trotzdem verdammt gut. Also meine Lieben, solltet ihr irgendwann mal in Australien landen, wisst ihr, was ihr in der Bar ordern solltet :-)

      

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Kategorie: Australien

Riesen Krokodil

Dieser Artikel wurde am 04. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Unser Plan war, über Karumba in den hohen Norden zu fahren, doch leider war die Route wegen zu tiefen Flüssen komplett gesperrt. Bis Karumba durften wir fahren und konnten dort am Meer etwas entspannen. Leider leben auch hier Krokodile im Wasser und das Schwimmen ist untersagt. Abends genossen wir zusammen frische Shrimps und schauten dabei am Strand einen wunderschönen Sonnenuntergang an.



Am nächsten Tag durchquerten wir noch einmal Normanton und machten einen kurzen Stopp an diesem riesigen Krokodil. Mit 8,63m soll es angeblich das größte Krokodil sein, das jemals erschossen wurde (1957). Kann mir nicht wirklich vorstellen, dem in freier Wildbahn zu begegnen. Das ist schon ein halber Dino :-)



Von Karumba ging es über einen normalen Highway insgesamt 400km Richtung Osten. In Georgetown fanden wir zufällig einen Flyer für einen schönen Campingplatz auf einer Farm und ehe wir uns versahen, waren wir wieder auf unbefestigten Straßen unterwegs. Der einfache Campingplatz war super schön gelegen und wir waren fast alleine. Nur ein Gruppe Australier hatten ihre Zelte aufgeschlagen. Im Gespräch stellte sich dann schnell deren Hobby heraus: Die Wildschweinjagd. Doch nicht etwa mit dem Gewehr. Das wäre ja zu einfach. Sie haben eine reihe Hunde dabei, mit denen sie Nachts auf die Jagd gehen. Die Hunde reißen das Wildschwein nieder und dann kommen die Jungs mit ihren großen Messern,… Angeblich wird das Fleisch dann gewinnbringend nach Deutschland verkauft.



Auf dem Highway sehen wir ab und zu sehr interessante Schilder. Im Outback sind die meisten Schildern übrigens durchlöchert von Schrotkugeln. Hier essen die Kühe sogar Autos. Also aufgepasst :-)

Tour 1: Normanton – Karumba
Übernachtung: Camping, Karumba Caravanpark

Tour 2: Karumba – Georgetown
Übernachtung: Camping, Flat Creek Station

      

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Kategorie: Australien

Auf in den Norden

Dieser Artikel wurde am 04. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Schon von Beginn an träumte ich von einer Reise zum Cape York, dem nördlichsten Punkt in Australien. Des öfteren änderte ich meine Meinung, ob ich das ganze mache oder nicht. Letztendlich war mir klar: Niemals alleine. Da die Holländer genau den gleichen Gedankengang hatten, stand schnell fest: Wir werden eines der größten Abenteuer in Australien starten, die Reise zum Cape. Doch lassen wir den Lonely Plant sprechen: „The overland pilgrimage to Cape York Peninsula – the tip of Australia – is simply one of the greatest 4WD routes on the continent. This is one of the most untamed, primeval and lonesome areas of Australia. While reaching the tip is an exhilarating effort, many of the highlights of this journey are found in the changing landscapes of the seasons and detours, planned and unexpected.“ Hier mal ein paar beeindruckende Bilder.

Es gibt Brücken zu überqueren, die nur aus zwei riesigen Baumstämmen bestehen. Flüsse müssen durchfahren werden, die tief und schlammig sind. Die Tour zum Cape wird nicht ohne Grund als eine der schwierigsten Strecken in Australien bezeichnet. Am Wegesrand finden sich viele Geländewagen, die in einem der „difficult and potentially disastrous vehicle-destroying rivers“ zerstört wurden. Was kommt da auf uns zu? Ich hoffe wir kommen mit zwei heilen Autos wieder zurück!

Apropo heile: War mal wieder in der Werkstadt und hatte dadurch eine schlaflose Nacht. Bei der letzten Reparatur, haben die irgendwie an meinen hinteren Bremsen rumgefuscht und die funktionierten nicht mehr richtig. Das war zum Glück schnell nachjustiert. Außerdem musste mein Startermotor überholt werden, da der Wagen ab und zu nicht mehr angesprungen ist. Das große Problem jedoch war ein metallisches lautes Klirren beim Fahren, das aus der Richtung der Gearbox kam. Zu meinem Glück war es nur ein Gelenk an der Kardanwelle. Mit einigen hundert Dollar weniger im Geldbeutel war ich nun startklar für die Weiterreise.

Da ich in die Werkstadt musste und für die Kiddies die Schule auf dem Programm stand, blieben wir für zwei Nächte im eher unspektakulären Normanton.

