Dieser Artikel wurde am 10. November 2008 in Australien geschrieben.
Auf meiner Etage gibt es eine Gemeinschaftsküche, die von jedem Gast benutzt werden darf. Den großen Kühlschrank habe ich mit allen möglichen Lebensmitteln gefüllt und mich doch etwas gewundert, als am nächsten Tag mein komplettes Brot und meine Putenbrust verschwunden war. Der Rest war noch da. Am Abend hatte ich neues Brot gekauft und mich auf meinen Tunfisch gefreut, aber nix da, meine beiden Dosen waren plötzlich auch weg. Manche Leute scheinen es ja wirklich nötig zu haben… (Hauptsache die klauen mir nicht den Laptop, Geld, Pass oder die Kamera,…)
Da saß ich übrigens gestern mit einem lecker Bier in der Hand (Darling Harbour):

Wohnungsmäßig gibt es wenig Neues zu berichten. Habe jetzt einige weitere Appartements gesehen und frage mich mal wieder, warum man totgeschlagene Kakerlaken neben der Toilette liegen lässt und wofür es eigentlich Mülleimer gibt, wenn man auch den ganzen Müll in der Wohnung verteilen kann. Naja, irgendwo und irgendwann wird es auch noch eine Unterkunft für mich geben. Hoffe ich jedenfalls. Zurzeit sehe ich noch alles ganz locker. Mir fehlt nur etwas das „einfach mal zurückziehen und entspannen.“ Das hatte ich weder während meiner Reise durch Asien, noch bei meinen Gasteltern und erst recht nicht im Hostel… Aber wird schon werden!
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 08. November 2008 in Australien geschrieben.
Fast täglich lerne ich neue Leute kennen und ich bin immer wieder überrascht, dass ich viele davon „schon kenne“. Mal abgesehen von der Asiaten, habe ich viele Jungs und Mädels getroffen, die eine ziemliche Ähnlichkeit mit Freunden und Bekannten von mir haben. Nicht nur optisch gibt es oft große Ähnlichkeiten, meist passt sogar die Stimme und auch oft die Mimik und Gestik.
Nicht nur einmal kam ich mir vor, als würde ich einen Zwillingsbruder/-schwester von jemanden treffen. Ich finde das total erstaunlich. Klar sehen manche Menschen ähnlich aus, aber das auch der Charakter und das Auftreten solch eine Ähnlichkeit haben, verblüfft mich immer wieder.
Kategorie: Australien
Dieser Artikel wurde am 08. November 2008 in Australien geschrieben.
Freitag Abend hieß es „The Rocks markets by moonlight“. Livemusik gepaart mit Shopping-Ständen. Wir trafen uns an der Schule und in einer großen Gruppe ging es Richtung The Rocks, ein Stadtteil, welcher direkt zwischen der berühmten Harbour Bridge und dem Opera House liegt. Mit 20 Leuten ist es allerdings schwierig, im Gedränge nicht verloren zu gehen. Und so stand ich plötzlich nur noch mit 3 Mädels da und der Rest war verschwunden.
Da in The Rocks die älteste Bar Sydney liegt, wollten wir einen kurzen Abstecher dorthin machen. Doch wie so häufig ändern sich die Pläne schnell. In der Bar kommen wir mit einigen „echten“ Australiern in Kontakt und merken zum ersten Mal, wie komisch dieser Akzent doch klingt ;-) Klar haben wir in der Schule australische Lehrer, aber die sprechen ein ganz anderes Englisch als ein angetrunkener Rugby Spieler…

„Echte“ Australier ist auch schon wieder relativ gesprochen. Zwar sind alle hier geboren und groß geworden, doch die Eltern kamen aus Spanien, Deutschland, Südafrika,… Wir eine Menge Spaß zusammen. Uns wurden sämtliche australische Sportarten erklärt, der Aussi-Slang beigebracht und natürlich wurde das ein oder andere australische Bier getestet.
Zusammen zogen wir in eine weitere Bar/Disco, da wir aus der ersten relativ schnell rausgeflogen sind (weiß aber bis heute nicht warum). Das australische Verhalten auf der Tanzfläche ist schon relativ komisch. Neben „so bescheuert Tanzen wie es nur geht“ und Liegestützen auf der Tanzfläche wurde ich immer wieder mit total komischen Aktionen überrascht. Aber das scheint hier normal zu sein. Jedenfalls wurden die Jungs von dem Rest der Leute bejubelt.
Soviel zu meinem ersten Eindruck von „echten“ Australiern!
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 07. November 2008 in Australien geschrieben.
Bin ausgezogen. Donnerstag morgen habe ich meine Sachen gepackt und habe die Zeit „Homestay“ für das Erste abgeschlossen. Mit dem Rucksack ging es dann in die Schule und in der Pause habe ich mir verschiedene Hostels im Internet angeschaut, schließlich brauchte ich noch eine Bleibe für die Nacht :-) Eigentlich habe ich mit einem Einzelzimmer in einem Hostel gleich um die Ecke geliebäugelt – als ich die Bewertungen gelesen habe, habe ich mich ganz schnell dagegen entschieden.
