Backpacking Trip

Spielzeug für echte Männer

Dieser Artikel wurde am 15. Januar 2009 in Australien geschrieben.

Schon vor meiner Reise nach Australien war mir klar, wenn ich mir ein Auto kaufe, dann nur einen großen Geländewagen. Schließlich will ich Australien sehen und nicht nur von Stadt zu Stadt reisen. Hier ist es nicht wie in Europa, dass überall richtige Straßen vorhanden sind. Ganze Gebiete (z.B. Cape York im Norden) sind nur mit einem 4×4 zu erreichen (3-5 Tage Fahrt). Da muss man dann hier und hier durch, bevor man unter anderem hier schwimmen gehen kann. Außerdem findet man dort die schönsten Strände des Landes…

Des Weiteren sind die Geländewagen groß genug, um gleich drin zu übernachten :-) Bevor ich wild zu den Autohändlern laufe, habe ich mich erstmal im Internet schlau gemacht. Egal, ob ich auf deutschen oder englischen Seiten schaute, die Allrad-Community ist sich einig: Nichts geht über einen Toyota Landcruiser! Ok, ein Hummer H1 wäre noch eine Alternative – kostet jedoch das 10-fache :-) Nicht nur einmal habe ich gelesen: „Lieber einen Landcruiser von 1970 als einen Geländewagen von Holden (Opel) oder Mitsubishi von 2000.“ Das ganze hat allerdings auch seinen Preis, denn auch die Verkäufer wissen, wie sehr ihr 4×4 gefragt sind. Ein Toyota Landcruiser von 1990 kostet fast das Doppelte von einem Suzuki oder Nissan gleichen Baujahres. Jeep und Land Rover sind zwar offroadmäßig ebenbürtig, aber vom Innenraum kleiner (zwecks schlafen also nicht so gut). Außerdem sind die Ersatzteile deutlich teurer.



Also habe ich heute mal ein wenig nach Landcruisern Ausschau gehalten. Mit einer fast unzerstörbaren 4 Liter Dieselmaschine hat mein erstes Fundstück Australien wohl schon einige Male durchquert. Baujahr 1983 und 390.000km auf der Uhr – mit diesem Auto, einem Toyota Landcrusier HJ47 Troopcarrier (Troopy) kann man normalerweise 11 Leute transportieren. Oder halt ein Bett und die Campingausrüstung. Klimaanlage? Fehlanzeige. Das Ding ist wirklich nur was für harte Burschen…
Vom Preis natürlich sehr attraktiv :-)

Wer jetzt denkt, 400.000km sind für ein Auto viel, hat natürlich recht. Allerdings kann man diese Maschinen nicht mit den 1,8 Liter Vierzylindermotoren aus Deutschland vergleichen. Fast alle alten Autos haben in Australien über 200.000km runter und die Motoren laufen, laufen und laufen (Service und Pflege sind natürlich auch hier ein Muss). Einheimische und Backpacker reisen damit durch das ganze Land.



Richtig gut gefällt mir dieser Landcruiser Bj 94. Mit einer 4,5 Liter Maschine und LPG (kostet nur 0,25 Euro pro Liter) hat er genügend Power, jede Steigung zu meistern. Der Hammer ist einfach das Zelt auf dem Dach. Lustigerweise parkt er in Bondi direkt vor meiner Haustür und ich habe schon vor Wochen zu Julia gesagt, dass das genau der richtige Wagen für mich wäre. Heute habe ich dann zufällig die Anzeige entdeckt. Allerdings mit der super Ausstattung nicht gerade billig.

Andererseits reicht ein einfacher Geländewagen „von der Stange“ nicht aus. Das Auto braucht einen Schnorchel, damit ich auch mal quer durch einen Fluss fahren kann, ohne das der Motor Wasser durch den Luftfilter zieht. Ein paar Zusatzscheinwerfer sind ebenso wichtig. Schließlich sind die Standardlichter nicht gerade besonders gut und Nachts im Outback laufen einige wilde Tiere herum. Falls die Scheinwerfer mal nicht ausreichen und ein Känguru vor den Wagen springt, schützt eine Bullbar (Rammschutz) vor einem größeren Schaden. Was mit normalen Straßenreifen im Sand passiert, habe ich nun schon selber erlebt. Also müssen vernünftige All Terrian Tires oder gar Mud Tires vorhanden sein. Das ganze mit einem Suspension Lift (Höherlegung des Fahrzeuges) von 50mm bis 100mm gepaart, lässt den Geländewagen auch über Stock und Stein fahren.

Muss eigentlich so ein großer Motor sein? Ja. Zum einen halten diese einfach deutlich länger, zum anderen gibt es in Australien kaum etwas anderes zu kaufen. Auf den Straßen fahren nur deutlich übermotorisierte Autos herum. BMW? Klar, aber mindestens 330i oder gar M5. VW Golf? Überall, aber nur GTI oder gleich R32. Warum V6, wenn es auch einen V8 gibt? Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 110km/h macht es schließlich viel Sinn, Autos zu fahren, die deutlich über 200PS haben. Doch wer meint, da wäre Schluss, irrt sich. An jeder Ecke stehen turbogeladene Nissan Skylines, die auch mal gerne jenseits der 500PS liegen und jedem Ferrari das Fürchten lernen. Wie ihr seht, ein Paradies für mich ;-) Einen Nissan Skyline GT-R werde ich wohl irgendwann auch noch mal Probe fahren müssen… Just for fun!

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Kategorie: Australien

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