Backpacking Trip

Eastern MacDonald Ranges

Dieser Artikel wurde am 05. April 2009 in Australien geschrieben.

Nachdem der Wagen nun repariert und sauber ist, geht die Reise weiter. Leider hat mein Reisepartner in der letzten Minute abgesagt und so fahre ich spontan mit meiner holländischen Familie in die Eastern MacDonald Ranges. Die Zweitagestour führt mich zurück nach Alice und ich habe die Hoffnung auf eine neue Reisebegleitung noch nicht aufgegeben (spart schließlich eine Menge Kosten). Unser Ziel ist der Ruby Gap Nature Park, in dem sich eine schöne Off-Road Strecke befindet. Auf dem Weg machen wir jedoch einen ersten Stopp am Trephina Gorge.



Nach dem Mittagessen klettern wir auf die Spitze der Schlucht und wandern ein wenig herum. Ich bin beeindruckt, wie selbstsicher die Mädchen den Weg meistern. Trotz des Abhangs an der Seite wissen sie genau was sie tun. Mir wird einmal mehr klar, dass Eltern, die immer nur „Vorsicht“ und „Aufpassen“ rufen, ihre Kinder damit nur mehr verunsichern und ängstlich machen. Nach diesem kleinen Abenteuer darf Maren (und später Meike) bei mir im Auto mitfahren. Über CB-Funk wird zum Leid aller Erwachsener das neue Lieblingsspiel gespielt: I-Spy. Da haben Cody und ich ja was angefangen :-)



Die Strecke im Ruby Gap führt durch viel Sand und ist oft recht steinig. Macht dafür eine Menge Spaß zu fahren. Wir finden einen super Platz zum Campen. Ich schlafe übrigens schon seit Tagen nur mit dem Mosquitenetz als Zelt. Noch nie im Leben habe ich Nachts so viele Millionen Sterne gesehen. Das ist einfach unbeschreiblich! So falle ich jede Nacht in den Schlaf, während ich fasziniert den Sternenhimmel betrachte. Abends gibt es ein schönes Feuer und ich werde erneut bekocht. So lässt es sich leben :-)



Am Morgen wandern wir zum Glen Annie Gorge. Der drei Stunden Weg führt uns durch ein Flussbett mit lila Felsen. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Schon eine interessante Farbkombination. Apropos Farben: Hier gibt es überall Ghost Gums!



Tour: Alice Springs – Eastern MacDonald Ranges
Übernachtung: Camping, Ruby Gap

      

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Kategorie: Australien

12.500km

Dieser Artikel wurde am 05. April 2009 in Australien geschrieben.

Am folgenden Morgen rief mich Martijn (so jetzt endlich richtig geschrieben) an und wir treffen uns auf einen Cappuccino, während die Frauen im Zoo sind. Wir planen unsere Reparaturen an beiden Autos. Schon lustig, Martijn muss an seinem nagelneuen Auto fast genauso viel reparieren, wie ich mit meinem zwanzig Jahre alten Landcruiser. Ich ziehe zu den Holländern auf deren Stellplatz und stelle mein kleines Zelt neben den Familienpalast.

Was steht auf meiner To-Do-Liste: Meine Hupe geht nicht, ich kann die eine hintere Kofferraumtür nicht öffnen, außerdem schließt der Kofferraum nicht vernünftig und Staub kommt herein. Ölwechsel mit Ölilter, Luftfilter, dann müssen alle Öle kontrolliert und eventuell nachgefüllt werden (beide Diffs, Transferbox, Schaltbox). Außerdem muss ich mein Kühlsystem komplett leeren, säubern und wieder befüllen. Die Lager der Federn müssen gefettet werden und ich möchte alle wichtigen Teile checken, ob irgendwas wackelt oder Schrauben lose sind. Daraufhin muss der ganze Wagen noch komplett gesaugt und geputzt werden, da man nicht mehr mit neuen Klamotten drin sitzen kann, ohne dreckig zu werden :-) Damit kann man schon ein oder zwei Tage verbringen.



