Backpacking Trip

Phnom Penh, Kambodscha

Dieser Artikel wurde am 17. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Phnom Penh, Hauptstadt von Kambodscha, ist eine Stadt der Gegensätze. Nachdem ich den zehnten Hummer gesehen habe, hörte ich auf zu zählen. Überall fahren neue Geländewagen herum – bevorzugt Landcruiser :-) Auf der anderen Seite sieht man viele Bettler und arme Menschen. Irgendwie passt das nicht. Außerdem ist Phnom Penh voll mit Motorrollern, was das überqueren der Straßen zu einem Abenteuer macht. Zwar gibt es Ampeln, doch hier interessiert keinen, ob die grün oder rot sind, gefahren wird fast immer.

An jeder Ecke gibt es Straßenstände und Märkte, auf denen alles erdenkliche verkauft wird. Ich meide die Backpacker-Gegend und suche mir eine Bleibe in der Nähe des Flusses. Super zentral kann ich den Königspalast, Nachtmarkt und weitere Sehenswürdigkeiten im Katzensprung erreichen. Der Palast ist recht interessant, kann mit dem in Bangkok aber nicht mithalten. Nach der Tour durch die Stadt geht es dann per Tuk-Tuk zum S-21 Museum.

Anschließend schaue ich mir das Viertel der absoluten (Backpacker-) Billigabsteigen an. Dieses liegt direkt an einem See. Hört sich aber besser an, als es ist, da der See gerade ausgepumpt wird. Alles ist super dreckig und ich kann keine fünf Meter gehen, ohne das mir Heroin und sonstige Drogen angeboten werden. Scheint hier eine große Nachfrage zu sein. Nervt nur tierisch, wenn man alle zehn Sekunden vollgequatscht wird. Also schnell weg von den Backpackern :-) Auf dem Nachtmarkt kaufe ich leckeres Essen und probiere ein widerliches Bier, das aus Palmen hergestellt wurde. Da Wochenende ist, gönne ich mir ein paar Bier in der Hotelbar und kann kostenlos den ersten Whisky aus Kambodscha testen. Lecker :-)

Am nächsten Morgen ging es Richtung Flughafen. Absolute Abzocke hier: Jeder Reisende muss $25 Flughafengebühr cash zahlen. (Bild zeigt den Schalter, wo jeder Schlange stehen muss, um abkassiert zu werden.) Da waren wir alle doch recht überrascht, schließlich sind solche Preise normalerweise immer im Ticket inbegriffen. Somit haben sich die Kosten für den Flug gerade verdoppelt :-(

      

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Kategorie: Kambodscha

S-21 Folter und Massenmord in Kambodscha

Dieser Artikel wurde am 15. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Der Geschichtsunterricht in der Schule hörte damit auf, dass ich mir über ein Jahr anhören musste, wie schlimm „wir Deutschen“ doch waren. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich wenig bis nichts über die Geschichte in Kambodscha wusste. Auch bin ich noch zu jung, um die Geschehnisse von 1975-1978 miterlebt zu haben. Trotzdem wurde mir hier schlagartig bewusst, dass nicht nur „wir Deutschen“ eine grausame Vergangenheit haben. In drei Jahren, acht Monaten und zwanzig Tagen brachte die Roten Khmer ein Viertel ihrer Bevölkerung um! Das sind mal gerade zwei Millionen Menschen!



Die Methoden erinnern ganz stark an die Nazi-Zeit: Konzentrationslager, Massengräber,… Es ist kaum zu glauben, dass sich hier nahezu etwas identisches abgespielt hat. Was muss denn noch geschehen, bis die Welt endlich etwas begreift? Ganz schlimm ist auch mal wieder die Beteiligung der „friedlichen“ USA. Wenn man sich das alles durch den Kopf gehen lässt, sind es nicht nur „wir Deutschen“, die eine schreckliche Vergangenheit haben. Ich will das Ganze nicht herunter reden oder verschönern.Aber wenn ich solche Geschichten höre, ist es doch etwas komisch, dass nur „wir Deutschen“ immer noch eingeredet bekommen, wie schlimm wir doch sind bzw. waren.



