Nachdem wir gestern die Autos unter Wasser gesetzt haben, waren wir alle recht erleichtert, als die Wagen ohne Probleme am frühen Morgen angesprungen sind. Zwar ist es innen drin noch ein wenig nass (und es stinkt), aber das wird hoffentlich bald vergehen. Schon nach wenigen Metern krochen wir wieder im ersten Gang voran. Der Wagen stand schräg und des öfteren hing mal ein Rad frei in der Luft. Anschließend kann man 500m recht einfach fahren. Dann kommen wieder schlammige oder sandige Passagen, die nur recht langsam durchquert werden können. Bertie Creek hatte ein Flussbett, dass komplett aus Stein bestand. Also relativ einfach. Doch wer einfach drauflos fährt und geradeaus auf das andere Ufer zusteuert, wird seinen Wagen komplett versenken. Denn das Flussbett hat tiefe Löcher. Es kostet etwas Zeit, bis wir die richtige Route durch den Fluss finden, schließlich wollen wir ja heile am anderen Ufer ankommen.

Der Old Telegraph Track wurde einst von der australischen Telekom angelegt und wie der Name verrät, handelt es sich um eine Telegrafen-Leitung in den hohen Norden. Der Track wurde zum Bau und der anschließenden Wartung benötigt. Vor über zwanzig Jahren wurden allerdings schon die Bypass Roads von der Telekom angelegt, da der Old Telegraph Track zu kompliziert war/ist. Seitdem wird die Strecke nicht mehr offiziell gewartet oder gar repariert. Das heißt für die ersten Autos im neuen Jahr (nach der Wet Season) mit Kettensäge und Axt den Weg wieder befahrbar machen. Manche Stellen sind durch den starken Regen komplett unbefahrbar und es müssen kleine Ausweichstrecken „angelegt“ werden. Also ein paar Bäume fällen und schon geht’s weiter. Auf dem Bild seht ihr zwei der alten Ausfahrten nach einem River Crossing. Der lose Sand ist weggebrochen und ausgeschwemmt. Nun sind es fast senkrechte zwei Meter hohe Wände, die auch das beste Auto nicht mehr hinauf kommen kann. Zum Glück gibt es eine dritte Alternative an der Seite :-)



Ab und zu probierte ich statt der einfachen Strecke, die alten Teile des Weges. Oft kam ich durch, doch halt nicht immer :-) Mein hinteres Rad hing in der Luft und mein vorderes Rad steckte im Schlammloch. Beide drehten also frei und da ich keine Diff-Sperren habe, wurde mein 4WD zum Käfer auf dem Rücken. Doch genau für diesen Spaß sind wir ja schließlich hier :-) Und so kam die Seilwinde zum Einsatz.



Pünktlich zum Mittagessen kamen wir an den Fruit Bat Falls an. Dort konnten wir zu Erfrischung ins Wasser springen und den (Angst-)Schweiß der letzten zwei Tage abwaschen.



Übernachten wollten wir an den Eliot Falls, die wir gegen Nachmittag erreichen. Natürlich springen wir auch hier ins Wasser und genießen die Abkühlung. Wir sind wieder in den Subtropen. Es ist schwül und heiß, da tut das Wasser richtig gut. Gegen spät Abends gehen Martijn und ich zu den Australiern, die auf dem gleichen Campingplatz übernachten. Eigentlich wollten wir nur zwei Bier trinken, doch schnell kam der selbst gebrannte Rum auf den Tisch. Bin zwar kein Rum-Fan, aber der war schon lecker :-) Gegen vier Uhr Nachts lag ich dann auch mal im Bett….

Tour: Old Telegraph Track
Übernachtung: Camping, Eliot Falls