Nach einer Shoppingtour (Autozeugs) holen wir die Mädels ab und sie machen ihre Hausaufgaben, währen die Männer am Auto basteln.



Da ich den Trichter vergessen hatte, recyceln wir eine Wasserflasche und da man aus einem zehn Liter Kanister Öl schlecht kippen kann, nutzen wir sogar die zweite Hälfte :-)



Ich bin nun 12.500 km gereist und mal ein Fazit zum Toyota Landcruiser HJ60. Der Wagen ist spitze. Zwar musste ich zu Beginn einiges reparieren, was so nicht geplant war, aber das kann bei jedem Wagen passieren. Alle Dinge, die ich in Brisbane getauscht und repariert habe, waren Lebenswichtig für die Touren, die ich gemacht habe. Wäre ich damals so los gefahren, wäre mir der Wagen auf der ersten Off-Road Tour um die Ohren geflogen. Jeder Cent war weise investiert.

Der zwanzig Jahre alte Landcruiser meistert auch die kompliziertesten Strecken ohne Zicken (das Limit ist oft der Fahrer). Neue Autos haben definitiv mehr Komfort. Sehen vielleicht besser aus und sind schneller auf der Autobahn. Aber im Gelände gibt es kaum (unmodifizierte) Autos, die besser sind als ein Landcruiser. Und das bestätigt auch das allgemeine Bild: Auf jeder 4WD-Tour habe ich fast nur Toyotas (und neue Nissan Patrols) gesehen. Das spricht ja wohl für sich.

Nach nun über 10.000km habe ich einen Durchschnittsverbrauch von 13,8 Litern. Für einen alten Geländewagen mit einem großen 4 Liter Dieselmotor ist das aus meiner Sicht hervorragend. Folgende Dinge muss man noch bedenken: Wir fahren Geländereifen (breiter, größer), der Dachaufbau bremst extrem, der Wagen ist voll beladen und immer mit zwei oder drei Leuten unterwegs, außerdem sind spritfressende 4WD-Touren im Mix enthalten. Dazu kommt, dass wir auf Highways so 120-130km/h fahren, was alles andere als spritsparend ist (der Wagen fährt nur 145km/h). Wenn man unter diesen Umständen einen neuen Geländewagen fahren lässt, wette ich, dass der nicht viel weniger, wenn nicht sogar mehr verbrauchen wird.

Nachdem nun hoffentlich alles wieder auf Vordermann gebracht ist, kann die Reise weiter gehen. Teu Teu Teu.

      

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Kategorie: Australien

Goodbye Cody

Dieser Artikel wurde am 03. April 2009 in Australien geschrieben.

Am 31.3 hieß es für mich Abschied nehmen. Fast sechs Wochen bin ich mit Cody zusammen gereist (wir hatten übrigens 22 kostenlose Nächte). Eigentlich waren nur zwei bis drei Wochen geplant und Cody wollte sich anschließend verschiedene Städte anschauen. Doch ihm gefiel es so gut, dass er darauf verzichtete und wir eine mega coole Tour hatten. Von der ersten Minute an hat die Chemie gestimmt. Wir hatten die gleichen Ideen und Vorstellungen was die Reise angeht, mochten das gleiche Essen und es passte einfach alles. Solch eine tolle Begleitung findet man nicht jeden Tag. Somit waren wir beide schon recht traurig, als er in den Flieger Richtung Bangkok stieg. Schließlich haben wir für sechs Wochen so gut wie jede Minute nebeneinander gehockt und nun ist es plötzlich vorbei.

Für mich hat die Reise sprachlich super viel gebracht. Es ist fast besser als ein Sprachkurs, denn was man hier lernt ist das „echte“ Englisch aus dem Leben. In der Klasse hört man doch größtenteils ein Englisch mit vielen Fehlern. Durch Cody konnte ich viele Redewendungen, Sprichwörter und auch einzelne Wörter aufgreifen, die er ganz natürlich verwendete.

Oft war ich dann enttäuscht, wenn ein (meist alter) Australier redete und ich wenig verstand. Ein Blick zu Cody ließ mich aber schnell Lächeln, denn er verstand genauso wenig :-) Das beruhigte mich dann. Lustig fand ich es dann auch immer wieder, wenn ich was verstand und er nicht. Kam nicht oft vor, aber schon das ein oder andere Mal.