300 Meter von der Schule entfernt gibt es ein modernes Hotel, das in einer Etage 4-Personen Zimmer zum Hostel umfunktioniert hat. Keine Etagenbetten, genügend Platz im Zimmer, Klimaanlage, alles sauber und das Beste: Günstig. In meiner ersten Nacht hatte ich sogar das Glück, ganz alleine im Zimmer zu sein.
Wie schon in Münster sind Vermieter in Sydney sehr unzuverlässig. Scheint wohl weltweit das gleiche zu sein. Mir werden Termine zugesagt, ich bin pünktlich auf die Minute, klingel und rufe an und niemand meldet sich. Toll. Ist mir jetzt schon ein paar Mal so ergangen. Ab und zu bekommt man wenigstens eine SMS, mit der Mitteilung, dass die Wohnung schon weg ist.
Ich habe echt dreckige Plätze gesehen. Bei einem hat der Vermieter!! auf dem Balkon geschlafen. Wahrscheinlich hat der diesen schönen Schlafplatz durch die anderen Mieter finanziert. 4-8 Leute in einem Zimmer sind keine Seltenheit (und die kennen sich vorher oft nicht). Ein Badezimmer mit 10 Leuten in der Wohnung? Kein Problem… Als Deutscher ist man da jedoch irgendwie andere Standards gewöhnt und es ist schwierig für mich, hier Abstriche zu machen. Sollte ich mit einer anderen Person das Zimmer teilen und der/die schnarcht in der Nacht, würde ich kein Auge zu bekommen.
Somit werde ich wohl noch ein paar Nächte im Hostel bleiben…
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 05. November 2008 in Australien geschrieben.
An jedem ersten Dienstag im November findet in Australien der Melbourne Cup statt. Dieses Event ist neben Silvester wohl das größte und wichtigste Ereignis in Australien. Victoria, das Bundesland, in dem Melbourne liegt, hat diesen Tag sogar zum Feiertag ernannt.
Aber um was geht es denn nun genau? Ein Pferderennen. 3.200 Meter. Keine fünf Minuten und alles ist vorbei. Doch ganz Australien sitzt vor dem Fernseher. Quasi wie das Endspiel der Weltmeisterschaft in Deutschland oder der Super Bowl in den USA. Spannung pur.

Doch der Tag hat mehr zu bieten. Neben dem eigentlichen Pferderennen ist besonders das „sehen und gesehen werden“ an diesem Tag wichtig. Um hier viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen reicht nicht nur ein schönes Kleid, sondern ein ausgefallener Hut muss her. Und so ergibt sich ein recht skurriles Bild. Denn nicht nur die High Society von Australien trägt Hüte, sondern das ganze Land hat die Idee aufgegriffen. An jeder Ecke sind Leute mit Hüten unterwegs. Möglichst groß, möglichst bunt, möglichst schön (oder hässlich) – Hauptsache man fällt auf.
Die Schule wurde heute schon um 14.00 Uhr geschlossen. In den Klassen und auch in den Wettbüros wurden natürlich ganz professionell Wetten abgeschlossen. Hier hat zwar keiner von uns Ahnung, aber Hauptsache man kann mitfiebern. Nur für dieses Rennen übrigens wurden in Australien Wetten in Höhe von $160 Millionen abgeschlossen…
Mit mehr als 200 Leuten ziehen wir von der Schule in ein benachbartes Hotel um, wo 5 große Leinwände aufgebaut sind. Es gibt reichlich Wein und Bier. Alle sind alle ganz aufgeregt. Die Pferde werden analysiert und es wird heiß diskutiert. Endlich ist es soweit. Das Rennen beginnt. Ca. 25 Pferde laufen los. 3200 Meter geht das Rennen. Alle Leute klatschen, rufen, schreien und pfeifen. Die Stimmung ist super. Jeder versucht sein Pferd anzufeuern. Die letzten Meter werden noch mal richtig spannend. Die Ziellinie wird von zwei Pferden gleichzeitig überquert. Wer hat nun gewonnen? Erst ein Foto zeigt das Ergebnis.

Mit hauchdünnen Vorsprung hat „Viewed“ das Rennen des 148. Melbourne Cups gewonnen und ist nun um $3,3 Millionen reicher.
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 03. November 2008 in Australien geschrieben.
Wie es aussieht, bekomme ich mein Geld zurück. Vom Homestay Department sehen das zum Glück genauso wie ich: Möglichst schnell raus aus dem Irrenhaus. Morgen wird alles weiter besprochen.