Die Bilder in diesem Beitrag stammen aus dem Sicherheitsgefängnis S-21. In dieser ehemaligen Schule wurden an die 20.000 Menschen auf grausame Weise gefoltert und umgebracht. Nur 7 überlebten. Heute erzählt das Tuol-Sleng-Museum über die Geschichte der Menschen, die zwischen diesen Mauern hingerichtet wurden. Da die Führer von S-21 ihre Grausamkeiten mit Fotos und detaillierten Informationen festhielten, sind sehr viele Fakten bekannt. Ich verbrachte knapp zwei Stunden im Tuol-Sleng-Museum. Anschließend hat man doch ein sehr komisches Bauchgefühl. Es ist schwer zu begreifen, dass so etwas wirklich passieren kann.



Hier noch ein kurzer Auszug aus Wikipedia (zum ganzen Artikel), der die Zeit der Roten Khmer und des Führers Pol Pot verdeutlicht: In den ersten Monaten dieser revolutionären Ära verwandelte sich das Land in ein gigantisches Arbeits- und Gefangenenlager. […] Geld wurde abgeschafft, Bücher wurden verbrannt, Lehrer, Händler und beinahe die gesamte intellektuelle Elite des Landes wurde ermordet. […] Gleichzeitig wurden so genannte Massensäuberungen durchgeführt. Wer im Verdacht stand, mit Ausländern zu kollaborieren, wurde mit Ehegatten und Kindern getötet. […] Während der vierjährigen Schreckensherrschaft wurden schätzungsweise 1,7 bis 2 Millionen Menschen in Todeslagern umgebracht oder kamen bei der Zwangsarbeit auf den Reisfeldern ums Leben (bei einer Gesamtbevölkerung von etwas mehr als 7 Millionen). […] Wobei als Todesursache zur einen Hälfte Exekutionen (durch Erschießen, Erschlagen, Köpfen mit Feldhacken und Ersticken mittels Plastiktüten; Kleinkinder wurden an Bäumen zerschmettert) und zur anderen Hälfte Tod durch Nahrungsmangel und Krankheiten angenommen wird.

      

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Kategorie: Kambodscha

Geisterstadt: Bokor Hill Station

Dieser Artikel wurde am 14. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Was braucht man, um einen gruseligen Film zu drehen? Richtig: Nebel. Gleiches trifft auch zu, wenn man eine Geisterstadt besichtigt. Dichter Nebel macht das ganze viel spannender. Besonders wenn die blutige Vergangenheit geschildert wird, bewirkt das ganze eine noch stärkere Gänsehaut. Aber fangen wir von vorne an: Zusammen mit 20 anderen Reisenden machten wir uns auf, den Bokor Hill Nationalpark und die dort hinterlassene Bokor Hill Station zu besuchen. Das ganze ist recht kompliziert, da die Straße im unteren Bereich gesperrt ist, so müssen wir über die Hälfte des 1080m hohen Berges zu Fuß bewältigen. Das wussten wir aber alle vorher. Es sollte zwei-drei Stunden durch den Dschungel einen Berg hinauf gehen. Da war ich doch recht überrascht, als einige der Frauen dann mit ihren „Hauptsache-ich-sehe-gut-aus-Sandalen“ aufliefen.

Von den 20 waren nur 5 Männer dabei. Das spiegelt übrigens auch ansonsten das Bild in den Hostels wieder. Keine Ahnung warum, aber größtenteils reisen Frauen (auch oft alleine) durch Kambodscha. So gefährlich kann es hier also nicht sein :-) Aber zurück zum Thema. Die Mädels mit ihren Power-Sandalen kamen natürlich kaum vorwärts. Ihrer Gruppe schlossen sich schnell die Raucher an, die doch wirklich glaubten, eine Zigarette alle zehn Minuten würde ihre Leistungsfähigkeit steigern. (Herr, lass Intelligenz regnen…) Mit der anderen Hälfte der Gruppe erreichte ich das erste Ziel in nur zwei Stunden und wir mussten eine ganze Stunde auf den Rest warten! Der Aufstieg war übrigens absolut problemlos für jede gesunde Person zu meistern. Ein kleines bisschen Sportlichkeit und vernünftiges Schuhwerk vorausgesetzt.

