Backpacking Trip

Lost City

Dieser Artikel wurde am 28. April 2009 in Australien geschrieben.

Weiter ging es Richtung Borroloola. Uns standen erneut einige River Crossings bevor. Jedes Mal fängt das Herz erneut an wild zu schlagen. Geht alles gut? Zu unserem Glück bleiben wir nicht stecken und müssen keinen Rettungsversuch im Krokodilwasser einleiten. Die Strecke ist super schön zu fahren. Die Natur wechselt stetig ihr Erscheinungsbild. Neben Sumpfgebieten haben wir immer öfter große Wiesen mit Blumen und Bäumen neben uns. Zur Abwechslung darf auch der ein oder andere steinige Hügel nicht fehlen. Die Savannah Way zeigt sich von seiner schönsten Seite. In wenigen Wochen wird hier vieles ausgetrocknet sein und weder die River Crossings, noch die Natur sind so spannend wie zu dieser Zeit. Der Savannah Way ist übrigens nicht mehr als ein besserer Feldweg, den wir so mit um die 80km/h bereisen. Hier sind wir erneut im echten Outback!



Auf dem Weg machen wir einen Stopp in der Lost City. Ja, ja, ich weiß, alles mögliche wird hier in Australien so genannt. Doch zurecht, nach einer zweistündigen Wanderung kommen wir uns erneut vor, wie Indiana Jones auf seinen Abenteuern. Auf dem Bild mag es wirken, wie eine Felswand, doch es handelt sich alles um einzelne große Fels-Säulen.



Gegen Nachmittag erreichen wir schließlich Borroloola. Laut Lonely Planet leben hier 700 Menschen. Wir hoffen auf Mobile Connection, doch werden enttäuscht. Liegt wohl daran, dass es sich fast nur um Aboriginals handelt. Im Shop wollen wir uns mit Lebensmittel eindecken, doch wir warten über eine halbe Stunde in der Schlange. Ab fünf Uhr Nachmittags darf in diesem Dorf Alkohol verkauft werden und nun stehen 700 Leute Schlange, den heute war Zahltag. So was habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen!

Tour: Limmen Nationalpark – Borroloola
Übernachtung: Camping, Caravanpark Borroloola

      

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Kategorie: Australien

Savannah Way

Dieser Artikel wurde am 27. April 2009 in Australien geschrieben.

Dank 4WD-Magazinen, Lonely Planet, Touristeninformationen, 4WD-Büchern und sonstigem Kartenmaterial, sind wir bestens informiert, was es denn so zu sehen und zu entdecken gibt. Der Savannah Way führt uns Richtung Borroloola, doch wir werden eine Übernachtung in den Butterfly Springs machen. Erneut fahren die beiden Mädels abwechselnd bei mir mit. Es ist einfach erstaunlich, dass ein neun Jahre altes Mädchen besser die Karte lesen kann, als meine Ex-Mitfahrerin Keyfiye im Alter von Vierzig. Auch das Auffassungsvermögen ist interessant zu beobachten. Ich erklärte Meike, wie man die 4WD-Karte lesen und deuten muss und wenige Minuten später hatte ich einen super Navigator an meiner Seite. Den gleichen Prozess habe ich mit Keyfiye nach fünf Tagen verzweifelt aufgegeben :-)



Auf dem Weg haben wir alle paar Kilometer Flüsse und Bäche zu durchqueren. Wir hoffen sehr, dass wir nicht stecken bleiben, schließlich können überall diese großen fleischfressenden Tiere im Wasser liegen und nur auf uns warten. Oft ist das Wasser nur 30-40 Zentimeter tief, doch manchmal kommt es über die Motorhaube geschwappt. Normalerweise soll man jeden River Crossing erst zu Fuß durchqueren, um zu sehen wir tief er ist und den Untergrund zu erkunden. Doch darauf verzichten wir bei den Kroks gerne :-)