Heute Morgen habe ich für mein Müsli die Milch aufgebraucht, die auf dem Tisch stand. Heute Abend wurde ich wegen meines, ich zitiere: “absolut unhöflichen Verhalten” ziemlich zur Sau gemacht. Was habe ich falsch gemacht? Ich habe die Milch aufgebraucht, ohne vorher zu fragen, ob noch jemand Milch möchte. (Der Kühlschrank mit 5 Litern frischer Milch ist übrigens keine 2 Meter vom Tisch entfernt. Darf ich jedoch nicht selber dran gehen.) “Solch ein freches Verhalten hätten die noch nie erlebt.” OK, natürlich hätte ich vorher fragen können. Über so etwas mache ich mir ehrlich gesagt auch einfach keine Gedanken. Mich aber deshalb hier zu beschimpfen, als hätte ich das Haus in Brand gesteckt… Spinnen die Deutsch-Australier ;-)
Ich glaube ich ziehe hier noch diese Woche aus und gehe erstmal ins Hostel, bis sich eine Alternative gefunden hat. Habe mir schon eine relativ gute und dafür günstige Wohnung angeschaut. Diese ist jedoch erst ab dem 12.11 frei. Und ob ich die bekomme, steht auch noch in den Sternen. Gibt ja schließlich noch andere Bewerber.
P.S. Ebuzer, der Türke, der hier vor mir lebte, hatte übrigens auch viele Probleme mit der Gastfamilie. Da sein Englisch jedoch sehr schlecht ist, hat er sich nicht getraut, diese anzusprechen. Er ist einfach immer kurz vor dem Abendessen erschienen und hat sich anschließend in sein Zimmer geschlossen. Auch ne Lösung ;-)
P.S.S Nicht falsch verstehen: Ganz viele Mitschüler sind mehr als zufrieden mit ihren Gasteltern. Sie werden „als Teil der Familie“ gesehen, es werden Dinge zusammen unternommen und man hat gemeinsam viel Spaß.
P.S.S.S. Habe gerade geduscht. Nach einer Minute wurde das Wasser eiskalt. Habe natürlich meine Gasteltern darauf hingewiesen. Anstatt dass die mein kaltes Schauer bedauern, knallen die mir doch echt an den Kopf, dass ich zu blöd zum Duschen wäre!!! Ich raste gleich wirklich aus!!!
Kategorie: Australien, Sydney
Dieser Artikel wurde am 01. November 2008 in Australien geschrieben.
Meine Cousine hat es auf den Punkt gebracht: “More German then the Germans.”
Versehentlich den Stuhl nicht bis an den Tisch geschoben (fehlten 5cm), gab Ermahnung. Wollte das leere Weinglas (der Gasteltern) in die Küche bringen, gab Ärger: „Bloß nicht anfassen, war teuer, könnte kaputtgehen.“
Nach dem Händewaschen habe ich das Waschbecke nicht trocken geputzt – schon wieder einen Einlauf bekommen. (Das Badezimmer ist übrigens nur für uns Schüler – trotzdem kontrollieren die das 5 mal am Tag.) Wir müssen Abends abwaschen (alles bis auf die Gläser – die könnten ja kaputt gehen). Habe den Kochlöffel an den falschen Ort gelegt – schon wieder Gemecker.
Wollte Abends weg gehen. Sollte um 22.00 Uhr zurück sein ;-) Gab ne kleine Diskussion…
Das zum Thema: Relaxtes Australien.
War schon Dienstag beim Accomodation Department und habe eine neue Familie beantragt. Bis auf das wirklich gute Essen und das saubere und sichere Zuhause setze ich nicht viel aufs Spiel. Leider kann das ganze bis zu 4 Wochen dauern…
Über die letzten Tage habe ich mir weitere Gedanken gemachte und werde Montag versuchen, ob ich das Geld für die Unterkunft zurück bekomme. Klar kann ich Glück mit der nächsten Familie haben, aber auch diese kann wieder am „Arsch der Welt“ wohnen. Für mich ist Bus fahren einfach das langweiligste und nervigste auf der Erde. Wenn alles klappt, möchte ich mir gerne ein Zimmer direkt in der Stadt nehmen. Da spare ich mir täglich zwei Stunden Busfahrt. Zwar zahle ich dann mehr, aber ich kann z.B. Mittags nach Hause und muss nicht Essen gehen. Außerdem habe ich zwei Stunden mehr Zeit am Tag, da kann ich mir einfach ne Job besorgen und habe wahrscheinlich nachher mehr Geld als jetzt. So ist jedenfalls der Plan ;-)
Leider ist das mit dem Zimmer nicht so einfach. Habe schon manche Storys gehört: Viele Asiaten leben mit bis zu 8 Leuten in einem Zimmer (ja Zimmer, nicht Wohnung). Wohnzimmer gibt es selten, auch wenn es Durchgangszimmer sind, werden diese vermietet. Hier wird halt alles versucht, um Geld zu sparen. Zum Glück kenne ich einige Leute von der Schule, die auch gerade am Suchen sind. Vielleicht können wir uns ja zusammen eine Wohnung nehmen.
Drückt mir die Daumen!!!
Kategorie: Australien, Sydney