Neunzig Prozent waren mal wieder die Franzosen anwesend, was nicht wirklich spannend war, da diese natürlich nur in ihrer Muttersprache redeten. Wir wurden von einem uraltem LKW abgeholt, auf dessen dreckiger Ladefläche mussten wir uns für eine weitere Stunde quetschen. Daraufhin erreichten wir endlich die Spitze vom Bokor Hill Nationalpark. Die 1000m Höhenunterschied schlagen auch ganz extrem auf das Wetter. Hier oben ist es windig und recht kühl. Dazu dichter Nebel und starker Wind. Überall hören wir Geräusche und plötzlich entdecken wir das erste Gebäude der Geisterstadt vor uns.

Die Bokor Hill Station besteht aus Kirche, Post, Casino und weiteren Gebäuden. Die Franzosen haben sie einst errichtet und im Kampf zwischen Kambodscha und Vietnam spielte sie eine weitere entscheidende Rolle. Direkt neben der alten Post ist ein steiler Abgrund. Dort hat das Regime der „Roten Khamer“ noch im Jahre 1975 Menschen aus purer Langeweile in den Tod springen lassen. Einige hundert Menschen kamen hier oben ums Leben und nun soll es des Nachts an Geistern nur so wimmeln. Wer möchte im alten Casino übernachten?

Zum Glück sind wir 20 Leute (ok, drei Mädels bleiben lieber draußen). Somit wirkt das Ganze nicht so gruselig, wie es unter anderen Umständen wäre. Wir können in allen fünf Stockwerken herumlaufen und hoffen, nicht auf die Geister zu stoßen. Das ganze ist schon ein recht komisches Gefühl. Mit purer Sonne und ohne den Wind, der durch das Gebäude saust, wäre es definitiv nicht so spannend.

Alle überleben das Abenteuer und kaum sitzen wir auf der Ladefläche des LKW, fängt es richtig stark an zu regnen. Super. Viele sind so unvorbereitet, dass sie weder Regenjacke noch Schirm dabei haben. Nicht die beste Idee, wenn man in der Regenzeit durch Kambodscha reist :-) Einige waren in ihrer Baumwollkleidung (aufgepasst: nächste intelligente Idee für eine Reise ins Tropenklima!) zwar schon zuvor nass geschwitzt, doch nun komplett durchweicht. Die paar Tropen, die ich abbekommen hatte, trockneten durch den Wind in wenigen Minuten. Zu unser allem Glück hörte der Regen kurz vor der Wanderung erneut auf. Somit konnten wir den rutschigen Fußmarsch den Berg hinunter in Angriff nehmen.

Unsere Gruppe wird übrigens von zwei Rangern beschützt. Ich habe nicht so ganz heraus bekommen, ob die Waffen uns vor den hier lebenden Tigern und Bären oder doch eher von den illegal arbeitenden Holzfällern schützen sollen. Mit acht weiteren Leuten komme ich noch vor Dunkelheit am Ende des Dschungels an. Erneut müssen wir warten – dieses Mal über eine Stunde – bevor der Rest der Gruppe total erschöpft in purer Dunkelheit das Ende des Berges erreicht. Hier noch ein paar super Bilder von der Bokor Hill Station.

      

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Kategorie: Kambodscha

Kampot und Kep

Dieser Artikel wurde am 14. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Mit einem Sammeltaxi fuhr ich für zwei Stunden weiter von Sihanoukville nach Kampot. In dieser Provinzstadt gibt es so direkt nicht viel zu erleben. Deshalb schnappte ich mir einen englisch-sprachigen Guide mit samt Motorroller und ließ mich durch die Gegend kutschieren. Zuerst besichtigten wir eine Pfefferplantage, wo der dortige Bauer mir umgehend seine Reis-Wein-Produktion vorstellte. Natürlich kam ich auch um das Testen nicht herum :-) Von Wein lässt sich wenig schmecken und der Alkoholgehalt ist auf Whisky-Ebene.



Weiter führte die Tour nach Kep, einem kleinen verschlafenen Fischerdorf, das einst ein großer Ferienort für Kambodscha war. Hier genieße ich eines der besten Essen meiner Reise. Frische Shrimps mit viel Gemüse und das ganze extrem gut zubereitet. Lecker!