Meine größte Schwachstelle ist mein blöder Akzent. Vor meiner Reise habe ich gehofft, ihn zu verlieren oder wenigstens zu verändern. Nun ist mir klar, warum ich das niemals schaffen werde. Ich kann in Deutschland keinen einzigen Akzent nachmachen. Weder sächseln, bairisch oder sonst was. Anderen Leuten fällt das ganze recht einfach. Sie ändern den Akzent und alle Lachen. Für mich ist das irgendwie unmöglich. Wenn ich also nicht einmal in meiner Muttersprache einen anderen Akzent annehmen kann, wie soll das ganze dann bitte im Englischen klappen??? Richtig, gar nicht :-) Muss ich halt mit Leben.

Da es mir vom Magen immer noch nicht gut geht, gönne ich mir ein schönes Hostel mit Klimaanlage. Da kann ich auch tagsüber relaxen.

      

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Kategorie: Australien

Palmen im Finke Gorge Nationalpark

Dieser Artikel wurde am 03. April 2009 in Australien geschrieben.

Abgesehen von den Magenproblemen war die Tour super. Wir haben viel Spaß mit den kleinen Mädels Meike (9) + Maren (6) und spielen mit ihnen über den CB-Funk I-Spy (Ich sehe was, was du nicht siehst.) Martyn (40, selbstständiger Finanzberater) und Michelle (39, PR-Managerin) haben einen neuen Landrover Defender und diesen zu ihren Zwecken umgebaut und erweitert. Sie haben wirklich alles dabei, was man auch nur irgendwie benötigen könnte. Aber besonders mit Kindern muss man halt auf alles gefasst sein.



Die Tour durch den Finke Gorge Nationalpark hat extrem viel Spaß gemacht. Die “Oase in der Wildnis” war genial. Der Weg war sehr sandig doch beide Autos meisterten ihn problemlos. Bei einer Flussbettdurchquerung (leider ohne Wasser) konnten wir den weiteren Wegesverlauf nicht erkennen und ich entschied mich für die falschen Reifenspuren. Wenige Meter später steckten wir dann in einer Sandgrube fest. Da half dann nur eines: Im Sand bundeln und die Räder befreien. Macht in der prallen Sonne mit einem sowieso schon erschöpften Körper nicht sooo viel Spaß ;-)



Die Holländer wollten uns eigentlich raus ziehen, doch blieben auf dem Weg ebenfalls stecken und so entschieden wir uns, das nicht weiter zu probieren. Nach einer Stunde im Sand spielen, kamen wir dann zum Glück wieder raus aus dem Loch. Puh. Nun wissen wir warum ein nur 75km langer Weg bis zu sieben Stunden dauern soll. Am Boggy Hole, einem großen Wasserloch, stellten wir wenig später unsere Zelte auf uns sprangen erstmal ins kalte Wasser. Das tat gut. Und da wir ganz alleine waren, konnten wir abends an einem schönen Feuer entspannen.



Am nächsten Morgen ging es weiter. Doch schon nach wenigen Minuten musste erstmal ein Reifen gewechselt werden, da Holland einen Platten hatte. Nach einer Stunde erreichten wir Hermannsburg. Einst eine Mission, die von Deutschen gegründet wurde. Heute eine Aboriginal Community. Es gab einen Cappuccino und schon ging es weiter in die Palm Valley.



Die letzten zwei Kilometer waren mega cool. Wir sahen links und rechts Palmen (Diese Sorte Palmen gibt es nur hier, sonst nirgends auf der Welt). Besonders klasse war, dass das Fahren sehr viel Spaß machte und recht kompliziert war. Genauso mag ich es :-)



Nachmittags verabschiedeten wir uns von den Holländern und fuhren zurück nach Alice, denn morgen früh wird Cody im Flieger verschwinden :-(

Tour: Uluru – Finke Gorge Nationalpark – Hermannsburg – Alice Springs
Übernachtung: Camping, Boggy Hole (Nacht 1) – Camping, Alice Springs (Nacht 2)

      

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Kategorie: Australien

Lebensmittelvergiftung

Dieser Artikel wurde am 03. April 2009 in Australien geschrieben.