Der Campground in den Butterfly Springs ist purer Luxus für uns – es gibt sogar ein (long drop) Toilette, Picknick-Tisch und einen kleinen See mit Wasserfall, in dem es keine Kroks gibt – juhu! Außerdem sind wir erneut alleine (jedenfalls fast, dazu später mehr). Während die Mädels die Schulbank drücken, machen Martjin und ich uns auf, seine Angel zu testen. Zuvor geht es zum Ranger, schließlich wollen wir nicht nur wissen, wo es Fisch gibt sondern auch, wie man nicht vom Krokodil gegessen wird :-) Mit genügend Infos und kaltem Bier geht es dann zum River Crossing, wo wir unser Glück versuchen. Das Gebiet ist berühmt für die großen Barramundis, doch wir sind recht erfolglos. Ein Köder blieb an einem Stein hängen und riss, der andere hing im Baum über dem Wasser :-)



Nach dem Abendbrot hörten wir plötzlich ein komisches Geräusch. Zuerst dachten wir an ein Echo von den Felsen, doch irgendwie passte das nicht. Da wir alleine waren, konnte es also nur der Wind sein, dessen waren wir uns recht schnell klar. Oder doch Außerirdische, scherze ich. Irgendwer erkannte plötzlich zwei Lichter in der Ferne. Doch wir sind mitten im Nichts, über 200km vom nächsten Dorf entfernt. Immer noch hören wir diese seltsamen Töne und nun auch noch die beiden Lichter. Was kann das nur sein? Gemeinsam machen wir uns auf den Weg, die Außerirdischen zu begrüßen. Werden wir den Campingplatz je wiedersehen? Zwischen den Bäumen erkannten wir plötzlich, dass sich das Licht bewegte. Kommt es etwa näher? Je weiter wir in die Richtung des Lichtes gingen, desto lauter wurden diese komischen Geräusche. Solche Töne haben wir noch nie zuvor gehört. Was erwartet uns nur? Es dauerte noch etwas, bis wir erkannten, dass es sich bei dem Licht um ein Feuer handelt. Doch wer macht mitten in den Felsen zwei Feuer und dazu seltsame Geräusche? Das können nur Aboriginals sein, die irgendeine Zeremonie durchführen. Da wir diese nicht stören wollen, verschwinden wir zurück zu den Zelten. Das war ein aufregendes Erlebnis! Mit den Tönen der Aboriginals fallen wir später in den Schlaf.

Tour: Im Limmen Nationalpark
Übernachtung: Camping, Butterfly Springs

      

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Kategorie: Australien

Bush camping

Dieser Artikel wurde am 27. April 2009 in Australien geschrieben.

Nachdem ich vier Stunden gelangweilt im Office gesessen habe (durfte nicht in die Werkstadt), kam die Erlösung: Der Wagen ist startklar! Dadurch, dass ich von den Jungs im 4WD-Forum geschult wurde, wusste ich genau, was ich wollte und somit blieb dem Mechaniker wenig Spielraum, mir mehr aufzudrücken. OK, der Job hat eine Stunde länger gedauert als vereinbart, aber angeblich war da ein Problem. Ist auch ein zwanzig Jahre altes Auto, kann also sein. Egal, habe über $1.000 gespart.

Die 4M’s (wer löst das Rätsel?) sind schon in Mataranka, 90 Minuten südlich von Katherine. Leider ist es schon dunkel und ich habe eine Nachtfahrt vor mir. Solange kein Auto auf der Straße ist, macht es Spaß, doch bei jedem Gegenverkehr fährt man fast blind. Immer mit der Hoffnung, dass da ja kein Camel im Weg steht :-)

Tour: Katherine – Mataranka
Übernachtung: Camping, 12 Mile Yards Campground

Am nächsten Morgen haben wir nur sechs Kilometer vor uns, bevor wir den Highway verlassen und endlich wieder auf Dirt-Roads reisen. Doch an der Kreuzung kam umgehend die Enttäuschung: Der Savannah Way ist geschlossen. Daraufhin gibt es einen Cappuccino-Stopp in einem Hotel, wo wir über die Handyverbindung ins Internet gehen, um einen tagesaktuellen Zustandsreport der Straßen des Savannah Ways zu bekommen. Auf der offiziellen Website steht für den zweiten Teil der Strecke: high clearance 4WD – extrem caution. Hört sich doch super an! Wir rufen die Polizei in Borroloola, um für den offiziell geschlossenen ersten Teil einen Zustandsbericht zu bekommen. Die sagen uns, dass in den letzten Tagen zwei oder drei Geländewagen den Savannah Way gefahren sind. Es benötigte keinerlei Diskussion. Uns war allen klar, wir werden das Abenteuer wagen :-)



