Backpacking Trip

Kakadu Nationalpark

Dieser Artikel wurde am 18. April 2009 in Australien geschrieben.

Nach drei Tagen im Kakadu Nationalpark bin ich nun wieder unter den Lebenden, also dort, wo man Handyempfang und Internet hat :-) Hat mir der Kakadu Nationalpark gefallen? Immerhin ist es ein Stück Weltkulturerbe. Ja und nein. Ich bin nicht so der Naturfreak, der vor Freude an die Decke geht, wenn er lauter seltene Pflanzen und Bäume sieht. Außerdem waren die schönsten Stellen des Parks, wie die Jim Jim Falls, noch gesperrt. Eigentlich waren alle 4WD-Tracks noch geschlossen. Doch wie überall, führen gerade diese Strecken zu den wirklichen Highlights!



Zuerst ging es für mich nach Ubirr, wo ich mir Aboriginal Kunst anschaute, die bis zu 20.000 Jahre alt ist. Das war schon ganz beeindruckend. Nicht, dass das jetzt unbedingt als besonders schön oder anspruchsvoll zu bezeichnen wäre. Aber zwanzigtausend Jahre ist schon eine verdammt lange Zeit. Wann lebten eigentlich die ersten Menschen in Deutschland? Neben den Malereien gab es auch eine schöne Aussicht über die Sumpfgebiete des Parks.



Der East Alligator River unterteilt den Kakadu Nationalpark vom Arnhem Land. Ich komme mit einem Australier ins Gespräch, der mir einiges über das Gebiet auf der anderen Seite des Flusses erzählt. Zwar habe ich keine Erlaubnis, auf der anderen Seite zu reisen, aber ich lasse es mir nicht nehmen, den recht tiefen Fluss am Cahills Crossing zu durchqueren :-) Anschließend reise ich weiter zu den nächsten geöffneten Highlights des Parks. Insgesamt fahre ich 700km im Kakadu Nationalpark plus jeweils 150km um den Park zu erreichen und wieder zur nächsten Stadt zu kommen. Nur das ihr mal eine Idee habt, wie riesig das ganze hier ist! Am Bardedjilidja (Bar-ded-jill-id-gee, überall sind hier lustige Namen) mache ich eine Wanderung und fühle mich ein wenig wie Indiana Jones auf der Suche nach der verlorene Stadt!



Das Wandern fällt mir schwer. Es ist so mega schwül und heiß. Schlimmer als in Thailand. Warum tue ich mir das nur an? Überall sind kurze Tracks und des öfteren werde ich vom Ausblick, dem Ziel, dem Weg an sich oder gleich von allem zusammen enttäuscht. Da fragt man sich schon, warum man nicht im Auto mit Klimaanlage sitzen bleibt :-) Für die Nacht miete ich einen Raum in einem Luxus Resort. Naja, die haben halt auch günstige Räume für Backpacker, wo nur Betten und eine Klimaanlage drin ist. Endlich kann ich eine Nacht wieder schlafen.



Am nächsten Tag mache ich noch ein paar weniger spannende Wanderungen bevor ich schon fast aufgebe. Bisher bin ich recht enttäuscht vom ganzen Kakadu Nationalpark. Im Lichtfield, dem kleinen Bruder, hatte ich deutlich mehr attraktive Naturschauspiele gesehen. Doch am Ende des Parks wurde ich noch einmal für das Warten belohnt. Ich erreiche die Gunlom Falls (Bild oben). Nach einer Wanderung erreicht man die oberen Rock Pools. Und diese sind einfach der Wahnsinn! So cool war ich noch nie schwimmen. Über kleine Wasserfälle sind mehrere Pools miteinander verbunden, bevor es dann hundert Meter in die Tiefe geht.



Bei den Temperaturen gibt es auch nichts schöneres, als einfach nur im Wasser zu liegen. Wo ist das kalte Bier? :-)



Die dritte Nacht verbringe ich erneut in einem Raum mit Klima für nur $17. (Erinnert ihr euch an die $30 für den Campingplatz?) Zwar sind noch fünf Betten in meinem Raum, doch niemand kommt und ich habe das ganze Zimmer für mich. Juhu! Nebenan schlafen übrigens Serena und Tilman, die ich gestern zufällig bei den Wasserfällen getroffen habe. Sie hatten die erste Nacht im Kakadu ein ähnliches Erlebnis wie ich und haben keine Minute geschlafen. Tilman hat sich sogar nachts aufs Autodach gelegt, um ein wenig Abkühlung zu bekommen. So sieht auch sein Körper aus: Zerstochen bis zum geht-nicht-mehr :-)



In der Wet-Season gibt es übrigens viele kleine Brände im Nationalpark. Das ist einfach Teil der Natur und ist irgendwie wichtig für Flora und Fauna. Somit sehe ich an vielen Ecken kleine Brände. Am folgenden Morgen mache ich mich auf zum Yurmikmik, wo angeblich schöne Wanderungen sind. Aber erneut wurde ich enttäuscht. Nach nur zwei Stunden kehre ich um und verlasse den Nationalpark Richtung Katherine. Hier werde ich auf meine holländische Familie warten. Wie es aussieht, reise ich alleine in meinem Auto. Niemand möchte mit mir nach Cairns fahren :-( Zu blöd, denn neben der Kostenersparnis, ist es auch deutlich interessanter zu Zweit. Eben war ich tanken und habe entdeckt, dass mein hinteres Diff erneut Öl verliert. Könnte kotzen!

Tour: Im Kakadu Nationalpark
Übernachtung 1: Gagudju Cooinda Lodge
Übernachtung 2: Wirnwirnmila Mary River Roadhouse

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Kategorie: Australien

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