Am Nachmittag ging es mir plötzlich nicht mehr so gut. Mein Magen fühlte sich an, als wäre er aufgebläht und gleichzeitig würde jemand von außen auf den Bauch drücken. Zuerst ignorierte ich das ganze und dachte nicht weiter drüber nach. Gegen Abend wurde es aber schlimmer und ich fragte Cody, was wir den Tag über gegessen hatten. Darauf schaute er mich nur komisch an und fragte, ob ich auch Magenschmerzen hätte.

Schnell war klar: Irgendwas von unserem Essen war nicht gut. Doch was? Wir tippen auf die Eier. Doch es könnte auch die Milch vom Cappuccino, Obst, Gemüse oder sonst was gewesen sein. Vielleicht sogar das Wasser vom Campingplatz. Wir verzichteten auf das Abendbrot und fuhren schnell zurück zum Zeltplatz (Wir waren zum Sonnenuntergang bei den Olags. Der Sonnenuntergang hat uns erneut leider nicht begeistert.) Die Nacht war dann alles andere als Schön. Ich möchte das ganze jetzt nicht zu bunt ausmalen, kann sich jeder selber denken, was das für eine Party war :-)

Am Morgen schien es uns beiden besser zu gehen. Nun musste eine Entscheidung gefällt werden. Eigentlich waren wir mit den Holländern zu einem 4WD-Trip verabredet. Aber ist das so eine gute Idee in unserem Zustand? Da uns der Campingplatz nicht gefällt, sehen wir keine wirkliche Alternative und entscheiden uns, die Tour zu befahren. Hätten wir mal lieber zweimal nachgedacht! Die Strecke ist sehr steinig. Unsere Körper erschöpft und der Magen schmerzt. Doch bei jedem Schlagloch müssen die Bauchmuskeln angespannt werden. Nicht die beste Kombination :-)

Cody geht es nach zwei Tagen besser. Ich habe leider etwas länger mit den Nachwirkungen zu kämpfen.

      

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Kategorie: Australien

Uluru in unterschiedlichen Farben

Dieser Artikel wurde am 02. April 2009 in Australien geschrieben.

Ich habe versucht, mir eine bestimmte Stelle vom Uluru zu merken und bei jeder Fahrt ein Foto zu machen. Dadruch sind einige Bilder vom Uluru zu unterschiedlichen Zeiten entstanden.

So sieht der Ayers Rock vor dem Sonnenaufgang aus.



Nach dem Sonnenaufgang lässt sich aus dieser Perspektive kaum etwas erkennen:



Am Mittag erkennt man eine leichte Rottönung.



Gegen späten Nachmittag werden die Farben kräftiger.



Zum Sonnenuntergang nimmt der Uluru ein tiefes Rot an.



Anschließend nachdem die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist, wechselt der Uluru zu einem Braunton.



Alle Bilder OHNE Photoshop. Nur meine geliebte Panasonic Lumix LX2 ;-)

      

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Kategorie: Australien

Valley of the Winds

Dieser Artikel wurde am 01. April 2009 in Australien geschrieben.

5:20 Uhr am frühen Morgen. Der Wecker klingelt. Muss das sein? Ich hatte vier Stunden Schlaf (war zu lange im Internet). Nun sollte ich also aufstehen. Warum? Wir wollen pünktlich beim Sonnenaufgang am Uluru sein. Also mit halb offenen Augen aufstehen, Zelt abbauen und ins Auto springen. Hoffentlich ist es den Weg wert. Am Punkt für den Sonnenaufgang sehen wir schon eine Menge Tourbusse stehen. Gestern waren wir fast alleine, heute morgen ist es brechend voll. Neben uns gesellen sich die Holländer ein und da ihre Dachkonstruktion stabiler ist, testen wir, ob sie auch vier Erwachsene und zwei Kinder aushält :-) Etwas später haben wir übrigens unser erstes wildes Camel gesehen (und zu Fuß gejagt).