In einem Kloster erklärt mir der Guide eine Menge über Buddha und das Leben im Tempel. Das war super interessant und hat eine Menge Spaß gemacht. Gegen Abend ging es dann auch schon zurück nach Kampot, wo ich erneut in einem ganz einfachen Zimmer hause.

      

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Kategorie: Kambodscha

Schöner Strand in Kambodscha

Dieser Artikel wurde am 12. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Die zehnstündige Fahrt mit dem Nachtbus war alles andere als angenehm. Die Sitze waren super schmal und man konnte kaum bequem sitzen. Ist halt für Asiaten ausgelegt :-) Der Franzose neben mir und ich versuchten möglichst nicht uns Arm in Arm schlafen zu legen, was kaum möglich war. So schlief ich die Nacht höchstens fünf Minuten. Der Bus (und auch das Guest House) war voll mit Franzosen. Warum? Kambodscha war mal eine französische Kolonie. Da die Franzosen gerne unter „Ihresgleichen“ reisen und es oft ablehnen, Englisch zu sprechen, kommen sie hierher zum Urlaub machen. Zu blöd, dass die junge Generation in Kambodscha kein Wort Französisch spricht :-) Das sind keine wilden Mutmaßungen, sondern wurde mir mehrfach bestätigt.



Zum Glück wurde ich am frühen Morgen um sechs Uhr von einem Fahrer meines Guest Houses abgeholt und konnte problemlos meinen Raum beziehen. Nach vier Nächten im Zimmer ohne Klima und ohne eigene Dusche, gönnte ich mir hier wieder ein wenig Luxus und zahle mit $13 mehr als ich die letzten vier Nächte zusammen gezahlt habe. Doch warum bin ich eigentlich nach Sihanoukville gekommen? Richtig: Um am Strand zu liegen :-) Somit sprang ich nach dem Frühstück auf ein Motorroller-Taxi und der alte Opa auf dem Ding brachte mich an einen der einsameren und schöneren Strände von Sihanoukville. Es war zwar etwas bewölkt und windig, aber trotzdem super warm und sonnig genug, für einen leichten Sonnenbrand :-)



Die Wellen sind perfekt zum Spielen aufgrund des starken Windes und ich bin glücklich, nicht auf einem Boot auf die naheliegenden Inseln gefahren zu sein. Wie sind die Strände von Kambodscha im Vergleich zu Thailand? Ich muss sagen, mir gefällt es hier. Besonders toll sind die vielen einsamen Inseln, die es vor zehn Jahren auch noch in Thailand gab. Doch auch in Kambodscha wurde das Potential erkannt und so viel ich weiß, sind alle Inseln von Hotelkonzernen gekauft worden. Es ist somit nur noch eine Frage der Zeit, bevor sich überall große Hotelbunker niederpflanzen. Wer noch schnell ein wenig einsame Strände sucht, sollte Kambodscha jedenfalls Thailand bevorzugen.



In einem schönen Café direkt am Meer kann ich in gemütlichen Sesseln und Hängematten chillen. Zusätzlich entspannen kann ich durch den Gras-Geruch, der mich umgibt :-) Das scheint hier in Sihanoukville der Verkaufsschlager zu sein, denn auf der Straße werde ich alle fünf Minuten angesprochen, welche Drogen ich denn gerne haben würde. Das kommt natürlich auch in anderen asiatischen (australischen, deutschen,…) Städten vor, so extrem wie hier habe ich es aber noch nicht erlebt.

      

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Kategorie: Kambodscha

Flooded Forest

Dieser Artikel wurde am 10. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Heute morgen sind die vier Tschechen weiter in Richtung Laos gereist. Mir bleibt noch ein Tag bevor mich der Nachtbus an den Strand von Sihanoukville bringt. Mal schauen ob die Strände von Kambodscha mit denen in Thailand konkurrieren können. Eigentlich wollte ich tauchen gehen, doch zu spät habe ich entdeckt, dass die seriösen Anbieter im Juli-September schließen. Wir sind mitten in der Regenzeit und der Seegang ist nicht für Tauchanfänger geeignet. Hoffentlich kann ich wenigstens Schwimmen gehen…



In einem stylischen Cafè (mit Klima!) kann ich auf einem riesigen Sofa etwas relaxen, Karten schreiben und im Internet surfen. Draußen regnete es gerade – wie gesagt, hier ist gerade Regenzeit. Da werden manche Straßen zu kleinen Flüssen.