Über meine geliebten Dirt Roads geht es nach Roper Bar, doch der Campground sagt uns gar nicht zu. Wir füllen meine Solar-Dusche auf dem Dach mit Wasser und machen uns auf den Weg in den Limmen Nationalpark, wo sich ein schöner Platz direkt am See findet. Doch es heißt Bushcamping, was bedeutet: Kein Fernsehen, keine Disco, kein McDonalds, kein fließend Wasser, ja nicht mal eine Toilette. Oder andere herum ausgedrückt: Nichts als pure Natur! Wären diese blöden Moskitos nicht immer um uns herum, wäre dieser Platz wirklich traumhaft. OK, zweites Problem: Krokodile im Wasser. Also halten wir etwas Abstand mit den Zelten, schließlich wollen wir ja keinen grünen Besuch in der Nacht :-)



Schnell brennt das Lagerfeuer, wir backen Brot, trinken Bier, kochen Essen und genießen das atemberaubende Sternenbild über uns. Ab und zu fliegt eine Sternschnuppe an uns vorbei und wir diskutieren fleißig über Reisen, 4WD und Außerirdische :-) Das Gefühl, so ganz alleine in der Natur, umgeben nur von Millionen Sternen ist einfach unbeschreiblich!

Tour: Mataranka – Roper Bar – Limmen Nationalpark
Übernachtung: Camping, St Vidgeon Ruins

      

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Kategorie: Australien

Fass ohne Boden

Dieser Artikel wurde am 21. April 2009 in Australien geschrieben.

Heute morgen habe ich eine neue Hiobsbotschaft erhalten: Angeblich ist mein hinteres Diff total kaputt und muss erneuert werden. Kostenpunkt: $1200 für ein gebrauchtes Diff (natürlich ohne Garantie, dass ich damit irgendwo ankomme) oder $4000 für ein Neues plus $800 Arbeitslohn. Als ich das hörte, wurde mir doch etwas schlecht und die Laune war im Keller.

Der Mechaniker machte richtig Druck auf mich. Von wegen, das fliegt mir alles um die Ohren und ich müsste das sofort ersetzen. Irgendwie war mir das bei dem Preis aber auch egal. Es ging zurück in die Stadt und ins Internet. Dort heulte ich mich erstmal in meinem 4WD-Forum aus und fragte, was die Jungs denn zu den Preisen sagen. Und die lachten sich fast tod. Für ein gebrauchtes Diff würde ich in einer größeren Stadt so um die $400 zahlen. Einbau $300. Nur blöd, dass ich nicht in einer großen Stadt bin. Ich bin hier zu jedem Mechaniker gegangen und keiner hatte Zeit oder wusste wie es geht. Somit ist nix mit der $700 (plus Outback-Zuschlag) Reparatur.

Doch schnell kamen neue Nachrichten im Forum: Ich bräuchte gar kein neues Diff, sondern nur ein paar Innereien davon (halt das was kaputt ist), deutlich billiger und trotzdem ausreichend. Eventuell reicht es sogar aus, das Diff zu öffnen und eine bestimmte Mutter nachzuziehen. Falls es dann in der Mitte vom Outback kaputt geht, haben die Jungs auch eine Lösung: Mein vorderes und hinteres Diff sind identisch. Geht das hintere kaputt, kann ich immer noch das fordere Diff nach hinten setzten und mit Heckantrieb weiterfahren. Doch bin ich in der Lage mit Martjin zusammen ein Diff zu wechseln? Ich möchte es nicht probieren, irgendwo im Sand zu liegen und mit Öl-verschmierten Teilen zu arbeiten. Es ist jedenfalls ein verdammt komplizierter Job. (Auch wenn die Jungs im Forum das mal gerade in drei Stunden auf einem Supermarktparkplatz machen.) Zu blöd, dass keiner der Leute in dieser Stadt wohnt.