Irgendwie haben wir alle Sechs vom Sonnenaufgang am Uluru mehr erhofft (Bilder folgen). Klar wurde es heller, doch diese krassen Verfärbungen wie auf Postkarten oder im TV konnten wir nicht erkennen. Vielleicht lag es daran, dass es etwas diesig war, vielleicht sind die Postkarten auch mit Photoshop erstellt… Die nächste Enttäuschung kam nur wenige Minuten später: Der Weg hinauf auf den Uluru war erneut gesperrt. Gestern wegen Hitze, heute wegen Wind. Die finden auch immer einen Grund. Doch natürlich haben wir einen Plan B: The Olgas (Kata Tjuta).



Die Olgas sind nur 50km vom Uluru entfernt. Eine gewaltige Gesteinsformation, die nicht nur aus einem einzigen Felsen besteht, sondern mit Schluchten und kleinen Tälern versehen ist. Besonders interessant ist, dass der Felsen von den Olgas und dem Uluru zwar ähnliche Farben aufweisen, jedoch aus unterschiedlichen Gesteinen bestehen.



Der Wanderweg „Valley of the Winds“ führt uns zwischen die gewaltigen Gesteinsformationen hindurch. Erneut kommen wir aus dem Staunen kaum heraus. Zwar war die weite Sicht immer noch nicht klar, aber trotzdem haute uns der Anblick einfach um. Diese Steine strahlen wie schon der Uluru eine gewaltige Kraft aus. Sie sind einfach riesig und man kommt sich so klein vor :-) Das wollen natürlich aus der Nähe sehen und so verlassen wir den Weg. (Wer findet mich auf dem Foto?)



Cody und ich klettern ein wenig herum und genießen den atemberaubenden Ausblick aus einer anderen Perspektive. Wir sitzen in der Sonne und genießen die Ruhe und Harmonie, die durch diese extremen Felsformationen ausgestrahlt wird.



Anschließend geht es dann zurück ins Tal der Valley of the Winds und daraufhin zurück zum Auto. Wir haben drei Stunden in der prallen Sonne verbracht und sind ganz schön geschafft. Doch es ist gerade erst Mittags und so geht es zum Campingplatz, wo wir erstmal zum Abkühlen in den Pool springen.

      

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Kategorie: Australien

Der sagenumwogene Uluru

Dieser Artikel wurde am 31. März 2009 in Australien geschrieben.

Am Morgen ging es weiter Richtung dem wohl bekanntesten Berg/Felsen in Australien, dem Uluru (Ayers Rock). An einer Tankstelle auf halben Weg machen wir einen Stop. (Alice Springs ist über 400km vom Uluru entfernt.) Als wir gerade wieder starten wollten, sahen wir einen Mann wild winken. Wir fühlten uns erst nicht angesprochen, doch dann erkannten wir Marten, den Holländer. Was ein Zufall. Er lud uns auf einen Cappuccino ein und wir verbrachten länger als geplant in der Tankstelle. Für den Abend verabredeten wir uns auf dem Campingplatz. Da es nur einen gibt, hätten wir uns aber sowieso getroffen :-)



Wenige Stunden später war es dann soweit: Wir erblickten den Uluru. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben. Ich habe den Uluru schon auf vielen Bildern gesehen und habe unzählige Geschichten gehört. Es war immer interessant, doch hat mich nie umgehauen. Die Realität wirkt jedoch ganz anders. Das Bild, dass sich vor unseren Augen offenbarte war unglaublich. Der Rock strahlt eine gewaltige Power aus. Es ist schon was besonders, hier zu sein.



Leider war für den heutigen Tag der Weg gesperrt, um den Uluru zu besteigen. Somit entschieden wir uns für die 10km Rundwanderung. Schon nach wenigen Metern waren wir begeistert. Entgegen unseren Erwartungen konnten wir teilweise direkt am Felsen entlang gehen.