Mit dem Tuk-Tuk geht es eine knappe Stunde Richtung Osten zum „Flooded Forrest of Kompong Phhluk“. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich super gute Erfahrungen mit den Menschen in Kambodscha gemacht. Alle sind sehr nett, lächeln viel und man fühlt sich einfach wohl in deren Umgebung. Fast würde ich behaupten, dass die Menschen hier sogar noch ein Stück freundlicher sind als in Thailand. Aber so ganz kann man das natürlich nicht verallgemeinern. Beide Länder haben viele Regionen, in denen recht unterschiedliche Menschen leben. Heute bin ich leider an einen nervigen Typen geraten. Ich kam alleine in der Nähe vom Bootsanleger an, doch sah ein italienisches Pärchen. Schnell war klar, wir wollten zusammen auf ein Boot. Alles kein Problem, wurde uns versichert. Mit solchen LKWs wird hier übrigens alles transportiert, was nicht auf einen Motorroller passt. Ab und zu auch als Bus-Ersatz zu sehen :-)



Die beiden Italiener wurden auf zwei Motorräder verfrachtet und zu dem Schiff gebracht. Ich wollte ja auch mit, doch für mich startete keiner der anwesenden Fahrer. Plötzlich hieß es, ich bräuchte ein eigenes Boot. Natürlich zum Preis für zwei Personen. So etwas mag ich ja gar nicht, wenn mir Zusagen gemacht werden und plötzlich wird versucht, mich um mein Geld zu bringen. Man fühlt sich auch nicht so super sicher, mitten im Nichts, umgeben von dreißig Einheimischen. Doch ich blieb hart und diskutierte lange, bevor ich das Boot schließlich (alleine) für fast die Hälfte bekam.



Die Rundfahrt war recht interessant, wir kamen an einem Dorf vorbei, wo die Menschen in Bambus-Hochhäusern wohnen. Das Wasser stank wie eine Kläranlage und ich will gar nicht wissen, was da alles drin herum schwimmt. Es war jedenfalls kein schönes Gefühl, wenn man ein paar Spritzer von der Brühe ins Gesicht bekam…



Weiter führte die Fahrt zum „überschwemmten Wald“. Da habe ich ein wenig mehr erwartet. Was genau, weiß ich aber auch nicht :-) Ist halt wie im Sumpf. Ein paar Bäume und Sträucher, die einen Meter im Wasser stehen. Ohhhh… Zurück am Anleger stelle ich dann fest, dass mein Tuk-Tuk Fahrer abgehauen ist. Ziemlich blöde Idee von ihm, denn er hat noch kein Geld bekommen. Zu meinem Glück finde ich einen Motorradfahrer, der mich zurück in die Stadt bringt.

      

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Kategorie: Kambodscha

Ich glaub ich spinne

Dieser Artikel wurde am 09. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Nach dem Dinner spazierten wir ein wenig durch die Straßen von Siam Reap. Eigentlich wollten wir uns eine Fußmassage gönnen, als wir plötzlich ein Schild für eine ganz besondere „Massage“ sahen. Nicht Mensch sondern Fisch ist hier die ausführende Kraft. Sah alles etwas komisch aus, aber warum nicht. Die kleinen Dinger knabbern die tote Haut von den Füßen ab. Für dreißig Minuten können wir mit zwanzig anderen Leuten entspannen und die Fische füttern. Zu Beginn ist das echt die Hölle. Absolut kitzelig und es dauert eine Weile, bis man sich an das Gefühl gewöhnt.



Ok und nun noch einen seeeeehr wichtigen Tipp von mir: Falls ihr jemals reist und jemanden trifft, der gegrillte Vogelspinnen verkauft, dann solltet ihr niemals zu euren Freunden sagen: „Wenn jemand von euch die probiert, esse ich sie auch.“ Verstanden? So etwas entpuppt sich nämlich als eine ganz schlechte Idee. Ich war natürlich so vorlaut und wenige Augenblicke später musste ich dann mit ansehen, wie mein Gegenüber in die Spinne biss. Nun hatte ich an die zwanzig Leute um mich, die gespannt auf mich blickten.