Also was machen? Riskieren irgendwo im Outback liegen zu bleiben? Im schlimmsten Fall blockiert ein kaputtes Diff die Hinterräder, also muss ich die Antriebsachse, die Kardanwelle und das Diff ausbauen. Hallo? Bin doch kein Mechaniker und mir ist das ganze zu risikoreich. Mit sehr viel theoretischem Wissen fahre ich zur letzten möglichen Werkstadt in Katherine (die gestern schon zu hatte). Dort erkläre ich mein Problem und der Typ scheint recht nett. Immerhin will er mir schon mal kein neues Diff andrehen, sondern will das alte öffnen und die Fehlerquelle suchen. Gleich geht es los: Drückt mir die Daumen, dass das ganze nicht zu teuer wird und ich bald wieder auf der Straße Richtung Cairns bin!

      

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Kategorie: Australien

22km Marsch in praller Sonne

Dieser Artikel wurde am 19. April 2009 in Australien geschrieben.

Die Nacht verbrachte ich im Nitmiluk Nationalpark, 30km außerhalb von Katherine. Endlich waren die Temperaturen wieder halbwegs erträglich. Zwar habe ich nur im T-Shirt und unter dem Moskitonetz geschlafen, aber wenigstens war es nicht mehr so schwül. Wie fast alle Campingplätze verfügt auch dieser über einen Pool. Oft sind diese jedoch recht klein, doch hier haben die mal ein richtiges Erholungsparadies aus dem Boden gestampft.



Für den Tag war natürlich die Sonne und Temperaturen deutlich über 30 Grad gemeldet. Was macht man da am Besten? Schwimmen! Das könnte man jetzt ja im schönen Pool machen, aber das wäre ja zu langweilig. Also ab ins Visitor Center und mal erkundigen, welche Wanderungen lohnenswert sind. Schauen wir mal auf die Schwierigkeitsgrade: Easy, easy, medium,…. aha, hier wird es spannend: Difficult. Wie so gerne suche ich mir den schwierigsten Weg aus, ganz einfach, weil es dort das schönste Ziel gibt. Mit 22,3km habe ich mir bei dem Wetter aber ganz schön was vorgenommen.



Der Weg war zu Beginn eher einfach und langweilig, doch die letzten Kilometer hatten es in sich. Da kamen dann auch des öfteren mal die Hände zum Einsatz, genau wie ich es mag :-) Der Ausblick über das Katherine Gorge System war absolut beeindruckend. Von hier oben wirkte das ganze ziemlich spektakulär. Doch ich musste diese Felsen nun noch herunter klettern, bevor ich an meinem Ziel, dem Lily Ponds ankam.



Dort gab es dann ein wenig Ernüchterung, als ich plötzlich lauter Stimmen hörte. Da haben die doch echt über den River eine Ladung Familien und alte Leute zu meinem Tagesziel gebracht. Hallo? Geht’s noch? Doch auch das hat eine gute Seite: Alle Kinder schwimmen munter im Wasser = keine Kroks :-) Zehn Minuten warten und schon legte das Boot wieder ab, somit hatte ich den Wasserfall für mich ganz alleine. Ist ein super Gefühl, dort drunter zu stehen!



Insgesamt dauerte die Tageswanderung mit langer Schwimmpause um die sieben Stunden. Natürlich hatte ich genügend zu trinken und essen dabei. Doch trotzdem fühlt man sich schon nach einer Stunde ziemlich im Arsch. Genau das ist der Moment, wo es für mich erst interessant wird. Wenn der ganze Körper schweißgebadet ist und man eigentlich nur noch im Schatten Pause machen möchte, lernt man erst richtig kennen, was der Körper so leisten kann. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Kraftreserven man hat. Das Wetter und der teils recht komplizierte Track fordern nicht nur Kraft sondern auch eine hohe Konzentration, schließlich möchte man ja nicht unbedingt irgendwo einen großen Stein oder einen Abgrund übersehen. Stolz und geschafft erreiche ich Nachmittags mein Auto, wo ein eiskalter Drink auf mich wartet!