Was uns wirklich umhaute war die Tatsache, dass der Uluru alle paar Meter sein Erscheinungsbild ändert. Auf den Bildern sieht man meistens nur den Felsen aus der Ferne. Es wirkt massiv und wie ein einziges Stück. Aus der Nähe hingegen sieht man all die verschiedenen Verformungen, Höhlen, Wasserläufe,… Dazu hat man die unterschiedlichsten Farbgebungen (in der Sonne, Schatten, unterschiedliche Uhrzeiten), die den Betrachter immer wieder staunen lassen.



Zwar ist der Weg absolut gerade und nur 10km lang, doch wir brauchen fast drei Stunden, da wir oft einfach nur staunen und den Uluru für Minuten betrachten.



Cody und ich haben schon des öfteren große Erwartungen gehabt und wurden nachher etwas enttäuscht. Doch hier ist definitiv das Gegenteil eingetroffen.



Der Sonnenuntergang hingegen war schön, aber bei weitem nicht so eindrucksvoll wie erwartet. (Bilder folgen) Auf dem Campingplatz trafen wir unsere holländische Familie, gönnten uns ein paar kühle Bier und hofften drauf, am Morgen den Uluru besteigen zu können.

Trip: Alice Springs – Uluru
Übernachtung: Camping, Ayers Rock Resort

      

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Kategorie: Australien

Ab in die Wüste: Simpson Desert

Dieser Artikel wurde am 28. März 2009 in Australien geschrieben.

Was braucht man um in die Wüste zu fahren? Wasser, Essen und ein Auto, das 100% hält :-) Für den heutigen Tag stand wohl das einsamste Stück unserer Reise auf dem Programm. Statt der Old-Ghan-Rail-Route, die täglich so zwei bis drei Autos sieht, machen wir einen Abstecher in die Simpson Desert. Gerne hätte ich sie durchquert, doch dafür sollte man mindestens drei Autos haben, um sich gegenseitig wieder aus dem Sand zu ziehen. Die Ausläufer der Wüste sind hingegen mehr oder weniger sicher zu befahren. Doch es gibt ein Problem: Der Old-Andado-Track wird alle paar Wochen mal von einem Auto befahren. Bleibt man irgendwo mit einem Defekt liegen, wird es verdammt gefährlich! Wir sind nicht Lebensmüde und haben einen Plan B. Vorsichtshalber benachrichtigten wir die Polizeistation in Santa Teresa (Zielort der Reise). Kommen wir nicht in zwei Tagen an, schicken die (hoffentlich) einen Rettungstrupp.



Mit gemischten Gefühlen und viel Aufregung geht es los, die 400km durch die Wüste zu fahren. Hält der Wagen? Bleiben wir stecken? Zur Not haben wir Wasser und Essen für einige Tage. Also wird schon gut gehen :-) Hingegen unseren Erwartungen sehen wir nicht pure Sandlandschaften und Dünen. Doch der Anblick, der sich uns bietet, ist ebenso umwerfend. Gelber und roter Sand wechselt sich ab. Die Dünen sind mit Büschen und Gras bewachsen und oft fliegen Vögel um uns herum. Das hätten wir nicht gedacht.



Old Andado ist eine Farm, in der bis 2006 eine alte Frau gewohnt hat. Sie hat Besucher aufgenommen, um ihnen das Leben „in den alten Zeiten“ zu zeigen. Leider wurde sie krank und musste die Farm verlassen. Die Räume sind für die Öffentlichkeit zugänglich und im Haus sieht es so aus, als hätte dort noch jemand gestern gelebt. Regale und Schränke sind voll mit Sachen und alles ist dekoriert. Nur der Staub der letzten Jahre erinnert daran, dass dieses Haus schon lange nicht mehr bewohnt ist.



Nachdem wir den letzten Zufluchtsort verlassen haben, standen 300km Wüste vor uns. Keine Stadt, kein Haus, kein Wasser. Die Fahrt macht viel Spaß und die sich stetig ändernden Landschaften sind atemberaubend. Es ist nur ein wenig staubig :-)



Ganz entgegen unseren Erwartungen sehen wir plötzlich kleine Berge im Horizont. Wir dachten eigentlich, bis auf Ayers Rock (Uluru) ist in der Mitte von Australien alles flach. Doch da haben wir uns wohl geirrt.