Super Timm, da hattest du ja mal wieder einen tollen Einfall. Aber nun gab es kein Zurück mehr. Die Tschechen versicherten mir, in ihrem Zimmer genügend selbstgebrannten Sliwowitz (Obstbrand) zu haben. Oh je. Hoffentlich überlebe ich das…



Ja, ich habe die Spinne gegessen! Gekaut und herunter geschluckt. Die Nacht verlief ohne wilde Träume und auch am nächsten Morgen kann ich noch auf meinen Beinen stehen :-)

      

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Kategorie: Kambodscha

Indiana Jones in Angkor: Ta Prohm

Dieser Artikel wurde am 09. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Meine Schuhe sind wieder trocken. Habe eine interessante Technik entwickelt, die zum Glück in nur sechs Stunden funktionierte. Um 4:30 Uhr klingelte schon wieder der blöde Wecker, denn wir wollten zum Sonnenaufgang am Angkor Wat sein.



Dank starker Bewölkung war der Sonnenaufgang so unspektakulär wie irgendwie möglich. Leider. Dafür waren wir dann anschließend die Ersten im Tempel von Preah Khan, welcher uns alle sehr beeindruckte. Ohne Touristen fühlt man sich so im Dschungel ein wenig wie in einem großen Abenteuer. Dieses Gebilde ist zum Teil eingestürzt und es wundert uns ein wenig, dass man überall frei herumlaufen darf. Aber so kommt dann der Indiana Jones in einem durch :-) Faszinierend sind auch die riesigen Bäume, die sich durch das Mauerwerk der Tempel gebohrt haben.



Weiter ging es auf unserer Reise durch diese gewaltigen Tempelanlagen. Wir machten viele Stopps und erkundeten die Tempel auf eigene Faust. Vor jedem Tempel warten Kinder, die uns kalten Getränke, Tücher, Postkarten oder sonst was verkaufen wollten. Zum Glück waren die Nervensägen aber nicht in den Tempeln erlaubt. Selbst wenn man zehn Mal gesagt hat, dass man nichts kaufen möchte, liefen sie neben einem her und erzählten die gleiche Geschichte. Am Morgen ist das noch lustig, gegen Mittag lächelt man noch, am Abend ist man absolut genervt. Blick auf den im Jahre 962 eingeweihten Tempel Pre Rup.



Interessant ist jedoch, dass sich die „Verkaufskonzepte“ von Tempel zu Tempel ändern. An einem Tempel probieren die Kinder mit den Touristen das Spiel mit den X und O zu spielen. Hat man drei in einer Reihe gewinnt man. Verliert man, muss man etwas kaufen :-) Am nächsten Tempel erzählen alle Kinder über ihre armen und kranken Familien. Der folgende Verkaufshit ist, dass sobald das Tuk-Tuk hält, von allen Seiten Kinder auf einen zu rennen – wild schreiend mit kalten Getränken in der Hand. Zu meinem Glück sitze ich hinter dem „Kriegsfeld“ und bekomme mich vor Lachen kaum ein. Die geschockten Gesichter der Touristen sind echt einmalig. Völlig außer Konzept gebracht, zuckt fast jeder einen Dollar, um bloß aus dem Ansturm heraus zu kommen.



Absolutes Highlight – da waren wir uns alle einig – ist Ta Prohm, der „Tempel von Brahma dem Ahnen“. Das fanden auch die Leute aus Hollywood und so wurde hier unter anderem Tomb Raider gedreht.



Der Tempel wurde über Jahrhunderte dem Dschungel überlassen und es muss atemberaubend gewesen sein, diesen Komplex erneut zu entdecken.



Auch hier ist alles von den riesigen Bäumen überwuchert. Viele Teile sind eingestürzt und nun ein Teil des Dschungels.



Der Tag war super anstrengend. Wir sind nun schon über zwölf Stunden auf den Beinen und haben einige Kilometer zurück gelegt. Ich trinke meinen sechsten Liter Wasser, denn die Temperaturen sind kaum zum aushalten. Trotzdem genießen wir jeden Augenblick.