Tour: Nitmiluk Nationalpark
Übernachtung 1: Camping, Nitmiluk Nationalpark (erste Sahne!)
Übernachtung 2: Palm Court Kookaburra Backpacker

      

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Kategorie: Australien

Kakadu Nationalpark

Dieser Artikel wurde am 18. April 2009 in Australien geschrieben.

Nach drei Tagen im Kakadu Nationalpark bin ich nun wieder unter den Lebenden, also dort, wo man Handyempfang und Internet hat :-) Hat mir der Kakadu Nationalpark gefallen? Immerhin ist es ein Stück Weltkulturerbe. Ja und nein. Ich bin nicht so der Naturfreak, der vor Freude an die Decke geht, wenn er lauter seltene Pflanzen und Bäume sieht. Außerdem waren die schönsten Stellen des Parks, wie die Jim Jim Falls, noch gesperrt. Eigentlich waren alle 4WD-Tracks noch geschlossen. Doch wie überall, führen gerade diese Strecken zu den wirklichen Highlights!



Zuerst ging es für mich nach Ubirr, wo ich mir Aboriginal Kunst anschaute, die bis zu 20.000 Jahre alt ist. Das war schon ganz beeindruckend. Nicht, dass das jetzt unbedingt als besonders schön oder anspruchsvoll zu bezeichnen wäre. Aber zwanzigtausend Jahre ist schon eine verdammt lange Zeit. Wann lebten eigentlich die ersten Menschen in Deutschland? Neben den Malereien gab es auch eine schöne Aussicht über die Sumpfgebiete des Parks.



Der East Alligator River unterteilt den Kakadu Nationalpark vom Arnhem Land. Ich komme mit einem Australier ins Gespräch, der mir einiges über das Gebiet auf der anderen Seite des Flusses erzählt. Zwar habe ich keine Erlaubnis, auf der anderen Seite zu reisen, aber ich lasse es mir nicht nehmen, den recht tiefen Fluss am Cahills Crossing zu durchqueren :-) Anschließend reise ich weiter zu den nächsten geöffneten Highlights des Parks. Insgesamt fahre ich 700km im Kakadu Nationalpark plus jeweils 150km um den Park zu erreichen und wieder zur nächsten Stadt zu kommen. Nur das ihr mal eine Idee habt, wie riesig das ganze hier ist! Am Bardedjilidja (Bar-ded-jill-id-gee, überall sind hier lustige Namen) mache ich eine Wanderung und fühle mich ein wenig wie Indiana Jones auf der Suche nach der verlorene Stadt!



Das Wandern fällt mir schwer. Es ist so mega schwül und heiß. Schlimmer als in Thailand. Warum tue ich mir das nur an? Überall sind kurze Tracks und des öfteren werde ich vom Ausblick, dem Ziel, dem Weg an sich oder gleich von allem zusammen enttäuscht. Da fragt man sich schon, warum man nicht im Auto mit Klimaanlage sitzen bleibt :-) Für die Nacht miete ich einen Raum in einem Luxus Resort. Naja, die haben halt auch günstige Räume für Backpacker, wo nur Betten und eine Klimaanlage drin ist. Endlich kann ich eine Nacht wieder schlafen.



Am nächsten Tag mache ich noch ein paar weniger spannende Wanderungen bevor ich schon fast aufgebe. Bisher bin ich recht enttäuscht vom ganzen Kakadu Nationalpark. Im Lichtfield, dem kleinen Bruder, hatte ich deutlich mehr attraktive Naturschauspiele gesehen. Doch am Ende des Parks wurde ich noch einmal für das Warten belohnt. Ich erreiche die Gunlom Falls (Bild oben). Nach einer Wanderung erreicht man die oberen Rock Pools. Und diese sind einfach der Wahnsinn! So cool war ich noch nie schwimmen. Über kleine Wasserfälle sind mehrere Pools miteinander verbunden, bevor es dann hundert Meter in die Tiefe geht.