Tour: Leichardt Falls – Normanton
Übernachtung: Camping, Caravanpark Normanton

      

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Kategorie: Australien

Leichardt Falls

Dieser Artikel wurde am 30. April 2009 in Australien geschrieben.

Pünktlich um 10 Uhr (das ist hier überall Check-Out Time in Australien, egal ob Camping oder Hotel) saßen wir im Auto, um erneut eine World Heritage Area zu begutachten. Diesmal waren wir auf den Spuren von 25 Millionen Jahren alten Tieren. In Riversleigh wurden eine Menge Fossile gefunden. Doch die meisten sind schon irgendwo im Museum oder der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Wir wurden mit recht unspannenden Knochenrückständen abgespeist. Naja, war trotzdem ganz interessant. Unser Tagesziel waren die Leichardt Falls, die wir gegen Nachmittag erreichten. Die Strecke war super zu fahren und wir reisten mit um die 100km/h (die Reifen pumpten wir vorher per Kompressor auf). Nur manchmal standen Kühe oder Pferde auf dem Weg oder wir mussten Flüsse durchqueren, die an den Regenwald erinnerten. An den Leichardt Falls stand dann erneut Bush Camping auf dem Programm. Was sich als absoluter Traumplatz zum Camping entpuppte.



Wer denkt, ich bin zum absoluten Natur-Freak geworden, kennt mich nicht gut genug. Nur weil ich vom Bush Camping schwärme, heißt es nicht, dass ich mir jetzt nichts Schöneres vorstellen könnte. Was für viele wahrscheinlich die absolute Katastrophe wäre: „Hilfe, keine Toiletten und kein fließend Wasser.“ ist eher darauf zurückzuführen, dass jenen komplett solch ein Erlebnis fehlt. Wo liegt denn eigentlich das Problem? Nüchtern betrachtet gibt es nämlich keins. Von einem Tag (oder zwei Tagen ) ohne Dusche ist schließlich noch keiner gestorben. Ich erfrische mich am Tag der Abreise und weiß, dass in ein oder zwei Tagen wieder eine Dusche vorhanden ist. Außerdem habe ich auch noch die Dusche auf dem Dach und wir gehen hier fast täglich schwimmen. Also null Problemo. Und Toiletten? Gibt es an jeder Tankstelle/Roadhouse. Und wenn dann mal Not am Mann ist, hat man ja noch eine Schaufel im Auto :-)



Bush Camping hat einfach den Vorteil, dass man meist ganz alleine ist und an den absolut besten Plätzen sein Zelt aufstellen kann. Schaut auf das Foto: Seht ihr die Wasserfälle im Hintergrund? So was findet sich in keinem Hilton Hotel. Nachts brennt das Feuer und man sieht die Strenschnuppen im Himmel. Dabei fühlt man sich einfach wohl.

Tour: Adels Grove – Leichardt Falls
Übernachtung: Bush Camping, Leichardt Falls

      

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Kategorie: Australien

Entspannung unter Palmen

Dieser Artikel wurde am 30. April 2009 in Australien geschrieben.

Der Adels Grove Campingplatz neben dem Boodjamulla (Lawn Hill) Nationalpark war super schön angelegt. Wir schlugen unser Zelt unter riesigen Bäumen auf und waren somit auch am Tag von der Sonne verschont. Nur Nachts vermisste ich meine Sterne, die ich sonst durch das Moskitonetz für lange Zeit beobachte. Im Hintergrund hörten wir den Wasserfall, der einen kleinen (Schwimm-) See mit Wasser füllte. Da für die Kiddies erneut die Schule auf dem Programm stand, hatten Michelle und ich Zeit für eine längere Wanderung im Nationalpark.



Der Palmengesäumte Fluss erinnerte ein wenig an den Regenwald, doch die Temperaturen waren sehr angenehm. Schwimmen war erlaubt und wir gönnten uns eine kleine Abkühlung, bevor es zurück zum Auto ging. Anschließend stand dann erstmal ein Relaxprogramm auf dem Plan. Der Campingplatz hatte eine Bar mit großer Veranda, die wir ausgiebig nutzen. Die Kinder machten Hausaufgaben und die Erwachsenen saßen am Computer um ihren Blog zu schreiben. Anschließend gönnte ich mir 30 Minuten (extrem teures) Internet, um alles für euch online zu stellen.



Daraufhin bestiegen wir einen nahe gelegenen Hügel und schauten uns einen super schönen Sonnenuntergang an. Vor uns lagen hellgrüne Wiesen, die unserem Weg den Namen Savannah Way gaben. Laut Aussage der Holländer, erinnert das ganze schon ein wenig an Afrika. Wer genau hinschaut, sieht sogar die Tiere am Wasserloch. (Ok, das Foto ist bei einer anderen Uhrzeit entstanden.)