In Santa Teresa sehen wir zum ersten Mal eine Aboriginal Community. Alles ist sehr dreckig und verwahrlost, aber dafür bunt. Wir benachrichtigen die Polizei, dass wir noch leben und nehmen die letzten 80km nach Alice Springs auf uns.

Tour: Mt Dare – Alice Springs
Übernachtung: Camping, Rest Area Nähe Alice Springs

      

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Kategorie: Australien

Wasser in der Wüste

Dieser Artikel wurde am 28. März 2009 in Australien geschrieben.

Morgens nach dem fliegenreichen Frühstück in den roten Sanddünen des 6×4-Tracks proben wir ein wenige weiter im Sand und machen ein paar lustige Videos. Im Pink Roadhouse sagen wir Danke für den Pool und das Camping und schon sind wir wieder auf Reisen. An der Tankstelle sehen wir einen Wagen stehen, der uns schon vor einigen Tagen in Arkaroola aufgefallen ist. Werden wir verfolgt?



Auf einer wirklich schrecklich zu fahrenden „Straße“ geht es über mehrere Stunden zu den Dalhousie Springs. Selten wurden wir so durchgeschüttelt. Die Straße ist voll mit Steinen, die alles vibrieren lassen. Oft fühlt es sich an, als würde der Wagen jeden Moment in Tausend Teile zerspringen. Das Radio setzt alle paar Meter aus, alles klappert und wir beten beide, dass diese nervige Straße bald Geschichte ist. Was haben wir uns da nur wieder ausgedacht?



Doch der Umweg hat sich gelohnt: Wir erreichen Dalhousie Springs und diesmal sind die Quellen nicht mit radioaktiver Strahlung geheizt :-) Das Wasser reist bis zu 3 Millionen Jahre unter der Erde, bevor es in der Quelle mit ca. 38 Grad zu Tage kommt. Das ist so warm wie eine Badewanne :-) Nur leider keine wirkliche Abkühlung, denn draußen sind es über 45 Grad. Trotzdem eine super Erfrischung! Schon erstaunlich: Mitten in der Wüste ist ein richtiger See mit wilden Tieren, Bäumen und alles ist grün.



Wie an vielen Stellen, sind wir ganz alleine. Auf der Strecke hierher haben wir nur ein anderes Auto gesehen. Nach dem Mittagessen taucht dann plötzlich der ominöse Verfolger auf. Hat es der Secret Service auf Cody abgesehen? Wir wollen der Sache auf die Schliche kommen und schlendern hinüber. Statt Männern im schwarzen Anzug erwartet uns eine Familie aus Holland. Marten und Michaela reisen mit ihren zwei kleinen Mädchen für ein halbes Jahr durch Australien. Zuvor haben sie ein halbes Jahr Afrika durchquert. Mit dabei haben sie ihren eigenen Geländewagen, den sie aus Holland verschifft haben. Alle paar Tage müssen die Mädels (denke so 7-10 Jahre alt) die Schul(Camping-)bank drücken. Schon eine coole Sache als Familie solch ein Abenteuer zu wagen. Wir werden auf ein paar Drinks eingeladen und verbringen den halben Nachmittag mit ihnen. Kurz kommen noch eine Gruppe Australier vorbei und sagt Hallo.



Da wir noch nicht am Ziel der heutigen Tagesetappe sind, verabschieden wir uns und fahren weiter durch den Witjira Nationalpark Richtung Mount Dare. Dort treffen wir erneut die Australier und trinken ein paar Bier mit ihnen. Kurz vor Sonnenuntergang tanken wir den Wagen voll (es gibt nur ein Haus, das Tanke, Hotel, Campingplatz, Bar, Supermarkt,… in Eins ist) und fahren wenige Minuten weiter. Mitten auf dem Track halten wir und bauen unser Zelt an der Seite auf. So haben wir wenigstens keine schnarchenden Australier neben uns :-)

Tour: Oodnadatta – Mount Dare
Übernachtung: Camping, Nähe Mount Dare

      

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Kategorie: Australien