Bei den Temperaturen gibt es auch nichts schöneres, als einfach nur im Wasser zu liegen. Wo ist das kalte Bier? :-)



Die dritte Nacht verbringe ich erneut in einem Raum mit Klima für nur $17. (Erinnert ihr euch an die $30 für den Campingplatz?) Zwar sind noch fünf Betten in meinem Raum, doch niemand kommt und ich habe das ganze Zimmer für mich. Juhu! Nebenan schlafen übrigens Serena und Tilman, die ich gestern zufällig bei den Wasserfällen getroffen habe. Sie hatten die erste Nacht im Kakadu ein ähnliches Erlebnis wie ich und haben keine Minute geschlafen. Tilman hat sich sogar nachts aufs Autodach gelegt, um ein wenig Abkühlung zu bekommen. So sieht auch sein Körper aus: Zerstochen bis zum geht-nicht-mehr :-)



In der Wet-Season gibt es übrigens viele kleine Brände im Nationalpark. Das ist einfach Teil der Natur und ist irgendwie wichtig für Flora und Fauna. Somit sehe ich an vielen Ecken kleine Brände. Am folgenden Morgen mache ich mich auf zum Yurmikmik, wo angeblich schöne Wanderungen sind. Aber erneut wurde ich enttäuscht. Nach nur zwei Stunden kehre ich um und verlasse den Nationalpark Richtung Katherine. Hier werde ich auf meine holländische Familie warten. Wie es aussieht, reise ich alleine in meinem Auto. Niemand möchte mit mir nach Cairns fahren :-( Zu blöd, denn neben der Kostenersparnis, ist es auch deutlich interessanter zu Zweit. Eben war ich tanken und habe entdeckt, dass mein hinteres Diff erneut Öl verliert. Könnte kotzen!

Tour: Im Kakadu Nationalpark
Übernachtung 1: Gagudju Cooinda Lodge
Übernachtung 2: Wirnwirnmila Mary River Roadhouse

      

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Kategorie: Australien

Auf in den Kakadu

Dieser Artikel wurde am 18. April 2009 in Australien geschrieben.

Eigentlich wollten ich an diesem Tag gemeinsam mit Serena und Tilman in den Kakadu Nationalpark fahren. Irgendwie gab es bei denen jedoch in der Nacht Stress und sie haben entschieden noch mindestens einen Tag in Darwin zu bleiben. Draußen war es mega schwül und man konnte und wollte sich kaum bewegen. Gemeinsam schauten wir uns ein Museum an und genossen neben der Aboriginal Kunst vor allem die Klimaanlage. Gegen Nachmittag verabschiedete ich mich dann von ihnen und machte mich auf die Reise in den Kakadu Nationalpark. Es lagen einige Stunden Fahrt vor mir, denn erstmal muss ich zum Park gelangen. Außerdem handelt es sich um den größten Park in Australien. Um ihn zu durchqueren benötigt man mehrere Stunden/Tage! Auf der Straße sehe ich übrigens seit Wochen schon „Road Trains“. Bis zu vier Anhänger und 52m lang.



Da ich einige Stopps einlegte, gelangte ich zu dem Dorf, wo ich übernachten wollte erst im Dunkeln. Dort der Schock: $30 für einen Zeltplatz. Spinnen doch! Das zahle ich für ein super Hostelzimmer mit Klimaanlage, aber bestimmt nicht für ein Stück grüne Wiese. Alternative: Bushcamping. Das wollte ich hier nur eigentlich vermeiden. Die kommerziellen Campingplätze versprühen Anti-Moskitospray. In den primitiven Campingplätzen hingegen, mitten im Busch und oft neben Wasser, wimmelt es nur von Blutsaugern. Ich habe schon von vielen Reisenden gehört, dass der Kakadu Nationalpark das schlimmste Gebiet ist, was Moskitos angeht. Ich entscheide mich gegen ein Zelt und schlafe im Auto, da Regen angesagt ist. Durch die Hitze bin ich pitschnass, denn es ist auch um zwölf Uhr Nachts noch über 30 Grad. Wie soll ich hier nur ein Auge zu bekommen?