Dieses Mal kommen wir trocken im Guesthouse an und springen unter die erfrischende kalte Dusche. Ta Prohm hat uns super beeindruckt und wir sprechen noch Stunden später über diesen besonderen Tempel. Kleiner Tipp am Rande: Solltet ihr jemals hierher kommen, schaut euch diesen Tempel ganz früh am Morgen an, bevor die Horden der Chinesen einbrechen…

      

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Kategorie: Kambodscha

Tempel um Angkor Wat

Dieser Artikel wurde am 08. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Die Tempel von Angkor sind nicht nur die größte Tempelanlage der Welt, sondern sind so riesig, dass man dort gleich mehrere Tage auf Entdeckungstour gehen kann. In Angkor und Umgebung haben zu Blütezeiten bis zu eine Millionen Menschen gelebt. Eine gewaltige Zahl, wenn man überlegt, dass das ganze fast tausend Jahre her ist. Zusammen mit den Tschechen mache ich mich am frühen Morgen auf, in diese alte Welt einzutauchen. Zwei Tuk-Tuks bringen uns bis zur Tempelanlage Angkor Thom.



In diesem Komplex verbrachten wir knappe vier Stunden. Es gab super viel zu sehen und zu entdecken. Überrascht waren wir alle von der Anzahl der Touristen. Es ist nicht einmal Hauptsaison, doch es wimmelt nur so von Europäern und Asiaten, die sich die Tempel von Angkor anschauen wollen. Eigentlich hätte ich mir Kambodscha etwas „untouristischer“ erhofft. Doch selbst Familien mit kleinen Kindern kommen aus Frankreich, Deutschland oder England hierher. Wurde man mal nicht von einem Touristen über den Haufen gerannt, konnten wir tolle Bilder machen und die Tempelanlage auf uns wirken lassen.



Fast ohne Ausnahme durften wir überall herum klettern und uns alles genau anschauen. Dank ausführlichen Büchern wussten wir genau über die Tempel und das Drumherum Bescheid.



Nach dem Bayon Tempel schauten wir uns den Rest der Angkor Thom Tempelanlage an. Einige der Bauwerke wurden gerade restauriert. Dadurch geht zwar ein wenig der Charme dieser Dschungel-Stadt verloren, aber andererseits fallen die Tempel dadurch nicht alle in sich zusammen.



Überall laufen hier kambodische Kinder herum, die einem irgendeinen Schrott verkaufen wollen. Deren Englisch ist überraschender Weise sehr gut und sie haben viele Sprüche auf Lager oder probieren mit einem bezaubernden Lächeln zu bestechen. Da fällt es ab und zu recht schwer, nicht dauernd einen Dollar zu zucken.



Besonders fasziniert scheint dieses Mädchen von dem tschechischen Reiseführer zu sein. Zu ihrer Zufriedenheit finden sich dort aber auch ganz viele bunte Bilder :-)



Gegen Nachmittag geht es zur Angkor Wat Tempelanlage. Dieser Komplex ist der wohl größte und berühmteste in Angkor. Besonders interessant finde ich, dass ganz Angkor Wat in weniger als 40 Jahren zwischhen 1113 und 1150 erbaut wurde. Fast alle Tempel sind aus Sandstein errichtet und über die Jahrhunderte geht das natürlich auch nicht spurlos an den Bauwerken vorbei. Trotzdem sind viele Teile noch recht gut erhalten.



Die ganzen Tempel sind übrigens eine Mischung aus Hinduismus und Buddhismus. Hier noch ein weiterer Blick von der Seite auf den Angkor Wat.



Eigentlich war geplant, Abends einen Sonnenuntergang zu sehen. Doch sage und schreibe hundert Meter vor unserer Tuk-Tuks fing es heftigst an zu regnen. Mein Schirm war gegen den Regen geschützt im Hostel geblieben und auch der Rest meiner Gruppe hatte nichts dabei. Es war schon den ganzen Tag bewölkt, doch ohne Ankündigung schoss der Regen plötzlich wie aus Eimern vom Himmel. Die Idee unter dem Baum zu stehen entpuppte sich schon nach wenigen Sekunden als ziemlich schlecht. Der Regen war so stark, dass wir nach zwei Minuten klitschnass waren. Ich habe es gerade noch fertig gebracht, meine Regenhülle über den Rucksack zu ziehen, um Handy, Reisepass und Laptop trocken zu halten.



