Backpacking Trip

Landcruiser vs. Defender

Dieser Artikel wurde am 24. Mai 2009 in Australien geschrieben.

Nach nun über sechs Wochen mit den Holländern ist es mal Zeit, einen Vergleich zwischen dem Land Rover Defender und meinem Toyota Landcruiser zu machen. Natürlich ist dieser recht subjektiv und würde aus der Sicht von Martijn wohl möglich das ein oder andere Mal anders ausfallen. Im Vergleich steht der zwanzig Jahre alte Landcruiser (mit über 420.000km) gegen den 2008er Defender.



Die Performance im Gelände ist nahezu identisch. Ich komme an schlammigen oder sandigen Hügel oft weiter, doch früher oder später bleibe auch ich stecken :-) Der mögliche Grund hierfür (und auch für weitere Dinge in diesem Vergleich) ist das deutlich höhere Gewicht des Defenders. Die Holländer haben ihren „Kofferraum“ komplett beladen, dort finden sich auch eine Kiste mit Schulbüchern (70kg) und Klamotten für vier Personen. Insgesamt sind es einige hundert Kilo mehr auf der Hinterachse. Wie gut ein Geländewagen wirklich im Einsatz ist, hängt oft sehr vom Fahrer ab. Erfahrungen und die Möglichkeit die Strecke „zu lesen“ sind dabei besonders wichtig.

Als ich den Defender selber ein längeres Stück gefahren bin, war ich doch sehr enttäuscht vom Motor. Der nagelneue 2.5tdi ist ziemlich schwach auf der Brust. Entwickelt wurde solch ein kleiner Motor für die Gewichtsersparnis und für weniger Verbrauch. Außerdem ist er für Europa „besser“, da er günstiger in den Steuern ist. Doch trotzdem verbraucht mein uralter 4.0 Motor exakt die gleiche Menge an Diesel!!! Wir hatten auf den letzten 3.000km beide um die 12 Liter. Zwar haben der Landcruiser und der Defender auf dem Papier fast die gleiche PS-Zahl, doch der 4.0 Motor ist um einiges stärker. (Und darauf ist Martijn schon sehr neidisch, wie er ungern zugibt.) Schon ab 500 Umdrehungen steht eine gewaltige Kraft zu Verfügung. Der zwangsbeatmete 2.5tdi hingegen muss erst auf Drehzahl gebracht werden, bevor er sich überhaupt vorwärts bewegt. Das heißt man muss viel mit der Kupplung (im Gelände) spielen. Wo liegt also der Vorteil? Ich weiß es nicht. Ein 4.0 Liter Motor hält deutlich länger (wenn nicht ewig) und ist weniger anfällig für Reparaturen (da kein Turbo). Genau das ist auch der Grund, warum Toyota und Nissan immer noch die Geländewagen mit 4.0 und sogar 4.5 Liter Diesel Maschinen ausstatten.



Außerdem fällt der Rover auseinander. Das ist jetzt kein Scherz, sondern bitterer Fakt. Darüber berichten viele Internetforen und auch 4WD-Magazine. Die Qualität ist sehr schlecht und so lösen sich überall die Dichtungen, Schrauben,… Insgesamt haben die Holländer teurere Reparaturen und mehr Probleme, als ich mit dem Toyota. Zu deren Glück läuft alles über Garantie, aber wenn der Wagen nun schon so viele Probleme hat, will ich ihn nicht in zwanzig Jahren sehen. (Denke solange überlebt der nicht *grins*) Natürlich muss man bedenken, was wir mit den Autos anstellen. Auf den deutschen Straßen würden die Reparaturen deutlich geringer sein.

Kann ich auch was Positives über den Defender berichten? Nicht wirklich :-) Einzig und alleine das Zubehör, was die Holländer an Board haben, ist wirklich klasse. Dachzelt, Seilwinde, der (selbst gebaute) Aufbau auf dem Heck und auch sonst alles, was sich so findet spricht von Qualität. Da bin ich schon manchmal Neidisch :-) Doch, wie so oft: Alles eine Frage des Preises.

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Kategorie: Australien

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