Das war jetzt meine dritte fast schlaflose Nacht in Folge. Zuerst Camping am viel befahrenen Highway, gestern haben die Mitbewohner die Klimaanlage ausgestellt und ich konnte vor Hitze nicht schlafen und diese Nacht war es ebenfalls einfach zu schwül. Dazu juckt mein Körper wie Sau, da ich überall schon von den Vortagen Moskitostiche habe. Doch nun bin ich besser ausgestattet. Ich habe das angeblich beste Moskitospray dabei (Bushman). Außerdem werde ich mein stichfestes Hemd auspacken, da kommt keine Mücke durch! Auch gegen das stetige Jucken habe ich ein interessanten Ratschlag bekommen: Hayfever Relief. Eben noch gekauft und wird gleich mal getestet. Sonst sehe ich morgen aus wie ein Alien, wenn ich weiter überall kratze :-)

Tour: Darwin - Kakadu Nationalpark
Übernachtung: Bushcamping, Kakadu Nationalpark

      

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Kategorie: Australien

Martin und Martijn

Dieser Artikel wurde am 15. April 2009 in Australien geschrieben.

Nach dem Aufstehen fuhren Serena und Tilman zu einer Krokodilfarm, um sich dort eine Show anzuschauen. Ich kenne das ganze schon aus Florida und werde das Geld sparen. Stattdessen muss ich mich darum kümmern, mein Auto zu reparieren. Schließlich sollte der Halter vom Ersatzrad noch geschweißt werden. Im Internet habe ich erneut um Hilfe gebeten und mein Flehen wurden erhört. Ich traf mich mit Martin (einem Australier) in der Nähe seiner Arbeit und er schaute sich die Konstruktion an, bevor ich eine Wegbeschreibung zu seinem Haus bekam. Dort werde ich mich heute Abend einfinden und er wird alles wieder zusammenbasteln. (Dauert fast zwei Stunden und kostet mich nur ein paar Süßigkeiten. Hoffe nun hält alles für die nächsten 10.000km und länger.)

Zuvor bin ich ein wenig durch Darwin gefahren und habe zum ersten Mal die Klimaanlage laufen, da es einfach viel zu schwül draußen ist. Zwar hatte ich sie schon das ein oder andere Mal an, doch meist war der Grund, dass die Straßen zu staubig waren, um mit offenen Fenstern zu fahren. Hier in Darwin geht man ohne Klima jedoch einfach nur kaputt. Als ich so durch die Straßen tourte erblickte ich plötzlich ein mir bekanntes Auto. Dort stand er, der Landrover Defender mit holländischem Kennzeichen. Nach einem U-Turn stand ich neben Martjin, der gerade einen Termin für die Reparatur seines Wagens machte. Wir fuhren eine Cappuccino trinken und stellten schnell fest, dass wir mehr oder weniger den selben Weg reisen möchten. Von Darwin über den Savannah Way nach Cairns. Hierbei handelt es sich um „one of Australia’s ultimate adventure drives“ und das dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen :-)

Ich glaube wir sind beide glücklich, ein zweites Auto dabei zu haben. Die Route ist berühmt dafür, dass selbst die besten Geländewagen irgendwo stecken bleiben. Schlammig, viel Wasser und eine große Menge Spaßfaktor!

Morgen werde ich mit Serena und Tilman in den Kakadu Nationalpark fahren und dort zelten. Anschließend geht es zurück nach Darwin und ich hoffe, dass ich einen Mitfahrer finde, um die Kosten zu senken. Aber bisher habe ich keinen einzigen Anruf bekommen :-( Drückt mir also die Daumen! Freitag gegen Morgen soll das Abenteuer dann starten.