      

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Boodjamulla Nationalpark

Dieser Artikel wurde am 29. April 2009 in Australien geschrieben.

Die Besitzer von Hells Gate erlauben mir, einen Ölwechsel zu machen. Sie benötigen das Altöl nämlich für ihre Kühe! Gemischt mit Moskitospray wird es in Bettlaken getaucht und zwischen Bäume gespannt. Die Kühe laufen darunter her und streifen sich das Öl über den Rücken. Mit frischem Öl und Filter geht es weiter ins Abenteuer. Wir verlassen den Savannah Way für einen Abstecher in den Boodjamulla (Lawn Hill) Nationalpark. Natürlich wählen wir den extremsten Weg über das Kingfisher Camp. Hier werden uns die Besitzer den Weg durch zwei Flüsse erklären. Ohne deren Hilfe sind wir nämlich aufgeschmissen. Der Boden der Flüsse ist sehr schlammig und man bleibt mitten drin stecken :-) Der Weg zum Camp ist super spannend. Wir fahren recht langsam, denn ab uns zu ist der Feldweg so zugewuchert, dass wir uns nicht sicher sind, wo es denn nun weiter geht. Dann haben wir wieder offene Felder, mit hunderten Kühen auf der Straße.



Alle paar Kilometer müssen wir erneut Flüsse und Bäche durchqueren. Einmal steht mir das Wasser fast bis zu den Scheiben und mir wird dabei schon etwas übel. Bitte jetzt nicht stecken bleiben :-) Solange man sich vorwärts bewegt, wird das Wasser zur Seite gedrückt. Bleibt man stehen, weiß ich nicht, wie lange zwanzig Jahre alte Türdichtungen halten. Leider war ich bei diesem River Crossing zu aufgeregt und habe blöder Weise meine Kamera nicht an. Somit müsst ihr euch das jetzt mal in Gedanken ausmalen.

Tour: Hells Gate – Boodjamulla (Lawn Hill) Nationalpark
Übernachtung: Camping, Adels Grove

      

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Hells Gate

Dieser Artikel wurde am 28. April 2009 in Australien geschrieben.

Pünktlich um sechs Uhr wurde ich aus dem Bett (Zelt) geschmissen. Zwar stehen wir immer so gegen sieben Uhr auf, doch so früh war das dann schon länger nicht mehr. Martjin und ich wollten so früh am Morgen erneut unsere Fischkünste testen. Am Fluss trafen wir einen Australier, der nur wenige Minuten später einen Hai (!!!) aus dem Wasser zog. Nach einem längeren Kampf landete der Hai anschließend wieder im Fluss. Das war auch das einzige Erfolgserlebnis, für den Mann sowie für uns. Ohne Fisch ging es zurück zum Frühstückstisch.



Gegen Mittag verließen wir das Dorf und hatten 330km vor uns, bevor wir erneut die Zelte aufschlagen konnten. Wie schon die Tage zuvor, war die Straße super zu befahren. Damit meine ich jetzt nicht, dass das ganze wie Asphalt war, ganz im Gegenteil. Aber es machte eine menge Spaß. Nur zwischendurch waren die Bodenwellen so extrem, dass wir etwas vom Gas gehen mussten. Für die Holländer ist die Fahrt etwas komplizierter, denn sie fahren hinter mir (und meiner riesigen Staubwolke) her. Mit einem gewissen Abstand geht das aber problemlos. Dafür bekommen sie von mir einen Zustandsbericht des Weges über das CB-Radio. Ich melde Schlaglöcher und Stellen wo überall tiefe Spurrillen sind. Genau hier liegt auch die Gefahr dieser Reise. Größtenteils fahren wir mit um die 80km/h, was auch überhaupt kein Problem darstellt.



Doch hinter jeder Kurve oder hinter jedem Hügel kann etwas unerwartetes kommen. Nicht nur einmal haben wir nach über hundert Kilometern plötzlich ein riesiges Loch in der Straße. Oft sind Warnschilder aufgestellt, doch ab und zu fehlen diese. Fährt man in solch ein Wash Out hinein, kann es einem die ganze Achse unter dem Auto weg reißen. In anderen Worten: Man muss die ganze Zeit mit höchster Konzentration fahren, denn nur ein paar Sekunden ohne Aufmerksamkeit und schon ist es zu spät. Wash Outs oder tiefe Spurrillen, wie auf den beiden Bildern, liegen oft ganz unerwartet an Stellen, wo man überhaupt nicht damit rechnet. Also Augen auf!



Unser Tagesziel trägt den einladenden Namen „Hells Gate“. Wir sind zurück im Bundesstaat Queensland und das Hells Gate Roadhouse war einst die letzte Polizeistation vor dem wilden und gesetzlosen Outback.

Tour: Borroloola – Hells Gate
Übernachtung: Hells Gate Roadhouse

      

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Kategorie: Australien