Umgehend kamen die kleinen Kinder und wollten Plastikregenjacken und Schirme verkaufen. Zu spät, wir waren bis auf die Haut nass. In den Schuhen schwammen die Fische und ich fühlte das Wasser meinen ganzen Körper herunter laufen. So etwas muss man einfach mit Humor nehmen. Da ich keine Klimaanlage im Zimmer habe, hoffe ich nur, dass meine Schuhe bis morgen trocknen. Drückt mir die Daumen!

      

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Kategorie: Kambodscha

Bus von Bangkok nach Kambodscha

Dieser Artikel wurde am 06. August 2009 in Kambodscha geschrieben.

Über Nacht hat sich der Taifun verzogen, zwar war es am morgen noch sehr windig, aber der Fährbetrieb wurde erneut aufgenommen. Auch der Swimmingpool war offen und so entspannte ich noch etwas im Hotel, bevor die Fähre Hong Kong gegen elf verließ. Die Überfahrt war ziemlich schlimm. Ungefähr die Hälfte der Leute war damit beschäftigt sich zu übergeben und auch mir ging es hundeelend. Doch zum Glück behielt ich das Frühstück in mir. Wenn das Schiff schon so am schaukeln ist, dann kann der Flug ja nur noch schlimmer werden. Hilfe. In Macau habe ich noch ein paar Stunden totzuschlagen und deshalb schlenderte ich im starken Regen durch die Stadt. Ok, früher oder später landete ich im trockenen Casino und verzockte ein paar Dollar :-)

Der Flug verlief zu meiner Überraschung super ruhig und heile landete ich in Bangkok. Es ging gleich ins reservierte Flughafenhotel, denn am nächsten Morgen werde ich mit dem Bus nach Kambodscha reisen. Mit dem Bus von Bangkok nach Aranyaprathet? Ja genau. Alle warnen davor und ich habe mehrere Horrorstorys im Internet gelesen. Warum bin ich so blöd und mache es trotzdem? Erstens spare ich gegenüber dem Flug mal gerade 90 Euro. Außerdem: No risk, no fun :-) Des Weiteren habe ich mich ausführlich informiert und weiß genau, wie ich vorgehen muss. Wo probiert wird, mich armen Touristen übers Ohr zu hauen und wie ich das vermeiden kann. Und das Wichtigste für alle, die solch eine Reise planen: Seit Mai gibt es endlich eine richtige Straße in Kambodscha. Also alles ganz easy! So sah es vorher aus – wäre was für mich und den Landcruiser gewesen :-) Grenzübergang zwischen Thailand und Kambodscha:



Ich nahm den Bus vom Flughafen in Bangkok um 7:15 am morgen, erreichte die Grenzstadt Aranyaprathet gegen 11 Uhr. Wie „versprochen“ wurde ich umgehend von Schleppern empfangen, die mir all die teuren Service andrehen wollten, wie Visum, Taxi,… Zusammen mit zwei Pärchen aus Prag ging ich schnurstracks zu Grenze. Reiste aus Thailand aus und nach Kambodscha ein. Das Visum kostete nur 900BHT, die netten Leute am Bus wollten 1500 haben… Ruck zuck war ich also in Poi Pet. Von hier ging es mit einem Pärchen aus England mit dem Taxi nach Siam Reap. Diese Strecke hat vor einigen Monaten noch einen Tag in Anspruch genommen. Für das Taxi zahlten wir zusammen US$25. Nicht schlecht für eine nun nur noch zweistündige Fahrt. Erst in der Stadt wird es holperig:



Also wenn man sich ein wenig vorbereitet, dann ist die Tour mit dem Bus von Bangkok nach Kambodscha ein Kinderspiel. Und wenn man keinen Plan hat, zahlt man halt ordentlich drauf :-) Wir finden ein nettes Guesthouse, wo ich für mein Einzelzimmer nur $3 zahle. Siam Reap ist voll mit Unterkünften, Kneipen und Restaurants. Überall laufen Touristen herum. Das hätte ich irgendwie ein wenig anders erwartet.



Abends gingen wir dann noch alle zusammen Essen und ein paar Bier trinken. Die nächsten zwei oder drei Tage werde ich in den riesigen Tempelanlagen des Angkor Wat verbringen. Hoffe das wird recht interessant.

      

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Kategorie: Kambodscha