Übernachtung: (schlechtes) YHA Hostel in Darwin mit kaum funktionierender Klimaanlage

      

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Kategorie: Australien

Wet Season

Dieser Artikel wurde am 15. April 2009 in Australien geschrieben.

Bevor ich in Alice Springs gestartet bin, habe ich mir keinen großen Kopf um die Jahreszeit gemacht. Ich wusste, dass mich faszinierende Nationalparks erwarten würden und freute mich auf all die 4WD Tracks. Das hier alles und ich meine wirklich alles an Tracks gesperrt ist, konnte ich nun wirklich nicht ahnen. Die ersten öffnen Ende des Monats und die letzten im Juli bevor alles im November und Dezember wieder geschlossen wird. Der Rest fällt unter die Regenzeit. Zwar ist die Regenzeit vorbei, doch alles ist noch pitschnass in den Parks. Somit bin ich schon ein wenig Enttäuscht. Aber das lässt sich jetzt nicht ändern und ich muss das Beste raus machen.

Auch wollte ich gerne ins Arnhem Land fahren, um ein paar echte Aboriginals zu sehen. Eine Permit (Erlaubnis) kostet mehrere hundert Dollar, da nur zehn-fünfzehn Autos pro Tag erlaubt sind. Auch eine Tour auf die Aboriginal Insel vor Darwin liegt locker bei $500 und da ich überhaupt nicht weiß, was mich dort erwartet, ist es mir deutlich zu teuer. Somit hoffe ich weiter auf eine Chance, irgendwo ein paar wirkliche Aboriginals in ihrer natürlichen Umgebung anzutreffen. Hoffe nur, dass ich nicht auf dem Feuer lande :-)

In den letzten Tagen sind in der Umgebung von Darwin übrigens mehrere Menschen ums Leben gekommen. Darunter ein Mädchen und selbst Aboriginals. Doch eigentlich waren alle selber Schuld, sie haben das Schild mit der Krokodilwarnung einfach überlesen oder sich nicht weiter darum gekümmert. Trotzdem sehr erschreckend!

      

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Kategorie: Australien

Wasserfall hoch Drei

Dieser Artikel wurde am 14. April 2009 in Australien geschrieben.

Nach einer kurzen Nacht werde ich morgens im Litchfield Nationalpark durch die schwüle Hitze geweckt. Ich wandere zu den Florence Falls, die nur wenige hundert Meter vom Campingplatz entfernt sind und springe ins Wasser.



Nach der Abkühlung geht es zu den Buley Rockholes, in denen ich erneut ins erfrischende Wasser eintauche. Allerdings kann man nirgendwo richtig Bahnen schwimmen. Es ist halt mehr ein Abkühlen und herum geplantsche. Zwischen den ganzen Pärchen und Freundeskreisen die ihren Osterurlaub hier verbringen, kommt man sich da schon manchmal etwas über vor.



Weiter geht es zu weiteren Wasserfällen, die jedoch nicht zum Schwimmen erlaubt sind. Dafür führt ein einstündiger Wanderweg am Wasserfall entlang. Daraufhin fahre ich zu den berühmten Wangi Falls. Auch hier ist das Schwimmen zu dieser Jahreszeit nicht erlaubt. Ein schöner Weg führt zu der Spitze des Falls. Blöder weise habe ich mir einen Moskitostich auf einem Zeh durch die Flip Flops blutig gescheuert und verzichte auf weitere Spaziergänge.



Eigentlich hat der Litchfield Nationalpark deutlich mehr zu bieten. Doch die meisten Dinge sind gesperrt. So hätte ich gerne den viel versprechenden Track zur Lost City gemacht. Nun ja, lässt sich nicht ändern. Über eine Dirt Road nehme ich die Abkürzung nach Darwin. Dort treffe ich mich mit Serena und Tilman, zwei Freunden aus Sydney, auf dem Campingplatz. Das war ein tolles Wiedersehen!

Tour: Litchfield Nationalpark - Darwin
Übernachtung: Camping, Caravanpark (direkt am Highway) in Darwin

      

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Kategorie: Australien